Behörde für Schule und Berufsbildung

Frauenbios

Gerda Koppel

(28.10.1875 Hamburg – 21.6.1941 Charlottenlund oder Kopenhagen)
Malerin, Leiterin einer Malschule für Damen
Glockengießerwall 23 (Wirkungsstätte)
Johnsallee 11 (Wohnadresse)
Gerda Koppel übernahm 1904 von Valesca Röver die Malschule für Damen am Glockengießerwall 23. Die Landschafts-, Portrait- und Stilllebenmalerin und Kunstgewerblerin, die ihre bei Eitner und Illies erworbenen Kenntnisse in Paris, München und Italien weitergebildet hatte, modernisierte den Unterricht und verpflichtete nach Illies Weggang neue Lehrer wie Paul Kayser, Friedrich Ahlers-Hestermann und Franz Nölken. Sie selbst unterrichtete die Anfänger in ihrem „Atelier für Zeichnen, Malen und Modellieren“. Auch wenn Kayser 1911 an seine Frau Melanie Hertz schrieb: „Deinen Fragen nach der äußeren Beschaffenheit der Schülerinnen bin ich gestern schon nachgekommen (...) im Zusammenhang damit, daß eigentlich alle nischt können, steht es, daß kein einziges zünftiges Malweib im Reformkleid dabei ist. Lauter Damen, alle hübsch, hübscher, hübschest (...)“, so sind doch die, die das Zeug dazu hatten, auf den Weg zum professionellen Künstlertum geführt worden. Malerinnen wie Gretchen Wohlwill, Alma del Banco und Lore Feldberg-Eber, alle drei Mitbegründerinnen der Hamburgischen Sezession, sind aus der Malschule hervorgegangen. 1921 wurde die Malschule als staatliche Ersatz- Fortbildungsschule anerkannt und erhielt eine Kunstgewerbeklasse und einen Kurs für Reklamewesen und Gebrauchsgraphik, Schrift- und Modezeichnen. Als ab 1933 die diffamierten Künstler und Künstlerinnen der Hamburgischen Sezession zum Broterwerb Privatunterricht erteilten, bekam die Schule empfindliche Konkurrenz. Gerda Koppel reagierte mit der Einstellung des Sezessionsmalers Eduard Bargheer – und der Erfolg gab ihr Recht. Künstler wie Volker Detlef Heydorn und Annemarie Ladewig gingen aus der Schule hervor. 1936 diktierte die Reichskammer der bildenden Künste eine Anmeldepflicht für alle Kunstschulen. Die Jüdin Gerda Koppel durfte nicht mehr unterrichten. Sie emigrierte 1939. Als „Kunstschule Schmilinsky“ führte Gabriele Stock-Schmilinsky die Schule am Mittelweg 169 weiter.
Text: Brita Reimers
 

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