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Otto Genz

(3.8.1914 Hamburg – 16.11.1978)
Studienrat am Gymnasium im Alstertal, später am Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG), Schulleiter am Kaiser-Friedrich-Ufer (KaiFU)
Ziesenißstraße 35 (Wohnadresse 1953)

Dr. Hans-Peter de Lorent hat über Otto Genz ein Portrait verfasst, das in Hans-Peter de Lorents Buch: Täterprofile. Die Verantwortlichen im Hamburger Bildungswesen unterm Hakenkreuz. Band. 3. Hamburg 2019 erschienen und im Infoladen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg erhältlich ist. Hier der Text:

„Bis zu meiner Einberufung zum Wehrdienst bin ich in den hiesigen Gliederungen der Partei und der Partei selbst, zuletzt als politischer Leiter, tätig gewesen und lege Wert darauf, in diesem Wirkungskreis meine Arbeit nach Kriegsende wieder aufzunehmen.“
Unter dem Aspekt der Kontinuitäten soll am Beispiel einer Schule, der Oberrealschule in Eimsbüttel, nach 1945 als Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer bezeichnet, geprüft werden, welche Personen dort in Leitungsfunktionen während der NS-Zeit und nach 1945 fungiert haben. Dazu sind die Oberstudiendirektoren Ernst Dätz und Alexander Strempel von mir schon porträtiert worden.[1]
Otto Genz gehörte einer anderen Generation an, aber auch er war durch den Nationalsozialismus geprägt und beeinflusst, ebenso durch seine Offizierserfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Als Schulleiter am Kaiser-Friedrich-Ufer (KaiFU) geriet er in Auseinandersetzungen mit Vertretern der antiautoritären Studentenbewegung und war involviert in den Berufsverbote-Fall des Lehrers Gerd Heide.
Otto Genz wurde am 3.8.1914 als Sohn eines Telegrafeninspektors in Hamburg geboren. In dem 1963 erstellten stichwortartigen Werdegang von Otto Genz in seiner Personalakte wird sein Vater Ulrich Genz als Schutzmann bezeichnet.[2]
Otto Genz besuchte von Ostern 1925 bis 1934 das Kirche npauer-Realgymnasium in Hamburg, an dem er am 5.2.1934 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend studierte er an der Universität Hamburg Geschichte und neuere Sprachen, unterbrochen durch den Militär dienst von 1.10.1935 bis 2.10.1937, den er als Unteroffizier beendete.[3]
Danach setzte Genz das Studium an der Universität Hamburg fort und legte am 26.10.1939 die Wissenschaft liche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen in Hamburg mit den Fächern Geschichte, Englisch und Französisch erfolgreich ab.[4]
Otto Genz konnte dann vom 1.11.1939 bis zum 27.1.1940 den Vorbereitungsdienst an der Hindenburg-Schule beginnen, musste aber zum 28.1.1940 in den Krieg ziehen. Nach einem Jahr wurde er von der Wehrmacht zur Ablegung der ersten Lehrerprüfung vom 13.1. bis zum 29.1.1941 beurlaubt, bestand unter Vorsitz von OSR Prof. Theodor Mühe[5] die zweite Lehrerprüfung und konnte am 27.2.1941 auch noch seine Promotion abschließen, mit einer Doktorarbeit zum Thema „Der politische Katholizismus im Großherzogtum Baden und seine Stellung zur deutschen Einheit 1866/71“.[6] Danach zog Otto Genz wieder in den Krieg, den er 1945 als Oberleutnant der Reserve beendete.[7]
Die Rückmeldungen hinsichtlich der relativ kurzen schulischen Episoden für Otto Genz waren weitestgehend positiv. So wurde am 14.1.1941 von der Hindenburg-Schule vermerkt: „Ich habe festgestellt, dass G. nach guter Vorbereitung einen sehr anschaulichen, lebendigen und eindringlichen Unterricht erteilt, dem die Schüler mit Aufmerksamkeit folgten. Er hat niemals disziplinarische Schwierigkeiten gehabt. G. hat jederzeit freundliche Bereitwilligkeit gezeigt und sich als eine Persönlichkeit mit hervorragenden Umgangsformen erwiesen“, schrieb Anleiter Dr. Wentzel[8] und Schulleiter Dr. Franz Stoppenbrink fasste Genz’ Leistungen folgendermaßen zusammen:
„Bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeit konnten die Urteile nur sehr knapp gefasst werden. Studienreferendar Otto Genz ist Anfänger, musste daher zunächst einmal dem Unterricht seiner Fachlehrer beiwohnen und ist selbst nur verhältnismäßig kurze Zeit im Unterricht eingesetzt gewesen, da er bereits gegen Ende Januar 1940 zum Heeresdienst einberufen wurde. Alle Berichte stimmen darin überein, dass Genz mit großem Interesse an der Arbeit in der Schule teilgenommen hat, dass seine Vorbereitungen auf die Stunden stets recht sorgfältig gewesen sind und er mit Erfolg gearbeitet hat. Bei den Schülern ist er infolge seines frischen Auftretens sehr beliebt gewesen und auch seine Stellung zum Lehrkörper war durchaus erfreulich. Es lässt sich wohl mit Sicherheit behaupten, dass bei größerer Erfahrung Studienreferendar Genz einen recht tüchtigen und brauchbaren Lehrer für unsere Oberschulen abgeben wird.“[9]
Danach fand Genz’ weitere Sozialisation wieder bei der Wehrmacht statt, die ihn am Ende zum Oberleutnant befördert hatte.
Otto Genz zeigte sich ambitioniert und war politisch der NS-Bewegung zugetan. In seinem späteren Entnazifizierungsfragebogen gab er an, am 1.11.1934 in die SA eingetreten zu sein und am 1.11.1938 in die NSDAP.[10]
Bemerkenswert, was Otto Genz am 23.9.1941 an die Landesunterrichtsbehörde schrieb, um sich auf die Bewerberliste für Studien-Assessoren setzen zu lassen. Als Absender gab er an: „Zur Zeit Leutnant und Ordonnanzoffizier im Stabe Stellvertr. Generalskommando XXI. A. K. Posen“. Über sich stellte er fest:
„Ich stamme aus einer Hamburger Familie, habe meine Ausbildung in Hamburg erhalten und hier meine Examina abgelegt. Bis zu meiner Einberufung zum Wehrdienst bin ich in den hiesigen Gliederungen der Partei und der Partei selbst, zuletzt als politischer Leiter, tätig gewesen und lege Wert darauf, in diesem Wirkungskreis meine Arbeit nach Kriegsende wieder aufzunehmen. Außerdem gedenke ich, in absehbarer Zeit zu heiraten.“[11]
Am 16.11.1942 bekräftigte er diesen Wunsch, diesmal aus dem Reservelazarett in Wien, als Oberleutnant.[12]
In kriegsbedingter Abwesenheit und auch in Abwesenheit von Schülern, die sich in der Kinder landverschickung befanden oder gerade wieder nach Hamburg zurückgekehrt waren, ernannte ihn die Schulverwaltung am 17.11.1944 zum Studienrat auf Lebenszeit und versetzte ihn an die Oberschule für Jungen im Alstertal. Senatssyndikus Ernst Schrewe[13] gratulierte dem Oberleutnant Otto Genz:
„Ich beglückwünsche Sie herzlich zu dieser Ernennung und benutze die Gelegenheit, Ihnen für die Zukunft, besonders für die Zeit Ihres Einsatzes als Soldat, alles Gute zu wünschen. Mit diesem Wunsche verbinde ich die Hoffnung, dass Sie nach dem Siege alsbald Ihre Frieden stätigkeit bei der Schulverwaltung mit Arbeitsfreude und in voller Gesundheit aufnehmen können.“[14]
Nach dem Krieg begann Otto Genz also seine Tätigkeit als Studienrat fast ohne praktische Erfahrung als Lehrer. Dafür war er durch den Krieg sozialisiert worden und hatte mehrere Monate durch „zwei schwere im Osten erlittene Verwundungen“ in Lazaretten zur Gesundung verbringen müssen. Hinzu kam, dass Otto Genz, der am 6.3.1943 in Posen geheiratet hatte, mit seiner Frau „am 3.1.1944 durch zwei feindliche Fliegerangriffe total ausgebombt war“.[15]
Das Entnazifizierungsverfahren erwies sich für Otto Genz offenbar als unproblematisch, seine formale Belastung war gering, in die SA war er als 20-Jähriger eingetreten und den größten Teil als Erwachsener hatte er als Offizier bei der Wehrmacht verbracht. Die Britische Militär regierung bestätigte ihn am 27.8.1945 und er konnte Erfahrungen als Studienrat sammeln am Gymnasium im Alstertal und ab dem 23.4.1953 am Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG).[16]
Otto Genz war eine imposante Erscheinung, sichtlich geprägt durch die Jahre in Offiziersstäben. Am MCG kam er in ein Kollegium, das bei seinem Eintritt geleitet wurde von Johann Helbig, der jahrelang als NS-Gegner den Vorsitz in den Entnazifizierungsausschüssen für die höheren Schulen wahrgenommen hatte. Andererseits traf er auf Kollegen, die erheblich NS-belastet waren und jahrelang um die Wiedereinstellung in den Hamburger Schuldienst gekämpft hatten. Auf einem Kollegiums-Foto aus dem Jahr 1954 ist Otto Genz abgebildet in einer Gruppe mit Walter Brockmöller[17], Erwin Gottsleben[18] und Herbert Bieber[19], was sich wahrscheinlich als zufällige Konstellation für den Fotografen ergeben hatte.
Otto Genz hatte zwei Förderer, die mit dem Nationalsozialismus überhaupt nichts zu tun hatten. Das war einmal Hans Wegner, Altphilologe, der vor 1933 schon Sozialdemokrat gewesen war, und nach 1945 als Schulleiter das Johanneum geleitet hatte. Nach dem Tod von OSR Heinrich Schröder fungierte er seit 1951 als Oberschulrat für die höheren Schulen.[20]
Die andere Person war der neue Schulleiter am MCG, Werner Rockel, Jahrgang 1907, der nach der Pensionierung von Johann Helbig am 1.4.1955 an dessen Stelle trat und der ebenfalls von Wegner gefördert worden war. Ursprünglich hatte Wegner Rockel auch als Schulleiter für das Wilhelm-Gymnasium in Erwägung gezogen. Über ihn hatte Hans Wegner in einem Vermerk notiert:
„Rockel war in der NS-Zeit Studienrat am Wilhelm-Gymnasium gewesen, verließ während des Dritten Reiches die Schule, weil er sich weigerte, der NSDAP beizutreten und war in dieser Zeit an einer privaten Vorbereitungsanstalt für das Abitur tätig. Im Frühsommer 1946 kam er an das Wilhelm-Gymnasium und ist seitdem dort mit großem Erfolg tätig. Herr Rockel ist ein ausgezeichneter Altphilologe. Er hat mit seiner letzten Klasse eine geradezu aufsehenerregende Aufführung der ‚Antigone‘ in griechischer Sprache veranstaltet und ist, obwohl er keine Fakultas dafür hat, wohl der beste Deutschlehrer der Schule. Er ist Vertrauenslehrer und Verbindungsmann der Schüler des Schülerausschusses zum Kollegium. Die Qualitäten Herrn Rockels, nach meiner Überzeugung auch für den Posten eines Direktor s, sind eindeutig vorhanden. Ich hätte auch gar keine Bedenken, ihn beim Wilhelm-Gymnasium als Leiter vorzuschlagen, wenn ich nicht befürchten müsste, daß Herr Rockel vom Kollegium aus kaum mit einer Zustimmung rechnen könnte und nach einer etwaigen Ernennung mit Schwierigkeiten zu rechnen haben würde. Der Grund für diese Tatsache liegt darin, daß das Kollegium befürchtet, sogar mit Recht befürchtet, daß Herr Rockel kein ‚bequemer‘ Schulleiter sein wird. Er ist eine starke Persönlichkeit, die ihre Absichten sehr energisch durchsetzen würde und unter der das Kollegium aus dem etwas geruhsamen Schlaf aufgescheucht werden würde.“[21]
Das Ziel von Hans Wegner war, für die Hamburger Gymnasien gestandene und „starke Persönlichkeiten“ für die Leitungsfunktionen zu finden. Otto Genz galt als eine solche. In einem Gutachten vom 19.10.1961 schlug Walter Rockel Oberschulrat Wegner vor, Genz zum Oberstudienrat zu befördern. In seiner Begründung zählte er verschiedene bemerkenswerte Facetten von dessen Persönlichkeit auf. Zentrale Sätze lauteten dabei:
„Herr Dr. Genz gehört zu den profiliertesten Persönlichkeiten des Lehrerkollegiums; Schon sein Äußeres wirkt imponierend: seine gerade Haltung zeigt einen Mann, der in jedem Fall weiß, was er will, und der nicht zu übersehen und zu übergehen ist. Das Äußere paart sich mit einer aufrechten, grundanständigen menschlichen Haltung. Nie besteht bei ihm die Gefahr eines leichtfertigen Urteils, er wägt und prüft, bevor er ein Urteil fällt, das dann aber auch Hand und Fuß hat.“[22]
Und: „Obwohl Herr Dr. Genz als ein gestrenger Mann gilt, mit dem nicht gut Kirschenessen ist, gehört ihm die Achtung und das Vertrauen seiner Schüler, nicht umsonst haben die Vertreter der SMV ihn Ostern 1961 zum Vertrauenslehrer gewählt.“[23]
Auch pädagogisch stellte Schulleiter Rockel dem Studienrat Genz das allerbeste Zeugnis aus, indem er ihm bescheinigte, „in seinen Fachgebieten über Kenntnisse“ zu verfügen, „die weit über dem Durchschnitt liegen; seine überlegende und überlegene Art, den Unterrichtsstoff an die Schüler heranzutragen und sie zu selbständiger geistiger Arbeit zu erziehen, macht ihn zu einem erfolgreichen Lehrer. Hinzu kommt noch – und das bewerte ich höher als sein philologisches Wissen und unterrichtliches Können –, dass er ein Pädagoge mit Herz ist. Seine Fürsorge gilt in besonderem Maß den vom Leben stiefmütterlich behandelten jungen Menschen, die ohne Vater oder ohne Mutter aufwachsen oder deren Elternhäuser krank sind, und den Schülern, die in anderen Schulen gestrandet sind; ihnen ist er ein väterlicher Freund, der es versteht, mit Liebe und Härte ihr Vertrauen zu gewinnen, sie wieder zu sich selbst und auf den rechten Weg zu führen.“[24]
Ein besonderes Kriterium für Beförderungen zu Oberstudienräten war es in diesen Jahren, sich in der Ausbildung des Lehrernachwuchses zu engagieren:
„Seine Kenntnisse und reichen Erfahrungen stellt Herrn Dr. Genz auch in den Ausbildungsdienst des philologischen Nachwuchses. Er weiß den Referendaren für ihren späteren Beruf wesentliche Kenntnisse und Erkenntnisse mitzugeben. Nicht zuletzt legt er es darauf an, ihnen die Augen zu öffnen für die große Verantwortung, die auf jeden Schulmeister wartet.“[25]
Als letztes Argument wies Werner Rockel auf die Verwaltung skompetenzen von Otto Genz hin, den er „mit Zustimmung der Schulbehörde zum Hausverwalter bestellt“ hatte, als er die Leitung der Schule übernahm:
„Die zusätzliche Belastung, die ihm mit diesem Amt aufgebürdet wurde, ist sehr groß, da der großzügige Erweiterungs- und Umbau der Schule nun schon Jahre währt und ein Ende noch nicht abzusehen ist. Mit seiner Umsicht und seinem Verantwortungsbewusstsein leistet er mir tatkräftige Hilfe.“[26]
Es war offenbar eine sogenannte „Bedarfsbeurteilung“, denn damit wurde Genz nicht nur zur Ernennung zum Oberstudienrat empfohlen, sondern ihm auch die Befähigung bescheinigt, „ohne Einschränkung ein Gymnasium zu leiten“.[27]
Es dauerte noch bis zum 1.7.1963 bis Otto Genz tatsächlich zum Oberstudienrat befördert wurde.[28]
Und dafür lieferte der Befähigungsbericht von Werner Rockel aus dem Jahre 1961, in ein neues Format gebracht, die Grundlage.
Als der bisherige Oberstudiendirektor des Gymnasiums in Eimsbüttel am Kaiser-Friedrich-Ufer , Kurt Minners, 1963 pensioniert wurde, schlug Oberschulrat Hans Wegener Otto Genz für die Nachfolge vor, aus dem Kollegium gab es ebenfalls zwei interessierte Kandidaten. Am 11.10.1963 fand eine Konferenz des Kollegiums statt, die ausführlich protokolliert wurde und auf der es zu einer heftigen Debatte mit OSR Wegner kam: „Wie sich aus der wenig enthusiastischen Begrüßung des Herrn Oberschulrat durch das Kollegium und andere Unwillensäußerungen erkennen lassen, herrsche im Kollegium eine gewisse Verärgerung.“[29]
Ein selten zu findendes Dokument, in dem dargestellt wurde, wie das Kollegium das Schulverwaltungsgesetz interpretierte. Danach würden die „Grundsätze der Selbstverwaltung“ gewährleisten, dass „die Meinung des Kollegiums genügend berücksichtigt würde und das Kollegium unter dem Eindruck gestanden habe, dass es Aussichten auf Bestellung eines Leiters aus seiner Mitte habe“.[30]
Oberschulrat Hans Wegner äußerte dann deutlich seine Auffassung, nach der „diese Schule, nachdem jahrelang Herren des eigenen Kollegiums (Dr. Strempel, Dr. Detjen, Dr. Minners, Dr. Koops) zur Leitung der Schule bestellt worden seien, jetzt einen Schulleiter von außen erhalten“ sollte. Eine Verstärkung der Entscheidung der Behörde sei auch die Tatsache gewesen, dass „das Eimsbütteler Kollegium keinen Kandidaten mit überzeugender Mehrheit nominiert habe.“[31]
Die Verärgerung im Kollegium war unübersehbar. Es stand neben Otto Genz noch ein Kandidat einer anderen Schule zur Abstimmung und am Ende bekam Otto Genz von 25 stimmberechtigten Teilnehmern der Konferenz zwölf Stimmen, der andere Kandidat fünf Stimmen, bei sieben Enthaltungen und einem ungültigen Votum.[32]
Kein günstiger Start für den neuen Schulleiter am KaiFU, der dann nach der Probezeit von zwei Jahren in der Konferenz vom 20.9.1965 von 28 wahlberechtigten Mitgliedern des Kollegiums allerdings 20 Fürstimmen bekam, bei fünf Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.[33]
Bei dieser Konferenz, die von OSR Curt Zahn eröffnet wurde, verzichtete das Kollegium auf Vorschlag des Vertrauensausschusses auf eine Aussprache und stimmte sofort ab, sodass die Konferenz nach 26 Minuten beendet war. Schulsenator Wilhelm Drexelius bat den zuständigen Oberschulrat um eine kurze Beurteilung von Otto Genz, die Curt Zahn am 1.10.1965 vorlegte:
„Herr Dr. Genz hat seit Dienstantritt mit Eltern, Schülern und Kollegen gut zusammengearbeitet. Seine Stellung in der Schule wird durch eine natürliche Autorität bestimmt. Seine Urteile sind sorgfältig abgewogen und klar begründet. Seine erzieherischen Fähigkeiten und Vorstellungen erscheinen für das Gymnasium für Jungen in Eimsbüttel besonders günstig, denn seine Fürsorge gilt vor allem den Schülerinnen, die aufgrund häuslicher Verhältnisse besonderer Fürsorge bedürfen. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie wieder zu sich selbst zu führen. Als Schulleiter halte ich ihn für voll geeignet.“[34]
Die Ernennungsurkunde zum Oberstudiendirektor wurde am 1.2.1966 ausgestellt.[35]
Als die Bundesrepublik Deutschland sich im Jahre 1967 verändert hatte und die Notwendigkeit eines Bildungsaufbruchs diskutiert wurde, feierte das KaiFU sein 75-jähriges Jubiläum und der neue Schulleiter Genz offenbarte in dem Grußwort der Festschrift zu diesem Anlass seine konservative Grundhaltung, wie Rainer Nicolaysen schrieb:
„Gegen die damals diskutierte Einführung von Gesamtschulen zur sozialen Integration und Leistungsförderung aller Schüler brachte er die Behauptung in Anschlag, beide Ziele würden an seiner Schule ohnehin schon seit 75 Jahren erreicht; der Tenor insgesamt: Tradition und Gegenwart seien am KaiFU intakt.“[36]
Selbst der Vertreter der Schulbehörde, OSR Curt Zahn, setzte in seinem Grußwort einen deutlich anderen Akzent. Unter dem Motto „Erziehung zur Freiheit“ forderte er dazu ausdrücklich auf, die Geschichte der eigenen Schule anlässlich ihres Jahrestages kritisch zu untersuchen. „In Kommentierung einer nationalistischen Rede, die bei der Eröffnung des Schulgebäudes im Januar 1913 gehalten worden war, erklärte er, wichtiger als Ordnungsstrukturen sei die Gerechtigkeit, mehr als der Fleiß sollte die Wahrheit gelten: ‚Die Erziehung zum Misstrauen sollte früh beginnen und stärker betont werden als das Vertrauen in die Obrigkeit.‘“[37]
Otto Genz, über den es in einer zentralen Beurteilung hieß, dass er „eine imponierende Gestalt war, mit einer geraden Haltung, ein Mann, der in jedem Fall weiß, was er will, und der nicht zu übersehen und zu übergehen ist“ und als „ein gestrenger Mann gilt, mit dem nicht gut Kirschenessen ist“, konnte mit diesen ­Eigenschaften und der ihm ebenfalls nachgesagten sozialen Einstellung die Schule offenbar erfolgreich leiten. Probleme bekam er dann in der Konfrontation mit Personen, die aus der anti-autoritären Schüler- und Studentenbewegung kamen.
1975 gab es einen spektakulären Fall an der von Otto Genz geleiteten Schule. Es war die Zeit, in der die Schulen und Hochschulen politisiert worden waren, sich eine antiautoritäre Bewegung entwickelt hatte, die sich gegen die Restauration der Bundesrepublik wehrte, gegen autoritäre Strukturen und in der die Hochschulen, Schulen und andere Bildungseinrichtungen politisiert wurden. Dies hätte eine andere Kommunikation erfordert und ein anderes Verständnis davon, wie Bildungssysteme strukturiert und geleitet sein müssten.
Ulrich Dombrowski, Lehrer am KaiFU von 1974 bis 2003, erinnerte sich an seine ersten Berufstage an dieser Schule:
„Es war die Zeit nach dem Putsch in Chile. Die KaiFU-Schülerinnen waren sehr politisiert, einige hatten irgendwann ihre Gitarren mitgebracht und in der Pelikan-Halle während der Pause spanische/südamerikanische Freiheitslieder angestimmt. Das störte eine Kunst kollegin gewaltig, sie wollte das untersagt wissen und trug ihr Anliegen in der Konferenz vor. Es folgte ein Hin und Her, das falle unter freie Meinungsäußerung, es dürfe keine politische Zensur geben und so weiter. Andere sprangen der Gestörten bei: Der Antrag habe nichts mit Politik zu tun, es ginge doch lediglich um die Lärmbelästigung. Abstimmung: überwältigende Mehrheit für das Gesangsverbot. Gegenstimmen: acht! Kommentar des Schulleiters nach dem ‚unpolitischen Antrag‘: ‚Jetzt wissen wir wenigstens, wie viele Kommunisten wir im Kollegium haben.‘“[38]
Welcher Geist bei manchen Lehrer-Kollegen zu diesem Zeitpunkt – 1974 – noch herrschen konnte, stellte der damalige Junglehrer kurz darauf fest:
„Ich weiß nicht, ob es noch am selben Tag war oder ein, zwei Tage nach meinem Einstieg ins KaiFU, als ich von der mir anvertrauten elften Klasse, mit der ich versuchte ins Gespräch zu kommen, erfuhr, mein Vorgänger habe coram publico erklärt: ‚Wisst Ihr, was das schönste Erlebnis meines Lebens war? Der Anblick des brennenden Prag.‘ Tja, es waren ja auch erst 25 Jahre nach Kriegsende!“[39]
Es war die Zeit, in der in der Bundesrepublik, ausgehend von Hamburg, Berufsverbote gegen linke Lehrer exekutiert wurden und in der es für Schulleiter nicht mehr ausreichen sollte, dass mit ihnen „nicht gut Kirschenessen“ war.
Das Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer wurde 1975 erschüttert durch die Auseinandersetzung mit dem damals 38-jährigen Politik - und Gemeinschaftskundelehrer Gerd Heide, der mit den Schülern seiner zehnten Klasse eine Unterrichtseinheit zum Thema Vietnam durchgeführt hatte und darüber eine Klassenarbeit schreiben ließ, die von der Schulleitung und der Schulbehörde als „einseitige Indoktrination“ gewertet wurde. In deren Zusammenhang war der Studienrat Gerd Heide suspendiert und ihm durch Schulleiter Otto Genz ein Hausverbot ausgesprochen worden. Als Heide sich nicht daran hielt und die Schule betrat, um mit den Schülern weiter zu arbeiten, rief die Schulleitung die Polizei und die Schule wurde mit einem riesigen Polizei aufgebot geräumt.
So stellte sich der Fall für mich dar, bevor ich mich, 43 Jahre danach, mit Gerd Heide darüber unterhielt.[40] Er schilderte den Ausgangspunkt so, dass zwei Schülerinnen, die das Schreiben der Arbeit vermeiden wollten, zum Schulleiter gegangen waren mit der Aussage, sie würden eine schlechte Note bekommen, wenn sie ihre Meinung sagen würden. Daraufhin war Schulleiter Otto Genz zu Gerd Heide gekommen, hatte sich die Arbeit zeigen lassen und ihm gesagt, wenn er „ihm einen kollegialen Rat geben sollte, verschieben Sie die Arbeit“. Gerd Heide dankte für den kollegialen Rat und antwortete, dass er dies nur täte, wenn er dafür eine dienstliche Anweisung bekommen würde. Er meinte, dass man aufgrund einer Intervention von zwei Schülerinnen eine Klassen-Arbeit nicht verschieben könne, das würde sich herumsprechen. Die Arbeit wurde geschrieben und nachdem Gerd Heide sie eingesammelt hatte, habe er das Gefühl gehabt, hier würde etwas losgehen. Er fotokopierte alle Arbeiten, bevor er sie am Abend auf Anweisung einreichen musste. Daraufhin ging alles sehr schnell. Er wurde suspendiert und erhielt ein Hausverbot für alle Hamburger Schulen. Als er am nächsten Tag die Schule betreten wollte, versuchte der stellvertretende Schulleiter Bode ihn daran zu hindern. Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse sicherten seinen Durchgang. Die Schulleitung rief die Polizei , die ankommenden zwei Peterwagen mussten angesichts der entschlossenen Schüler, die ihren Lehrer schützend umringten, wieder abgezogen werden. Am nächsten Tag war das ganze Viertel um die Schule herum von der Polizei dominiert. Eine Hundertschaft war angerückt, zwei Polizisten hatten sich im Keller des Wohnhauses von Gerd Heide in der Isestraße postiert. Als er am Tag darauf das Haus verließ, um in die Schule zu fahren, wurde das von den postierten Polizisten weitergemeldet und nach Betreten des Schulgebäudes wurde Gerd Heide verhaftet und nach Alsterdorf gebracht. Zwei Stunden später brachten die Schüler ein Flugblatt heraus und die Unruhe in der Schule war entfacht.
Am 7.5.1975 war Gerd Heide „aus der Schule geflogen“, zwei Tage vorher hatte die GEW ihn aufgrund des „Unvereinbarkeitsbeschlusses“ ausgeschlossen. Ein befremdliches Detail.
Gerd Heide blieb bis zur letzten Instanz Ende 1981 mit der Hälfte des Gehaltes suspendiert. Das Disziplinarverfahren wurde von dem damals berüchtigten Richter Nils Graue geführt und Gerd Heide aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Er hatte sich inzwischen an der Privatschule Luisenlund in Schleswig- Holstein beworben und arbeitete dort seit Januar 1982 als Lehrer für Kunst und Geschichte bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung 1998.[41]
Aufschlussreich erscheint, wie Gerd Heide den Schulleiter Otto Genz retrospektiv schilderte. Genz hatte jeden neuen Lehrer an der Schule im ersten Gespräch gefragt: „In welchem Regiment haben Sie gedient?“ Heide bezeichnete ihn 2018 als „reaktionären Kommisskopf, ein Opportunist, aber kein schlechter Kerl“. Und bemerkenswert war zudem, dass Gerd Heide 1991 ein Gnadengesuch an den Senat gestellt hatte, mit Unterstützung des ehemaligen Schulsenators Joist Grolle, des ehemaligen Staatsrates Hermann Granzow und der Schulsenatorin Rosemarie Raab. Der Senat lehnte dies allerdings ab.[42]
Ob der Konflikt durch anderes Schulleiterhandeln anders hätte gelöst werden können, ist fraglich. Auf jeden Fall waren Schulen 1975 nicht mehr nach den Regeln einer hierarchisch organisierten Wehrmacht zu leiten und benötigten andere Leitungskompetenzen. Andererseits war dieser Fall auch ein spezieller, da es hier auch darum ging, „den antiimperialistischen Kampf“ politisch in der Schule zu thematisieren. Gerd Heide gehörte der maoistischen KPD an, für die er 1976 als Direktkandidat in Eimsbüttel zum Bundestag kandidierte. Die Zeitung der KPD schrieb über den Fall damals:
„Gerd Heide, 39 Jahre, Lehrer, verheiratet, zwei Kinder . Nach zunächst spontaner Beteiligung an verschiedenen antiimperialistischen Aktionen fand er in der Auseinandersetzung mit der Politik der KPD den Weg an die Seite der Arbeiterklasse. Im Mai 1975 wurde er vom Hamburger SPD-Senat vom Schuldienst suspendiert, weil er im Geschichtsunterricht über die Wahrheit des Befreiungskampfes des vietnamesischen Volkes gesprochen hatte. Gemeinsam mit Schülern und Eltern kämpfte er gegen das drohende Berufsverbot und seinen Gewerkschaft sausschluss, trotz Polizei einsatzes konnte so mehrmals die Fortsetzung seines Unterrichts durchgesetzt werden, die Eltern der Nachbarschule wählten ihn in den Elternrat. Sein Fall politischer Unterdrückung fand internationale Solidarität, er wurde beispielsweise eingeladen vom schwedischen Komitee gegen die politische Unterdrückung in Deutschland. Er ist Vorstandsmitglied der Initiative für den Aufbau eines Bundes sozialistischer Lehrer und Erzieher.“[43]
Und an anderer Stelle: „Herr Heide erzog die Schüler zu einer parteilichen Haltung, zur Unterstützung des gerechten Standpunktes des vietnamesischen Volkes und zur Verurteilung der Aggression der USA. Als Herr Heide und seine Schüler gegen die Entlassung protestierten, stundenweise einen Streit organisierten und unter Beteiligung von mehr als 200 Schülern der Unterricht mit dem mit Hausverbot belegten Lehrer fortgeführt wird, räumten über 100 Polizisten gewaltsam die Schule, schleiften Herrn Heide an den Haaren aus dem Gebäude und verletzten ernsthaft mehrere Schüler. Zwei Tage später wird Herr Heide morgens vor seiner Wohnung auf dem Weg zur Schule von Zivilpolizei überfallen und bis zum Nachmittag nach faschistischem Vorbild in Vorbeugehaft genommen, damit er nicht auf einer Schülerversammlung sprechen kann.“[44]
In einer Meldung der „Welt“ vom 15.5.1975 unter der Überschrift „ Polizei führte uneinsichtigen Radikalen ab“ hieß es:
„Mit einer vorläufigen Festnahme und der Aufnahme der Personalien endete gestern der Versuch des 38-jährigen Studienrats Gerd Heide, seine Agitation im Gebäude des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer fortzusetzen. Wegen Indoktrination im Unterricht war der Lehrer, der dem kommunistischen ‚Edwin-Hoernle-Bund‘ angehört, am vergangenen Mittwoch von der Schulbehörde seines Dienstes vorläufig enthoben und mit einem Hausverbot für alle Schulen der Hansestadt belegt worden. Auch die Schulbehörde darf der Studienrat nicht mehr betreten. ‚Ich komme wieder‘, hatte Heide schon am vergangenen Freitag angekündigt, als er trotz des Hausverbots in der Schule ein Flugblatt verteilt und erst nach wiederholter Aufforderung durch die Polizei das Gebäude verlassen hatte. Heide kam wieder – und auch die Polizei . Als der Lehrer das Gebäude betrat, habe sich – so verlautet es aus dem Kollegium der Schule, der stellvertretende Schulleiter ‚brachial gegen ihn gestemmt‘ und ihn aufgefordert, dem Hausverbot Folge zu leisten – vergeblich. Als der Studienrat vor der Aula der Schule im zweiten Stock vor etwa 100 Schülern eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Schulbehörde abgeben wollte, griff ein Teil der draußen postierten Polizei beamten, nach Aussagen von Schülern etwa 40, ein. Die versammelten Schüler bildeten ein Ring um die Lehrer, die Beamten griffen zum Schlagstock, um sich den Weg zu bahnen. Gerd Heide selbst gab an, er sei mit ‚massiven Mitteln abgeführt worden‘. Schüler äußerten, Beamte hätten unter anderem unbeteiligten Mädchen Haare herausgerissen. Die Polizei : ‚Hier lag ein klarer Fall von Hausfriedensbruch vor.‘“[45]
Die Schulbehörde hatte Gerd Heide insbesondere die Aufgabenstellung seiner Klassenarbeit vom 7.4.1975 in der Klasse 10 c des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer zum Thema Vietnam vorgehalten. Die Aufgabenstellung lautete:
„1. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat das vietnamesische Volk mehrmals imperialistische Aggressoren besiegt und zu Frieden sabkommen gezwungen.
a.) Welche Frieden sabkommen waren das? (Vertragsparteien, Datum bzw. Jahr)
b.) Welches waren die wichtigsten, allen diesen Abkommen gemeinsamen Punkte?
2. Welche Tatsachen und Handlungen der BRD laufen den Bestimmungen des Pariser Frieden sabkommens zuwider? (Nur die wichtigsten nennen und mit den Bestimmungen des Abkommens begründen.)
3. Das vietnamesische Volk, das auch heute noch zum großen Teil aus Bauern besteht und dessen Industrie noch schwach entwickelt ist, hat die mächtigste Militär maschinerie der Welt – die USA – geschlagen und aus dem Lande gejagt.
Wodurch war das möglich?
Lege kurz Deine Meinung dar und begründe sie!“[46]
Das „Verbot der Führung der Dienstgeschäfte“ wurde gegenüber Gerd Heide damit begründet:
„Als der Schulleiter Dr. Genz Sie unmittelbar vor Beginn dieser Klassenarbeit auf das Bedenkliche Ihres Vorgehens aufmerksam machte, erklärten Sie ihm, Sie bestünden auf der Ausführung der Arbeit und seien bereit, die Konsequenzen auf sich zu nehmen, weil Sie sich als Lehrer verpflichtet fühlten, auch vor Schülern ‚verbotene Wahrheiten‘ offen und dezidiert auszusprechen. Hier besteht der dringende Verdacht, dass Sie sich einer Indoktrination der Ihnen im Rahmen des Sozialkundeunterrichts der Klasse 10 c anvertrauten 15- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler und damit – wegen eklatanten Verstoßes gegen Ihren Erziehungsauftrag – eines Dienstvergehens schuldig gemacht haben. Zwar ist die Behandlung der Unterrichtseinheit ‚Vietnam‘ im Fach Sozialkunde/ Politik unter Zugrundelegung der geltenden Richtlinien und Lehrpläne nicht zu beanstanden. Als Lehrer sind Sie aber verpflichtet, darauf hinzuwirken, dass die Schüler die Argumentation für verschiedene Standpunkte begreifen lernen, um sich ein selbständiges Urteil bilden zu können. Es gehört zu den fundamentalen Erziehungsprinzipien, dass der Lehrer seinen Unterricht nicht auf der Grundlage einseitig ausgerichteten Materials erteilt, sondern den Grundsatz der in der Schule gebotenen Ausgewogenheit des Unterrichts beachtet. Im vorliegenden Fall wird bereits durch den Fragenkatalog der Klassenarbeit innere Parteilichkeit eindeutig erkennbar. Durch indoktrinierend/suggestiv formulierte Fragen, durch die die Schülerantworten geradezu vorprogrammiert‘ sind (weil das wesentliche Ergebnis bereits in den Fragen vorweggenommen wird!) werden 15- bis 16-jährige Schüler im Sinne Ihrer persönlichen, vorgefassten politischen Meinung beeinflusst. Dies verstößt gegen den Erziehungsauftrag unabhängig davon, wie man die politische Meinung als solche bewertet.“[47]
Hier trafen zwei Welten aufeinander und es wäre möglicherweise auch einem Schulleiter mit anderer Grundlage als Otto Genz nicht gelungen, diese Auseinandersetzung im Vorfeld der massiven Konfrontation produktiv zu lösen.
Im Weiteren war Otto Genz in den folgenden Jahren, von 1976 bis 1978, mehrfach als Zeuge in juristischen Verfahren gefordert und musste bei der Schulbehörde um Aussagegenehmigung nachfragen, die ihm im Fall Gerd Heide und in anderen Fällen gewährt wurde.[48] Das letzte Mal am 8.1.1978 in einem Verfahren gegen Gerd Heide.[49]
Ob diese Auseinandersetzung der Gesundheit von Otto Genz zusetzte, ist nicht bekannt. Er starb kurz darauf, am 16.11.1978.[50]
Landesschulrat Wolfgang Neckel kondolierte der Witwe und schrieb, dass alle seine Mitarbeiter und die Vertreter des Amtes für Schule, die Otto Genz „aus langjähriger Zusammenarbeit kannten, mit Bestürzung und Trauer auf dessen Ableben“ reagiert hätten. Es bleibe in Erinnerung, dass Otto Genz „die Schule mit fester Hand unbeirrt durch die Unruhe, die die junge Generation erfasst hatte“ geführt habe. „Er suchte ihrer Unsicherheit mit tatkräftiger Konsequenz zu begegnen. Er verlangte von seinen Mitarbeitern nur das, was er selbst zu leisten bereit war: gewissenhafte Pflichterfüllung, Fairness und Sachlichkeit in der Auseinandersetzung.“[51]
Man könnte es auch anders sehen. Der ehemalige Lehrer am Kaifu, Ulrich Dombrowski, notierte noch eine weitere Erinnerung:
„Der Geist, den ich am ersten Schultag erlebt habe, blieb noch lange in der Schule gespenstisch lebendig. So war er unter anderem maßgeblich beteiligt an einem Berufsverbot. Das basierte auf an Haaren herbeigezogenen Gründen und wurde dergestalt vollstreckt, dass ein Kollege mit massivem Polizei einsatz aus dem Unterricht geholt und auf die Schüler, die sich schützend vor ihn stellten, eingeprügelt wurde. Es soll Mitglieder des Kollegiums gegeben haben, die dabei zuschauten und genüsslich grinsten. Dazu passt das Verhalten eines der späteren Schulleiter, an dessen Berufung ich mich als Mitglied des Findungsausschusses mitschuldig gemacht habe. Als der Sohn des mit Berufsverbot bestraften Kollegen bei der Abiturfeier die Konsequenzen schilderte, die das Berufsverbot des Vaters für ihn als Kind und Jugendlichen bedeutet hat, gab es von besagtem Schulleiter in der vollbesetzten Aula den Kommentar, er sehe, dass er sich korrigieren müsse und hinfort nicht mehr von Reife-, sondern nur noch von Abiturzeugnissen sprechen werde. Ja, die Schulleiter des KaiFU!“[52]
Text: Hans-Peter de Lorent

Anmerkungen
1 Siehe die Biografie Ernst Dätz, in: Hans-Peter de Lorent: Täterprofile Bd. 2, Hamburg 2017, S. 587 ff.; die Biografie Alexander Strempel befindet sich in diesem Band.
2 Personalakte Otto Genz, StA HH, 361-3_A 2614
3 Personalakte a. a. O.
4 Personalakte a. a. O.
5 Siehe die Biografie Theodor Mühe, in: Hans-Peter de Lorent: Täterprofile Bd. 1, Hamburg 2016, S. 371 ff.
6 Personalakte a. a. O.
7 Personalakte a. a. O.
8 Bericht vom 14.1.1941, Personalakte a. a. O.
9 Bericht vom 20.1.1941, Personalakte a. a. O.
10 Schreiben vom 23.9.1941, Personalakte a. a. O.
11 Schreiben vom 23.9.1941, Personalakte a. a. O.
12 Personalakte a. a. O.
13 Siehe die Biografie Ernst Schrewe, de Lorent 2017, S. 82 ff.
14 Schreiben vom 17.11.1944, Personalakte a. a. O.
15 Personalakte a. a. O.
16 Personalakte a. a. O.
17 Siehe die Biografie Walter Brockmöller, in: de Lorent 2016, S. 336 ff.
18 Siehe die Biografie Erwin Gottsleben, in: Hans-Peter de Lorent: Täterprofile Bd. 2, Hamburg 2017, S. 369 ff.
19 Siehe die Biografie Herbert Bieber, in: de Lorent 2017, S. 309 ff.
20 Siehe Uwe Reimer: Das Johanneum in der Nachkriegszeit. Innenansichten einer Hamburger Traditionsschule, Hamburg 2016, S. 13 und 55.
21 Ernennungsvermerk Wegners für Senator Prof. Dr. Wenke vom 30.11.1954, Personalakte Franz Bömer, StA HH, 361-3_ A 4119. Siehe auch die Biografie Bömer, in: de Lorent 2017, S. 658 ff.
22 Gutachten vom 19.10.1961, Personalakte a. a. O.
23 Ebd.
24 Ebd.
25 Ebd.
26 Ebd.
27 Ebd.
28 Ernennungsvorschlag durch Senator Wilhelm Drexelius vom 1.7.1963, Personalakte a. a. O.
29 Konferenzprotokoll vom 11.10.1963, Personalakte a. a. O.
30 Ebd.
31 Ebd.
32 Ebd.
33 Konferenzprotokoll vom 20.9.1916, Personalakte a. a. O.
34 Vermerk vom 1.10.1965, Personalakte a. a. O.
35 Personalakte a. a. O.
36 Rainer Nicolaysen: Von der Oberschule für Jungen in Eimsbüttel zum Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer , in: Der Pelikan: 125 Jahre Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer . Eine Sonderausgabe. Hamburg 2017, S. 32.
37 Ebd.
38 Ulrich Dombrowski: 1974, in: Der Pelikan, Sonderausgabe 2017, S. 47.
39 Ebd.
40 Gespräch mit Gerd Heide am 2.5.2018.
41 Ebd.
42 Ebd.
43 „Roter Morgen“ Nummer 38 vom 22.9.1978, S. 8. Abgedruckt auch in: http://www.mao-projekt.de
44 http://www.mao-projekt.de
45 „Welt“ vom 15.5.1975.
46 Schreiben von Schulsenator Günter Apel an Gerd Heide von 7.5.1975, http://www.mao-projekt.de/BRD/ORG/AO/KPD_informiert_1976_Politische_Justiz.shtml
47 Ebd.
48 Personalakte a. a. O.
49 Personalakte a. a. O.
50 Personalakte a. a. O.
51 Schreiben vom 20.11.1978, Personalakte a. a. O.
52 Dombrowski 2017, S. 47.
 

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Die Dabeigewesenen

Aufsätze

Erklärung zur Datenbank

Stand November 2021: 900 Kurzprofile und 303 sonstige Einträge.

Diese Datenbank ist ein Projekt in Fortsetzung (work in progress). Eine Vollständigkeit ist niemals zu erreichen. Sie startete online im Februar 2016 mit rund 520 Profilen und mehr als 200 weiteren Einträgen und wird laufend ergänzt und erweitert werden. Wissenschaftliche Institute, Gedenkstätten, Universitäten und zum Thema forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können gern ihre erarbeiteten Profile in diese Datenbank stellen lassen.

Quellenangaben, die sich auf Webseiten beziehen, sind die zum Zeitpunkt der Recherche gefundenen. Sollten Sie veraltete Links oder Aktualisierungen bzw. Verschiebungen der Inhalte feststellen, freuen wir uns über Hinweise.

Vor etlichen Jahren hat die Landesszentrale für politische Bildung Hamburg die Stolperstein-Datenbank www.stolpersteine-hamburg.de ermöglicht und gibt seit rund zehn Jahren gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden unter der Projektleitung von Dr. Beate Meyer und Dr. Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung die Publikationsreihe „Stolpersteine in Hamburg, biografische Spurensuche“ heraus. Mit dieser Datenbank „Die Dabeigewesenen“ möchte die Landeszentrale für politische Bildung nun den Blick auf diejenigen lenken, die das NS-System stützten und mitmachten. Denn:

Eine Gesellschaft, die sich eine offene und freie Zukunft wünscht,
muss [...] über eine Kultur verfügen, die nicht auf dem Verdrängen
und Vergessen der Vergangenheit beruht.“ (Mario Erdheim Psychoanalytiker) 1)

Diese aktuell immer noch so wichtige Aussage bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt dieser Datenbank. Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten, z.B. als Karrierist/innen, Profiteur/innen, Befehlsempfänger/innen, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Täter/innen. Aber auch sogenannte Verstrickte, die z. B. nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden. Unter all diesen Dabeigewesenen gab es auch Menschen, die in keiner NS-Organisation Mitglied waren, die aber staatliche Aufträge - zum Beispiel als Künstler oder Architekt - annahmen und so von dem NS-System profitierten, im Gegensatz zu denen, die sich diesem System nicht andienten, deshalb in die Emigration gingen oder in Kauf nahmen, keine Karriere mehr zu machen bzw. kaum noch finanzielle Einnahmen zu haben.
Ebenso wurden solche Personen aufgenommen, die zum Beispiel vor und während der NS-Zeit den Idealen des Heimatschutzes und der Technik-Kritik anhingen und das NS-Regime dadurch unterstützten, indem sie staatliche Aufträge annahmen, die diesen Idealen entsprachen, da das NS-System solche Strömungen für seine Ideologie vereinnahmte.

Für die Datenbank „Die Dabeigewesenen“ wurden alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Medizin, Justiz, Bildung und Forschung, Verwaltung, Kirche, Fürsorge und Wohlfahrt, Literatur, Theater und Kunst, Wirtschaft, Sport, Polizei und parteipolitische Organisationen berücksichtigt.

„denn wir können (…) das ganze Phänomen des Mitmachens und des Ermöglichens, das ja in der NS-Zeit eine genauso große Rolle gespielt hat, wie die Bereitschaft, selbst aktiver Täter vor Ort zu sein - das alles können wir nur verstehen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Täterschaft noch viel genauer betrachten, als das bisher geschehen ist." 2)

In vielen Profilen wird der weitverbreitete Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus, gegenüber „seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur, seine Weltanschauung" 3) etc. deutlich. Und es zeigt sich, dass Menschen das NS-System stützten, indem sie z. B., ohne darüber nachzudenken und ohne zu hinterfragen, bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staats übernahmen.

Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, u. a. NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Diese Erkenntnis ist angesichts heutiger aktueller gesellschafts-politischer Entwicklungen von Bedeutung. In einem Interview zum Thema Fremdenfeindlichkeit bemerkte der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz auf die Frage, ob aus der Geschichte zu lernen sei. „Wir könnten schon. Wir könnten zum Beispiel lernen, dass der Fremde nicht schuld ist an dem Hass, der ihm widerfährt. Es scheint tatsächlich schwierig zu vermitteln zu sein, dass das Opfer nicht dafür verantwortlich ist, dass es totgeschlagen oder misshandelt wird. Juden werden nicht verfolgt, weil an ihnen etwas ist, was sie zu Opfern macht, sondern weil die Mehrheitsgesellschaft Opfer braucht, und zwar zur eigenen Identitätsstiftung. Zuwanderer, Fremde, Andersgläubige werden ausgegrenzt. Das stärkt das Selbstgefühl der Mehrheit.“ 4)

Mit der Datenbank soll eine Hamburg Topographie der „Dabeigewesenen“ entstehen, um somit konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar zu machen. Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben. Neben Personenprofilen sind auch Adressen von NSDAP-Organisationen und -Einrichtungen zu finden. Darüber hinaus gibt es für einzelne Stadtteile Einträge, die die NS-Aktivitäten im Stadtteil beschreiben. In der Datenbank kann nach Namen, Straßen, Bezirken und Stadtteilen gesucht werden, damit also auch nach den Wohnadressen und/oder Adressen der Arbeitsstätten (soweit recherchierbar). Durch Hinzuziehen der Stolpersteindatenbank (hier sind die Adressen der NS-Opfer aufgenommen, für die bisher Stolpersteine verlegt wurden) und der virtuellen Hamburg-Stadt-Karte (sie verzeichnet die Zwangsarbeiterlager und Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben) wird eindringlich deutlich, wie dicht benachbart Opfer und Dabeigewesene in Hamburg gelebt und gewirkt haben. Mit diesen Informationen ist es immer schwerer, die altbekannte Entschuldigung aufrecht zu erhalten; wir haben doch nichts davon gewusst.

In den vorgestellten Profilen liegt der Fokus auf Handlungen und Einstellungen zum NS-Regime. Privates wird nur erwähnt, wenn es für die Haltung zum NS-Regime von Relevanz ist. Recherchegrundlage für diese Datenbank waren bereits vorhandene wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dem Institut für Zeitgeschichte), Biographien, Sammelbände und Dissertationen zu Hamburg im Nationalsozialismus, aber auch in diversen Fällen Entnazifizierungsakten und andere Akten und Dokumente, die im Staatsarchiv Hamburg zur Verfügung stehen. Für die Adressenrecherchen wurden die digitalisierten Hamburger Adressbücher von 1933 bis 1943 der Staats- und Universitätsbibliothek genutzt. Trotz größter Sorgfalt beim Zusammentragen der Daten, ist es dennoch möglich, dass Schreibweisen von Namen variieren und Lebensdaten fehlerhaft sind. In den Profilen und den Beschreibungen der Funktionen sowie des „Wirkens“ des Dabeigewesenen konnte nicht komplett auf das NS-Vokabular – der Sprache der Täter – verzichtet werden, dennoch wurde versucht, diesen Anteil gering zu halten und neutralere Umschreibungen zu finden.
Die meisten der aufgeführten Personen wurden schnell nach Kriegsende durch die Entnazifizierungsstellen als entlastet eingestuft, sie mussten sich selten vor Gericht verantworten oder sie wurden aufgrund von Verjährung ihrer Taten nicht juristisch verurteilt. So stellt Can Bozyakali in seiner Dissertation z. B. zum Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht fest, dass auch in Hamburg bis Anfang der 1950er Jahre 63% aller Justizjuristen, die am Sondergericht tätig gewesen waren, wieder in den Justiz-Dienst eingestellt wurden. „[…] anhand dieser Werte [kann] von einer ‚Renazifizierung‘ gesprochen werden.“ 5)

Dr. Rita Bake, Dr. Brigitta Huhnke, Katharina Tenti (Stand: Anfang 2016)

1) Mario Erdheim: „I hab manchmal furchtbare Träume … Man vergißts Gott sei Dank immer glei...“ (Herr Karl), in: Meinrad Ziegler, Waltraut Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien 1993.
2) Wolfram Wette: Deutschlandfunk-Interview am 20.11.2014, anlässlich seines neuen Buches: „Ehre, wem Ehre gebührt. Täter, Widerständler und Retter - 1933-1945“, Bremen 2015.
3) Raphael Gross: Anständig geblieben. Frankfurt a. M.  2010, S. 17.
4) Wolfgang Benz: „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlimmer wird". Der Historiker Wolfgang Benz über die lange Geschichte der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – und was neu ist an den Pegida-Märschen. Interview: Markus Flohr und Gunter Hofmann, in ZEIT online vom 21. Dezember 2015. www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/wolfgang-benz-pegida-antisemitismus-fremdenfeindlichkeit
5) Can Bozyakali: Das Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht: Eine Untersuchung der NS-Sondergerichte unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Verordnung gegen Volksschädlinge, Frankfurt/ Main 2005, S. 235.

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