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Landeszentrale für politische Bildung Hamburg Suchergebnis - Datenbank der NS-Dabeigewesenen in Hamburg

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  • Einträge 1-35 von 35
  • Georg Ahrens

    (29. April 1896 Delmenhorst - 22. Oktober 1974 Hamburg)
    stellvertretender Reichsstatthalter in Hamburg und SS-Gruppenführer
    Adresse: Enzianstraße 30 / Hansastraße 12
    Wirkungsstätte: Hamburger Rathaus / Staatsverwaltung Hansestadt Hamburg (NS-Verwaltungssitz) Harvestehuder Weg 10, ab 1938 wurde der Sitz um das arisierte „Budge-Palais“ erweitert, Harvestehuder Weg 12
    Fuhlsbüttler Straße 756, bestattet auf dem Ohlsdorfer Friedhof, BK 58, 182
  • Wilhelm von Allwörden

    (1. Juni 1892 in Altona - 10. August 1955 Hamburg)
    Senator der Wohlfahrtsbehörde, Senator für Kulturangelegenheiten (dazu zählte auch die Landesunterrichtsbehörde), verantwortlich für die Fürsorgebehörde und Staatsarchiv, Leitung der Verwaltung für Handel, Schifffahrt und Gewerbe, Hafen- und „Arisierungs“ Kommissar, Wirtschaftsbeauftragter, SA-Gruppenführer
    Adresse: Hammer Steindamm 114 (1935), Sierichstraße 86 (1939)
    Wirkungsstätte: Verwaltung für Kulturangelegenheiten, Dammtorstraße 25
  • Walter Emmerich

    (7.8.1895 Krefeld - ? nach 1960)
    Volkswirt, Dr. rer.pol., Senatssysndikus, Wirtschaftsbehörde
    Arndtstraße 33 (1936)
  • Frieda Feuerherd

    (Lebensdaten nicht bekannt)
    Sekretärin
    Adresse: (keinen Eintrag)
    Wirkungsstätte: Gesundheits- und Fürsorgebehörde, Besenbinderhof 41
  • Finanzbehörde

    Gänsemarkt 36
    Die Rolle der Finanzbehörden in der Judenverfolgung
    Siehe auch Hans Nieland
  • Herbert Fust

    (1. Juni 1899 Langenfelde/ Pommern - 11. November 1974 {{Strasse: Buchholz / Nordheide}})
    SA-Gruppenführer, Staatsrat in Hamburg
    Adresse: Rothenbaumchaussee 213 (1937)
    Wirkungsstätte: SA-Gruppe Hansa, Harvestehuder Weg 27
  • Albert Henze

    (1900-1994)
    Lehrer
    Adresse: Lohhof 22 (1934), Kaiser-Friedrich-Straße 44 (1940)
    Wirkungsstätte: NSDAP-Gauführerschule, Ritterstraße 44; Landesschulamt, Dammtorstraße 25
  • Justizbehörde

    Drehbahn 36/Caffamacherreihe/Dammtorwall
    Gebäudekomplex der Justizbehörde (Standort seit: 1926, Erweiterung: 1980/82)
  • Fritz Klesper

    (geb. 1900 - gest. ?)
    Oberregierungsrat, Leiter der Strafabteilung der Devisenstelle
    Dienstadresse 1939: Großer Burstah 31
    privat 1939: Tornberg 22
  • Josef Krebs

    ( Josef (Joseph) Krebs )
    (1891– 1966)
    Oberregierungsrat in der Devisenstelle in Hamburg, Oberfinanzpräsident
    Großer Burstah 31 (Sitz der Devisenstelle)
    Siehe zu ihm in der Opferbiografie über Felix Matthies unter www.stolpersteine-hamburg.de.
  • Carl Vincent Krogmann

    (3. März 1889 Hamburg - 14. März 1978 Hamburg)
    Reeder, Bankier und von 1933 bis 1945 Erster Bürgermeister in Hamburg.
    Adresse: Bellevue 24
    Wirkungsstätte: Rathausmarkt, Hamburger Rathaus
  • Margarete Lienau

    (Lebensdaten nicht bekannt)
    Bürokraft
    Adresse: nicht bekannt
    Wirkungsstätte: Stadthaus, Geheime Staatspolizei, Stadthausbrücke 8
  • Carl Gerhard Meinhof

    (23. Mai 1896 Zisow (heute Polen) – 23. April 1945 Klein Kienitz)
    Oberlandesgerichtsrat
    Adresse: Schlankreye 53 (1933); Woldsenweg 8 (ab 1935)
    Wirkungsstätte: Amtsgericht, Sievekingplatz 1
  • Kurt Detlev Möller

    (19.8.1902 Hamburg – 21.11.1957 Hamburg)
    Historiker, Archivrat
    Drachenstieg 15
  • Hans Nieland

    ( Dr. Hans Nieland )
    (3. Oktober 1900 Hagen - 29. August 1975 Reinbek bei Hamburg)
    NS-Polizeipräsident und Finanzsenator, SS-Brigadeführer
    Adresse: Alsterdorfer Damm 17
    Wirkungsstätte: Polizei Präsidialbüro Stadthaus, Neuer Wall 86 / Hamburgische Finanzverwaltung, Gänsemarkt 36
  • Öffentlicher Dienst im Nationalsozialismus

    Beispielhaft: Finanzbehörde, Justizbehörde, Schulbehörde
    Drehbahn 36, Gänsemarkt 36, Dammtorstraße 25
  • Paul Peters

    Ärztlicher Präsident der Gesundheitsbehörde
    Isestraße 29, Billhorner Röhrendamm 88a (Praxis)
  • Polizeigebäude Nöldekestraße in Harburg

    Nöldekestraße
    Leiter: Freiherr von Diepenbroick-Grüter
  • Hans-Henning von Pressentin

    (18. Juni 1890 Altona - 22. Dezember 1952 Hamburg)
    Senator
    Adresse: Mittelweg 119 (1933), Alte Rabenstraße 6 (ab 1938)
    Wirkungsstätte: Hamburger Rathaus, Rathausmarkt / Behörde für Technik und Arbeit, Bleichenbrücke 17
  • Adolf Rein

    (16. August 1885 Eisenach - 6. Januar 1979 Hamburg)
    Historiker, Rektor der Universität Hamburg
    Adresse: Mittelweg 117b (1933), Willistraße 22 (ab 1936)
    Wirkungsstätte: Universität Hamburg, Rektorat Edmund-Siemers-Allee 1
  • Hermann Saß

    ( Dr. Hermann Saß )
    (17. Mai 1891 Elmshorn – 22. Mai 1959)
    Lehrer, Schulsenator, Stadtrat für die Altonaer Schulen, Oberschulrat für das Höhere Schulwesen
    Adresse: Hohenzollernring 31 (1934-1941), Umzug nach Bernstedt/ Pinneberg
    Wirkungsstätte: Dammtorstraße 25 (Unterrichtsbehörde)
    Wirkungsstätte: {{nolink: Rathaus Altona}} (heute: Platz der Republik)
  • Hans Schmidt

    ( Dr. Hans Schmidt )
    (Lebensdaten nicht bekannt)
    Medizinalrat
    Adresse: Hoisberg 14 (1943)
    Wirkungsstätte: Gesundheitsamt Hamburg, Besenbinderhof 41
  • Ernst Schrewe

    ( Dr. Ernst Schrewe )
    (1900 – 1957)
    Lehrer
    Adresse: Wohlwillstraße 2 (1934), Innocentiastraße 78 (1939)
    Wirkungsstätte: Landesschulamt, zunächst Notgebäude in der Finanzbehörde, Gänsemarkt 36, später Dammtorstraße 25
  • Schulbehörde

    Dammtorstraße 25
  • Willi Schulz

    ( Wilhelm Schulz )
    (1887 - 7. Januar 1947 Kreis Lüchow)
    Oberschulrat, stellvertretender Landesschulleiter
    Adresse: Friedhofstraße 56 (Geesthacht) (1933), Rehagen 4 (ab 1936)
    Wirkungsstätte: Nationalsozialistischer Lehrerbund Curiohaus Rothenbaumchaussee 15 / Landesschulamt, Dammtorstraße 25
  • Georg Hermann Sieveking

    (21. Juni 1867 Hamburg - 6. Februar 1954 ebd.)
    Amtsarzt
    Adresse: Rothenbaumchaussee 211 (1933-1943)
    Wirkungsstätte: Gesundheitsamt Hamburg, Besenbinderhof 41
  • Kurt Struve

    ( Dr. Kurt Struve )
    (11.07.1902 in Hamburg - 20. September 1986 in Flensburg)
    Jurist, Leiter der Allgemeinen Abteilung der Gesundheitsverwaltung
    Adresse:
    Wirkungsstätte: Gesundheits- und Fürsorgebehörde, Besenbinderhof 41
  • Walter Stuhlmann

    ( Dr. Walter Stuhlmann )
    (Lebensdaten nicht bekannt)
    Obermedizinalrat
    Adresse: Isestraße 17 (1942)
    Wirkungsstätte: Gesundheitsamt Hamburg-Altona, Hinrich-Lohse-Straße 149
  • Wilhelm Tegeler

    (1902 – Todesdatum nicht bekannt)
    Senatssyndikus, NSDAP-Kreisleiter
    Adresse: Tornquistraße 35 (1934), Klopstockstraße 34 (ab 1938)
    Wirkungsstätte: NSDAP-Kreis Eimsbüttel Nord, Müggenkampstraße 76
  • Versteigerungshallen des Gerichtsvollzieheramtes

    Drehbahn 36
    Gebäudekomplex der Justizbehörde
  • Carl Werdermann

    (Jg. 1884)
    Jurist, Oberregierungsrat
    Maria-Louisen-Straße 122 (Wohnort)
  • Karl Julius Witt

    (14. Oktober 1885 Trupermoor (heute Lilienthal/ Landkreis Osterholz) - 19. Oktober 1969 Wedel)
    Lehrer, Schulsenator
    Adresse: Eilbeckerweg 183 (1933), Alfredstraße 2 (ab 1934)
    Wirkungsstätte: Landesschulamt, Dammtorstraße 25
 

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Datenbank online Die Dabeigewesenen

Von Hamburger NS-Täter/innen, Profiteuren, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Zuschauer/innen ... Eine Hamburg Topografie.

Die Dabeigewesenen

Aufsätze

Erklärung zur Datenbank

Stand Februar 2019: 716 Kurzprofile und 276 sonstige Einträge.

Diese Datenbank ist ein Projekt in Fortsetzung (work in progress). Eine Vollständigkeit ist niemals zu erreichen. Sie startet online im Februar 2016 mit rund 520 Profilen und mehr als 200 weiteren Einträgen, wird laufend ergänzt und erweitert werden. Wissenschaftliche Institute, Gedenkstätten, Universitäten und zum Thema forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können gern ihre erarbeiteten Profile in diese Datenbank stellen lassen.

Quellenangaben, die sich auf Webseiten beziehen, sind die zum Zeitpunkt der Recherche gefundenen. Sollten Sie veraltete Links oder Aktualisierungen bzw. Verschiebungen der Inhalte feststellen, freuen wir uns über Hinweise.

Vor etlichen Jahren hat die Landesszentrale für politische Bildung Hamburg die Stolperstein-Datenbank www.stolpersteine-hamburg.de ermöglicht und gibt seit rund zehn Jahren gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden unter der Projektleitung von Dr. Beate Meyer und Dr. Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung die Publikationsreihe „Stolpersteine in Hamburg, biografische Spurensuche“ heraus. Mit dieser Datenbank „Die Dabeigewesenen“ möchte die Landeszentrale für politische Bildung nun den Blick auf diejenigen lenken, die das NS-System stützten und mitmachten. Denn:

Eine Gesellschaft, die sich eine offene und freie Zukunft wünscht,
muss [...] über eine Kultur verfügen, die nicht auf dem Verdrängen
und Vergessen der Vergangenheit beruht.“ (Mario Erdheim Psychoanalytiker) 1)

Diese aktuell immer noch so wichtige Aussage bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt dieser Datenbank. Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten, z.B. als Karrierist/innen, Profiteur/innen, Befehlsempfänger/innen, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Täter/innen. Aber auch sogenannte Verstrickte, die z. B. nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden. Unter all diesen Dabeigewesenen gab es auch Menschen, die in keiner NS-Organisation Mitglied waren, die aber staatliche Aufträge - zum Beispiel als Künstler oder Architekt - annahmen und so von dem NS-System profitierten, im Gegensatz zu denen, die sich diesem System nicht andienten, deshalb in die Emigration gingen oder in Kauf nahmen, keine Karriere mehr zu machen bzw. kaum noch finanzielle Einnahmen zu haben.
Ebenso wurden solche Personen aufgenommen, die zum Beispiel vor und während der NS-Zeit den Idealen des Heimatschutzes und der Technik-Kritik anhingen und das NS-Regime dadurch unterstützten, indem sie staatliche Aufträge annahmen, die diesen Idealen entsprachen, da das NS-System solche Strömungen für seine Ideologie vereinnahmte.

Für die Datenbank „Die Dabeigewesenen“ wurden alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Medizin, Justiz, Bildung und Forschung, Verwaltung, Kirche, Fürsorge und Wohlfahrt, Literatur, Theater und Kunst, Wirtschaft, Sport, Polizei und parteipolitische Organisationen berücksichtigt.

„denn wir können (…) das ganze Phänomen des Mitmachens und des Ermöglichens, das ja in der NS-Zeit eine genauso große Rolle gespielt hat, wie die Bereitschaft, selbst aktiver Täter vor Ort zu sein - das alles können wir nur verstehen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Täterschaft noch viel genauer betrachten, als das bisher geschehen ist." 2)

In vielen Profilen wird der weitverbreitete Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus, gegenüber „seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur, seine Weltanschauung" 3) etc. deutlich. Und es zeigt sich, dass Menschen das NS-System stützten, indem sie z. B., ohne darüber nachzudenken und ohne zu hinterfragen, bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staats übernahmen.

Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, u. a. NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Diese Erkenntnis ist angesichts heutiger aktueller gesellschafts-politischer Entwicklungen von Bedeutung. In einem Interview zum Thema Fremdenfeindlichkeit bemerkte der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz auf die Frage, ob aus der Geschichte zu lernen sei. „Wir könnten schon. Wir könnten zum Beispiel lernen, dass der Fremde nicht schuld ist an dem Hass, der ihm widerfährt. Es scheint tatsächlich schwierig zu vermitteln zu sein, dass das Opfer nicht dafür verantwortlich ist, dass es totgeschlagen oder misshandelt wird. Juden werden nicht verfolgt, weil an ihnen etwas ist, was sie zu Opfern macht, sondern weil die Mehrheitsgesellschaft Opfer braucht, und zwar zur eigenen Identitätsstiftung. Zuwanderer, Fremde, Andersgläubige werden ausgegrenzt. Das stärkt das Selbstgefühl der Mehrheit.“ 4)

Mit der Datenbank soll eine Hamburg Topographie der „Dabeigewesenen“ entstehen, um somit konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar zu machen. Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben. Neben Personenprofilen sind auch Adressen von NSDAP-Organisationen und -Einrichtungen zu finden. Darüber hinaus gibt es für einzelne Stadtteile Einträge, die die NS-Aktivitäten im Stadtteil beschreiben. In der Datenbank kann nach Namen, Straßen, Bezirken und Stadtteilen gesucht werden, damit also auch nach den Wohnadressen und/oder Adressen der Arbeitsstätten (soweit recherchierbar). Durch Hinzuziehen der Stolpersteindatenbank (hier sind die Adressen der NS-Opfer aufgenommen, für die bisher Stolpersteine verlegt wurden) und der virtuellen Hamburg-Stadt-Karte (sie verzeichnet die Zwangsarbeiterlager und Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben) wird eindringlich deutlich, wie dicht benachbart Opfer und Dabeigewesene in Hamburg gelebt und gewirkt haben. Mit diesen Informationen ist es immer schwerer, die altbekannte Entschuldigung aufrecht zu erhalten; wir haben doch nichts davon gewusst.

In den vorgestellten Profilen liegt der Fokus auf Handlungen und Einstellungen zum NS-Regime. Privates wird nur erwähnt, wenn es für die Haltung zum NS-Regime von Relevanz ist. Recherchegrundlage für diese Datenbank waren bereits vorhandene wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dem Institut für Zeitgeschichte), Biographien, Sammelbände und Dissertationen zu Hamburg im Nationalsozialismus, aber auch in diversen Fällen Entnazifizierungsakten und andere Akten und Dokumente, die im Staatsarchiv Hamburg zur Verfügung stehen. Für die Adressenrecherchen wurden die digitalisierten Hamburger Adressbücher von 1933 bis 1943 der Staats- und Universitätsbibliothek genutzt. Trotz größter Sorgfalt beim Zusammentragen der Daten, ist es dennoch möglich, dass Schreibweisen von Namen variieren und Lebensdaten fehlerhaft sind. In den Profilen und den Beschreibungen der Funktionen sowie des „Wirkens“ des Dabeigewesenen konnte nicht komplett auf das NS-Vokabular – der Sprache der Täter – verzichtet werden, dennoch wurde versucht, diesen Anteil gering zu halten und neutralere Umschreibungen zu finden.
Die meisten der aufgeführten Personen wurden schnell nach Kriegsende durch die Entnazifizierungsstellen als entlastet eingestuft, sie mussten sich selten vor Gericht verantworten oder sie wurden aufgrund von Verjährung ihrer Taten nicht juristisch verurteilt. So stellt Can Bozyakali in seiner Dissertation z. B. zum Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht fest, dass auch in Hamburg bis Anfang der 1950er Jahre 63% aller Justizjuristen, die am Sondergericht tätig gewesen waren, wieder in den Justiz-Dienst eingestellt wurden. „[…] anhand dieser Werte [kann] von einer ‚Renazifizierung‘ gesprochen werden.“ 5)

Dr. Rita Bake, Dr. Brigitta Huhnke, Katharina Tenti (Stand: Anfang 2016)

1) Mario Erdheim: „I hab manchmal furchtbare Träume … Man vergißts Gott sei Dank immer glei...“ (Herr Karl), in: Meinrad Ziegler, Waltraut Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien 1993.
2) Wolfram Wette: Deutschlandfunk-Interview am 20.11.2014, anlässlich seines neuen Buches: „Ehre, wem Ehre gebührt. Täter, Widerständler und Retter - 1933-1945“, Bremen 2015.
3) Raphael Gross: Anständig geblieben. Frankfurt a. M.  2010, S. 17.
4) Wolfgang Benz: „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlimmer wird". Der Historiker Wolfgang Benz über die lange Geschichte der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – und was neu ist an den Pegida-Märschen. Interview: Markus Flohr und Gunter Hofmann, in ZEIT online vom 21. Dezember 2015. www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/wolfgang-benz-pegida-antisemitismus-fremdenfeindlichkeit
5) Can Bozyakali: Das Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht: Eine Untersuchung der NS-Sondergerichte unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Verordnung gegen Volksschädlinge, Frankfurt/ Main 2005, S. 235.

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