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Frauenbios

Conradine Lück

(5.7.1885 Freienwalde - 24.8.1959 Hamburg)
Leiterin des Fröbelseminars von 1930 bis 1948
Bundesstraße 41: Ehemals hier das Fröbel-Seminar. Ausbildung junger Kindergärtnerinnen und Sozialpädagoginnen. (Inschrift noch vorhanden) (Wirkungsstätte)
Osterstraße 13 (Wohnadresse)
Elfriede Strnad hat einen Beitrag über das Leben und Wirken von Conradine Lück verfasst, der als Sonderdruck der Zeitschrift „Mädchenbildung und Frauenschaffen“ 1960 erschien. Daraus soll im Folgenden zitiert werden:
„Geboren am 5.7.1885 erlebte Conradine Lück eine schöne Kindheit in einem in alter Kultur verwurzelten Elternhaus. Ihr Vater war Robert Lück, der Direktor des humanistischen Gymnasiums in Berlin-Steglitz (…).
Nach dem Lehrerinnen-Examen für höhere und mittlere Schulen an der Kgl. Augusta-Schule in Berlin war Conradine Lück lernend und lehrend in England (…). Dann unterrichtete sie an Steglitzer höheren Mädchenschulen, richtete dort die ersten Lateinkurse für Mädchen ein (…). Ihr tiefes Verständnis für die Kinderseele, ihre warme Mütterlichkeit und ihr Lehrgeschick öffneten ihr die Herzen der Kinder und Mütter, und ihre Aufgeschlossenheit für die damalige Schulreform – insbesondere ihre Freude an der Pflege der Selbsttätigkeit des Kindes – ließ sie eigene Wege im Unterricht finden.
Aber bald zieht sie die Universität in ihren Bann, besonders das Studium der Sprachen, denen sie eine hohe Begabung entgegenbringt. Sie gibt die Schularbeit auf und vertieft sich in Latein, Griechisch und Englisch; in Mathematik, Philosophie und Psychologie. Sie beteiligt sich an der Herausgabe eines lateinischen Unterrichtswerkes: ludus latinus und legt (vierzigjährig) das humanistische Abitur ab in der Absicht, sich ganz der Wissenschaft zu widmen.
Doch verliert sie nie den Kontakt mit Kindern, für die sie eine große Anziehungskraft hat, und manches junge Wesen, das psychisch Sorgen macht, gedeiht überraschend in ihren feinfühligen Händen, wenn sie sich eine Zeitlang seiner annimmt. Ihre nahe Freundschaft mit der Dichterin und Psychiaterin Lou Andreas-Salomé, der Freundin Nietzsches und Rilkes, bereichert und vertieft ihr psychologisches Verständnis (…).
Kurz nach dem ersten Weltkrieg führen sie bibliographische Arbeiten über den deutschen Kindergarten für das russische Kultusministerium in das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und bringen sie in Berührung mit Fröbel-Kreisen. Das verlaßt sie, sich in ungedruckte Schriften Friedrich Fröbels im Archiv der Gesellschaft für Deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte zu vertiefen. Sie entdeckt einen Briefwechsel Fröbels mit einer Mutter, seiner Muhme Friederike Schmidt in Gera, und veröffentlicht ihn 1929 in der Schriftenreihe des Deutschen Fröbel-Verbandes.
Im gleichen Jahr führt sie ihr Sprachstudium an die Hamburger Universität, wo sie sich bei Professor Cassirer für Sprachphilosophie habilitieren will. Mit lebhaftester Anteilnahme beteiligt sie sich dort an Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften von Heinz Werner und Martha Muchow über Fragen der Entwicklungspsychologie. (…) Die Andersartigkeit des Kindes – bisher vorwiegend als ein Nochnichtkönnen, als Unfertigkeit im Vergleich zum Erwachsenen eingeschätzt – wird im umfassenden Rahmen der vergleichenden Entwicklungspsychologie nun wieder wie einst von den Romantikern (Hölderlin, Fröbel u. a.) positiv gewertet. Die Tiefenschichten des Seelischen werden – jetzt von neuem Blickpunkt aus – erkannt als jener geheimnisvolle Urgrund, in dem sowohl im Werdegang des Einzelwesens als auch in der Geschichte der Menschheit die schöpferischen Kräfte ihren Ursprung haben. Diesen Urgrund lebendig zu erhalten im Erwachsenen mit seiner notwendig immer differenzierter werdenden Wesensart und Welterfassung wird dieser Betrachtungsweise zu einer der dringendsten Forderungen heutiger Erziehung und Bildung; nur erfüllbar auf der Grundlage verständnisinniger Pflege der frühen, ja der frühesten Stufen des Menschseins. (…)
Conradine Lück lockt die Aufgabe, für diese Entwicklung und Bildung der mütterlichen Fähigkeiten der Frau Wege suchen zu helfen und sie ist dafür in hohem Maße geeignet: ist doch in ihr selbst bis ins hohe Alter das Kind lebendig geblieben. Zuweilen tritt es überraschend zutage in ihrer einfallsreichen Phantasie, ihrer Freude an kleinen und kleinsten Dingen, ihrer Spiellust, die sie den Kindern so unmittelbar vertraut und lieb macht. (…)
Auf Grund einiger Vertretungsstunden im Fröbelseminar in Hamburg bietet ihr die Schulbehörde eine Akademiker-Lehrstelle an und 1930 wird sie vom Kollegium einstimmig zur Leiterin des Fröbelhauses gewählt, in dem seit der Angliederung eines Jugendleiterinnen-Kursus auch Martha Muchow einige Psychologie-Stunden gibt. (…)
Der Weg der Bildung mütterlicher Fähigkeiten im jungen Mädchen führt über das eigene Erleben der Wechselbeziehungen zwischen Kind und Erwachsenem im teilhaben an seinem leben, seinem Spiel, seinem Gestalten: über eigenes Tun in der pflegenden Betreuung des erwachenden jungen Lebens. An die Erfahrungen in der Praxis, über die die jungen Mädchen Tagebuch führen, knüpft der theoretische Unterricht an, um ihre Auffassung zu klären, zu weiten und zu vertiefen. Frau Lück erreicht, daß die Hospitationen der Lehrkräfte für Pädagogik und Psychologie (als ‚Erziehungslehre‘ im Kindergärtnerinnenseminar in einer Hand zusammengefaßt) grundsätzlich in der Stundenberechnung berücksichtigt werden, und die einstigen Zeugniskonferenzen mit den Leiterinnen der Praxisstätten entwickeln sich unter ihrer Leitung zu sehr anregenden Arbeitsbesprechungen über grundsätzliche Fragen der Praxisgestaltung und über ein sinnvolles Hineinwachsen der Schülerinnen in ihre Aufgabe. (…)
In der Zeit der schweren Wirtschaftskrise mit der wachsenden Not der erwerbslosen Bevölkerung wird das Fröbel-Haus immer mehr zu einem Mittelpunkt menschlicher Begegnung im Stadtbezirk: eine Kinderlesestube, fast ausschließlich mit Büchern aus Frau Lücks Privatbesitz ausgestattet, lockt Hunderte von Straßenkindern in das gastliche Haus; Erwerbslosenkurse für Mädchen öffnen ihnen die Bastelwerkstatt und geben der Jugendleiterinnen-Klasse Gelegenheit zu erleben, wie eigentlich Hilfe von Mensch zu Mensch sich vollzieht, wie klein und unscheinbar die Mittel sein können, die Wunder wirken in aller Stille, wo echte menschliche Hingabe und Herzenswärme mit ihnen schaltet. In den Kindertagesstätten erleben die Schülerinnen, wie man mit einfachsten Mitteln den Eltern der Kleinen frohe Arbeits- und Feierstunden gestalten und manche nachbarschaftliche Hilfe bieten kann. – Beziehungen zu Schule und Lehrerschaft, Jugend- und Wohlfahrtsamt werden gesucht und bahnen sich immer vielfältiger an. (…)“ [1]
„Das Fröbelseminar wurde durch Frau Lück zu einem Mittelpunkt der Verbindungen zu Schule und Lehrerschaft, zu Frauenbewegung und Mädchenbildung sowie zur Jugendbehörde und der ‘Vereinigung städtischer Kinder- und Jugendheime‘, wo die Seminaristinnen ihre Praxisanleitung fanden.“ [2]
„Aber nur drei Jahre währt diese freudige intensive Arbeit. Sie steckt noch im Stadium des ersten Suchens nach gangbaren Wegen, als die politischen Ereignisse des Jahres 1933 Conradine Lück die Leitung des Hauses nehmen. Im September 1933 geht Martha Muchow aus dem Leben und im folgenden Jahr sieht Conradine Lück sich genötigt, aus dem Schuldienst freiwillig auszuscheiden, da ihr für ihr Wollen der Boden entzogen ist.
In einem bescheidenen Stübchen am Steilufer der Elbe nimmt sie ihre Sprachstudien wieder auf, macht Übersetzungen u. a. aus dem Schwedischen und Russischen und sinnt über ihre Erfahrungen mit der Bildung mütterlicher Erzieherinnen für das sozialpädagogische Wirken. (…) Nun, da ihr die Möglichkeit zu unterrichten genommen ist, wird sie zur Schriftstellerin: ihr schönes Frauenbuch [Frauen. Acht Lebensschicksale. 1937; 1954: Neun Lebensschicksale (Marie von Curie, von M. Brass verfasst und als zweiter Band eine Sammlung von Biographien bedeutender Männer.] entsteht. Es zeichnet die Frau als Musikerin (Clara Schumann) und Dichterin (Selma Lagerlöf), als Ärztin (Franziska Tiburtius) und als ‚Engel‘ der Gefangenen und Verwundeten (Florence Nightingale und Elsa Brandström), als Forscherin ( Amalie Dietrich) und als Sozialpädagogin (Henriette Schrader-Breymann, der Schöpferin des Pestalozzi-Fröbel-Hauses in Berlin und Helene Klostermann, die feinsinnige Deuterin Fröbels, die in Bonn eine höhere Mädchenschule mit Frauenschule, Kindergärtnerinnen- und Lehrerinnen-Seminar nach eigenen Ideen im Sinne Fröbels gestaltet hat). – ‚… immer ist es ihr Frauentum, ist es das Mütterlich-Frauliche in ihnen, das ihnen den Weg weist und in ihrem Tun sich auswirkt; immer ist es das, was sie so sichern erkennen läßt, wo gerade das Schaffen einer Frau nottut, wenn es gilt, Leid zu lindern, Not zu mildern und dem Werke des Mannes durch die Arbeit der Frau die harmonische Ergänzung zu geben.‘ [Dass Frauen nicht nur sich als Ergänzung zum Manne empfinden zeigt sich u. a. in der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung und auch später nach 1945 in der Neuen Frauenbewegung. Und dass Frauen auch als Täterinnen agierten, zeigte sich in erschreckender Weise u. a. in der NS-Zeit.]
1945 wird Conradine Lück wieder zur Leitung des Fröbelseminars berufen. (…)“ [1]
„(…) Oberschulrat Fritz Köhne [setzte sie] 1945 wieder in ihr Amt ein (…). Er tat dies mit den Worten: ‘Was wir Männer anrichten, wenn man uns allein läßt, haben wir ja nun zur Genüge bewiesen. Wir brauchen jetzt bedeutende Frauen, damit sie uns helfen, alles wieder in Ordnung zu bringen.’“ [2]
„Im Kollegium findet sie alte Mitarbeiterinnen und neue Menschen, alle erschöpft durch Not und Leid und die seelischen Belastungen des Nazi-Regimes. Das Haus ist verschmutzt und beschädigt: es hat im Kriege neben dem Unterricht der Ausgabe von Lebensmittelkarten, zuweilen der nächtlichen Beherbergung von Ausgebombten dienen müssen. (…) Es fehlen nahezu alle Voraussetzungen für ein geordnetes Schulleben. Aber sie versteht es, das Kollegium in Stunden ruhiger Besinnung zusammenzuführen, aus denen neue Kraft zu einem ‚Dennoch‘ aufsteigt. Bei der gemeinschaftlichen Durcharbeitung der Lehrpläne fühlen alle: es geht hier um mehr als nur die zweckmäßige Gestaltung einer Fachbildung: es geht um das Wesen aller Erziehung und Bildung selbst, um die Erarbeitung einer klareren Schau des Menschseins und seiner Aufgaben innerhalb einer im Tiefsten erschütterten Kultur. Es gilt, soziale Arbeit aus einer tiefer und innerlicher begründeten Haltung zum Mitmenschen zu gegenseitiger Lebenshilfe zu gestalten. (…)
Frau Lück macht den Vorschlag, daß die Kindergärtnerinnen und Jugendleiterinnen sich in Gemeinschaft mit den Fürsorgern und Fürsorgerinnen der Lehrerschaft anschließen sollten und die ‚Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Schul- und Erziehungswesens‘ in Hamburg nimmt diesen ‚Sozialpädagogischen Kreis‘ in ihre Reihen auf. (…)
Freundschaftliche Beziehungen zu Hamburger Akademikerinnen an Mädchenschulen führen 1945 zu anregenden Arbeitsbesprechungen über Wesen und Wege lebensnaher Bildungsarbeit an der jungen Frauengeneration und später zur Mitarbeit im Vorstand der von Frau Emmy Beckmann gegründeten ‚Arbeitsgemeinschaft für Mädchen- und Frauenbildung‘.
In Gemeinschaft mit Professor Hermann Nohl erweckt Conradine Lück im März 1948 den einstigen Deutschen Fröbel-Verband unter dem Namen ‚Pestalozzi-Fröbel-Verband‘ zu neuem Leben und im Verlag Quelle & Meyer, Heidelberg, erscheinen ab 1950 durch Vermittlung von Prof. Eduard Spranger die ‚Blätter des PFVs‘ (vorm. Zeitschrift Kindergarten), nachdem Conradine Lücks Versuch des Jahres 1947, die Zeitschrift wieder ins Leben zu rufen, nach dem Erscheinen der ersten Nummer (Die Menschenerziehung, Alsterverlag, Wedel 1949) an der Unbill der Zeit gescheitert war.
Wieder waren ihr nur drei Jahre der Aufbau-Arbeit beschieden! Ein schwerer Unfall mit langwierigen Folgeerscheinungen zwang sie, aus dem Fröbel-Seminar auszuscheiden, dessen Leitung Luise Besser, die Vorsitzende des Pestalozzi-Fröbel-Verbandes, und nach ihr i., J. 1954 Dr. Gertrud Justi übernahm.
Im Ruhestand wohnt Conradine Lück einige Jahre auf dem herrlich gelegenen ‚Kösterberg‘ bei Blankenese in dem einstigen Sommersitz der Familie Warburg, mit der sie eine herzliche Freundschaft verbindet. Sie ist dort ‚der gute Geist des Hauses‘ und mit warmer Anteilnahme verfolgt sie die Entwicklung des ‚Elsa-Brandström-Hauses‘, einer Müttererholungsstätte, die dort vom Deutschen Roten Kreuz geschaffen wird. Da finden Frauen – zumeist Fabrikarbeiterinnen – Ruhe und Pflege und frohe gemeinsame Stunden, in denen ihnen auch Anregungen und mancher hilfreiche Rat für die Erziehung und Beschäftigung ihrer Kinder zuteil werden. Conradine Lück ist oft mitten unter ihnen, und in ihrem Zimmer sucht manche kummerbeladene Mutter Rat und Trost unter vier Augen.
Als Vorstandsmitglied des Pestalozzi-Fröbel-Verbands macht sie Vorschläge für Fortbildungskurse der Kindergärtnerinnen und Jugendleiterinnen und erreicht, daß diese im Elsa-Brandström-Haus ein einzig schönes Asyl finden, in dem neben Vorträgen, Besichtigungsfahrten und Aussprachen auch Entspannung und Erholung zu ihrem Recht kommen. Sie selbst betätigt sich besonders bei Kursen über Probleme der Tiefenpsychologie, über neuere Jugendschriften und über Mütter- und Elternbildung.
In der Arbeitsgemeinschaft der Mütterschulen (…) gehört sie zu den geistig Führenden. Immer wieder wird sie nach West- und Süddeutschland eingeladen, um Kurse für die Leiterinnen und Lehrkräfte der Mütterschulen zu geben. Mittel und Wege zur Hilfe bei der Reifung des Menschen zur väterlichen und mütterlichen Persönlichkeit sucht die Arbeitsgemeinschaft der Mütterschulen. ‚Man kann das seelische Leben nicht tief und reich genug machen, den Geist der Frau gar nicht weit genug aller Fülle und Vielfältigkeit der Welt öffnen, um sie für ihre Aufgaben als Gestalterin der Familie und als Hüterin und Lenkerin des werdenden Menschen recht zu befähigen … um so mehr, als der Frau in heutiger Zeit ganz neue und neuartige Aufgaben zuwachsen. Denn die Frau ist es, deren Leben, deren Aufgaben und Möglichkeiten sich durch den Strukturwandel der Gesellschaft am meisten verändert haben. Sie muß ihre einmaligen Aufgaben am Leben, an der Familie ganz neu sehen, die Wandlungen, die sich in einer Zeit der Unordnung und Zerstörung nicht organisch, sondern überstürzt ergeben, begreifen – ihre neue Stellung zu Beruf, Ehe und Familie bewußt neu überprüfen – und erkennen, wo ihre persönlichen Aufgaben liegen: Aufgaben, die nicht auf Grund von Sitte und Tradition gelöst werden können, sondern Entscheidungen und Lösungen von jeder Frau aus persönlicher Verantwortung fordern.‘ –
Immer wieder mahnt Conradine Lück, bei allen diesen Bestrebungen im Auge zu behalten, ‚daß Mütterschularbeit nicht aus einzelnen Kursen besteht, die nachher zu einer Einheit zusammengeschlossen werden, sondern daß sie eine ursprüngliche Einheit ist, die sich nach den verschiedensten Gebieten hin ausdifferenziert.‘
Charakteristisch für ihre Arbeitsweise ist das ‚Ineinander von persönlicher Kontaktnahme, praktischer Anleitung und theoretischer Durchdringung – eins das andere stützend und bedingend.‘
Viel Freude macht ihr die Mitarbeit im hamburger Jungensschriften-Ausschuss, die Einrichtung einer Beratungsstelle für Eltern sowie für den Deutschunterricht der Schulen im Curio-Haus. Sie übersetzt den Text eines reizenden Bilderbuchs ‚Tapferer kleiner Torero‘ und gibt in Gemeinschaft mit Lottelise Künemund drei Bändchen für die Kinderstube heraus die bei Thienemann erschienen sind: ‚Stöffele, Pantöffele‘, alte und neue Kinderreime; ‚Lebe, lebe lang‘, Glückwunschverse; ‚Abends bei den Singerlein‘, Gutenacht-Geschichten und -Verse.
In diesen letzten Jahren ist sie viel auf Reisen, ein stets freudig begrüßter Gast in sozialpädagogischen Ausbildungsstätten, oft in Kassel und Stuttgart. (…)“ [1]
Text zusammengestellt von: Rita Bake
Quellen:
1 Elfriede Strnad: Conradine Lück und ihr Beitrag zur Mädchen- und Frauenbildung unserer Tage. Sonderdruck aus „Mädchenbildung und Frauenschaffen“, Heft 1/1960, S. 3-11.
2 Nachruf von Elfriede Strnad auf Conradine Lück, Sonderdruck der Hamburger Lehrerzeitung Nr. 14/1959.
 

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Datenbank Hamburger Frauenbiografien

Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
(Datenbank Stand: Oktober 2019) Frauen stellen mindestens die Hälfte der Menschheit. Wenn es aber um Erinnerungen geht, sind es immer noch in der Mehrzahl Männer, die die Spitzenplätze einnehmen.

Hammonia

Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Erklärung zur Datenbank

Stand Oktober 2019: 1123 Kurzprofile von Frauen und 389 sonstige Einträge z. B. Vereine, Aktionen, Zusammenschlüsse und Überblicksdarstellungen zu Themen der Frauenbewegungen.

Zuletzt eingetragene Namen
Januar 2019 Erika Woisin, Christine Färber, Aracy Moebius de Carvalho, Charlotte Tauterat, Caroline Umlauff, Elvira Unglaube, Schwestern-Verein der Hamburgischen Staatskrankenanstalten, Clara Goldschmidt, Elsa Hopf, Dora Wenneker-Iven
Februar 2019 Demoiselle Conradi, Christine Reinhard, Erna Martens
März 2019 Klara Laser, Frieda Cordes, Johanne Günther, Eliza Wille
April 2019 Liselotte Strelow, Ruth Held
Mai 2019 Sozialverband VdK, Mädchentreff Schanzenviertel, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Vera Jürs, Johanna Renate Wöhlke
Juni 2019 pro familia, Celly de Rheidt
Juli 2019 Rosa Bartl
September 2019 Mabel Wulff
Oktober 2019 Annelinde Töpel

Die Zahlen allein für Hamburg sind ernüchternd: ca. 2526 Straßennamen sind nach Männern benannt, gegenüber 420, die nach Frauen benannt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Anzahl der Denkmäler und Erinnerungstafeln. Auch bei Ehrungen und Auszeichnungen wird oft an IHN und nur wenig an SIE gedacht.

Trotz aller Leistungen von Frauen scheint die Erinnerung an sie schneller zu verblassen, sind die Archive und Netze der Erinnerung besonders löchrig - erweist sich die Wertschätzung weiblichen Wirkens als gering. Wie oft heißt es, wenn auch Frauen geehrt werden könnten:

„Uns ist dazu keine Frau von Bedeutung bekannt!“

Ein Argument, das in Zukunft keine Chancen hat, denn es gibt jetzt diese Datenbank. Eine Bank, die ihren Anlegerinnen und Anlegern hohe Renditen verspricht, denn das Kapital ist das historische Wissen. Geschöpft aus Archivmaterialien, Lexika, Zeitungsartikeln und –notizen, aus veröffentlichten Biografien, zusammengetragen und erforscht von Einzelpersonen etc., bietet die Datenbank die beste Voraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Wirksamkeit - im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit. Die Früchte dieser Datenbank sollen die Bedeutung von Frauen für Hamburgs Geschichte leicht zugänglich machen und selbstverständlich in den Alltag von heute tragen.

Was erwartet Sie?

Im Mittelpunkt stehen verstorbene Frauen, die in Hamburg gewirkt und/oder gewohnt und die Spuren hinterlassen haben. Das können Autorinnen, Schauspielerinnen, Wohltäterinnen, Kneipenwirtinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, bildende Künstlerinnen, Sängerinnen, Unternehmerinnen, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Journalistinnen, Widerstandkämpferinnen gegen und Opfer des NS-Regime etc. sein – aber auch Täterinnen.

Wir stellen keineswegs nur „prominente“ Frauen oder hehre Vorbilder vor – sondern auch das Wirken und Leben der „kleinen Frau“ auf der Straße, die oft im Stillen gearbeitet hat, für die Familie, die Stadt, die Partei, die Kunst, für sich.

Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen auch Orte, Einrichtungen, Vereine und Themen, die für Frauen von historischer Bedeutung waren und sind.

An dieser Datenbank wird kontinuierlich gearbeitet. Es werden laufend neue Namen und Rechercheergebnisse eingestellt.

Wie nutzen Sie die Datenbank?

  • Sie kennen den Namen einer Frau – und möchten mehr wissen?
    Dann geben Sie den Namen ein. Sie finden: Wohn- bzw. Wirkungsstätte und mehr oder weniger ausführlich biografische Daten, ggf. mit Hinweisen auf weitere Veröffentlichungen, Webseiten.
  • Sie möchten wissen, wer in einer bestimmten Straße oder einem bestimmten Stadtteil/Bezirk gewohnt hat? Dann geben Sie den Straßennamen ein oder wählen einen Stadtteil oder Bezirk aus.
  • Sie interessieren sich für bestimmte Themen, Berufsgruppen, Orte/Gebäude, Vereine oder Institutionen, die im Zusammenhang mit Frauen eine Rolle spielen? Dann nutzen Sie das Schlagwortregister, die freie Suche oder das Namens-/Sachregister.

Die einzelnen Frauen sind in der Regel mit einer Adresse verzeichnet – für ihre Wohnung bzw. ihren Wirkungsort. Mehrere Umzüge und Ortswechsel können in der Regel nicht recherchiert werden.

Achtung: Die Namen und Verläufe von Straßen haben sich oft verändert. Wer wissen möchte, wo bestimmte Hausnummern heute zu finden sind, muss alte Stadtpläne oder u. U. Grundbucheintragungen einsehen. Es gibt beim Statistikamt Nord einen alte Kartei der so genannten "Hausnummerhistorien", in der sich alte und neue Hausnummern gegenüberstehen. Bei Umnummerierungen von Hausnummern aber auch bei Umbenennungen von Straßennamen kann hier eine raschere Auskunft möglich sein, als über den Vergleich von alten und neuen Lageplänen (freundliche Auskunft von Jörg-Olaf Thießen Staatsarchiv Hamburg). Wer dann noch nicht weiter kommt, sollte sich an das Staatsarchiv wenden. Viele Stadtpläne sind bereits online einsehbar.

Ihre Mitarbeit ist gern gesehen

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Sind Ihnen neue Namen begegnet, hüten Sie alte Briefe, Akten etc., dann nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Dr. Rita Bake,
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Verantwortlich für die Datenbank:

Dr. Rita Bake
stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg a. D.
Gründerin des Gartens der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Datenbank wurde von ihr zusammengestellt und wird laufend von ihr ergänzt und erweitert.
Ein Teil der Frauenbiografien sind mit freundlicher Genehmigung von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfasst worden. Die Namen der Autorinnen und Autoren finden Sie jeweils am Ende ihrer Beiträge. Es gibt auch eine Rubrik: Autorinnen und Autoren, in der Sie deren biografische Angaben finden.

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