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Max Klüver

(22.4.1909 Hamburg – 31.12.1998)
Lehrer, ab den 1950er Jahren Lehrer am Gymnasium St. Georg
Gneisenaustraße 43 (Wohnadresse um 1933)

Dr. Hans-Peter de Lorent verfasste das Portrait über Max Klüver und veröffentlichte es in seinem Buch „Täterprofile, Band 2“.

Eine ungewöhnliche Karriere im Hamburger Schulwesen machte Max Klüver in der NS-Zeit, fast ohne in Hamburg bis 1945 als Lehrer gearbeitet zu haben. Schon während der Vorbereitungszeit nach dem ersten Staatsexamen ging Max Klüver an die im Aufbau befindliche Adolf-Hitler-Schule nach Sonthofen, wurde dort Schulleiter, hoher HJ-Funktionär, machte Karriere in der Wehrmacht, am Ende als Oberstleutnant und Ritterkreuzträger. Die Verleihung des Ritterkreuzes honorierte Reichsstatthalter Karl Kaufmann mit der Berufung zum Oberstudienrat, obwohl Klüver im Hamburger Schuldienst nicht tätig war.

Nach dem Krieg meldete sich Max Klüver in Hamburg erst einmal gar nicht zurück. Er arbeitete, ökonomisch offenbar erfolgreich, als Kaufmann in der Heimatstadt seiner Ehefrau, in Plön. 1953 gelangte er dann mühelos in den Hamburger Schuldienst, wurde 1966 wieder zum Oberstudienrat befördert und nutzte diese Absicherung, um parallel zur Unterrichtsarbeit an der Universität Hamburg Soziologie zu studieren und zu promovieren. Danach ließ sich Klüver pensionieren und schrieb mehrere Bücher, in denen er sich als rechter Geschichtsrevisionist profilierte, mit Titeln wie: „Den Sieg verspielt. Mußte Deutschland den Zweiten Weltkrieg verlieren?“ Oder: „Es war nicht Hitlers Krieg“. Ein Unverbesserlicher, der bis zum 31.12.1998 aus Hamburg eine Oberstudienratspension bezog.

Max Klüver wurde am 22.4.1909 in Hamburg geboren. Er besuchte die Vorschule der Realschule Bogenstraße von 1915 bis 1918, danach die Oberrealschule Bogenstraße , an der er am 27.8.1927 das Abitur bestand.1

Sein damaliger Schulleiter, Karl Züge, der in der NS-Zeit Oberschulrat für höhere Schulen in Hamburg wurde, schrieb 1943 einen bemerkenswerten Befähigungsbericht über Max Klüver, der zeigte, in welcher Tradition Züge selbst stand:
„St. Assessor Max Klüver ist eine ausgesprochene Führerpersönlichkeit. Schon als Schüler zeigte er seinen guten Einfluss auf seine Kameraden und hat durch seine ganze bisherige Tätigkeit das günstige Urteil nur bestätigt. Dass er wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feind mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurde, kann den nicht überraschen, der die vorbildliche Einsatzbereitschaft dieses jungen Mannes seit Jahren kennt. Als Lehrer ist er sehr tüchtig, versteht er es, die Jungen zu begeistern und durch sein reiches Wissen stark zu fördern. Wissenschaftlich interessiert, arbeitet er stets an sich weiter; dabei ist er bescheiden in seinem Wesen und trotz seines bestimmten Auftretens der beste Kamerad. Für den Nationalsozialismus tritt er mit seiner ganzen kraftvollen Persönlichkeit ein. Seine Beförderung wird stark befürwortet, er wird auch an leitender Stelle einmal Überdurchschnittliches leisten.“2

Dieser Bericht war insofern bemerkenswert, als Karl Züge einfach sein Bild von dem ehemaligen Schüler Max Klüver und die Berichte über dessen Wirken an der Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen, bei der HJ, wo er am Ende Hauptbannführer war, vergleichbar mit einem Generalmajor bei der Wehrmacht, zu einem Befähigungsbericht verdichtet hatte, um Max Klüver eine Stelle in Hamburg zu sichern. Denn der tatsächliche berufliche Werdegang Klüvers sah so aus:
Vom 29.10.1927 bis zum 15.3.1932 studierte er an der Universität Hamburg Geschichte, Englisch und Erdkunde. Die wissenschaftliche Prüfung für das höhere Lehramt legte er am 14.12.1932 ab. Auch in seiner Prüfungskommission saß der jüdische Psychologieprofessor William Stern, der schon bald nach Beginn der Naziherrschaft emigrieren musste. Klüver sollte dann den Vorbereitungsdienst an der Oberrealschule in Eppendorf ableisten.3

Am 17. Oktober 1933 erreichte ein Schreiben der Hitlerjugend, Gebiet Nordmark, die Landesunterrichtsbehörde in Hamburg. Gebietsführer Oldigs formulierte sein Anliegen: „Seit einigen Wochen haben wir in Lunden in Holstein eine Gebietsführerschule für die Nordmark-Hitlerjugend eingerichtet. Unser Erziehungsziel auf dieser Führerschule geht dahin, die jungen HJ-Führer in gleicher Weise körperlich und weltanschaulich zu ertüchtigen und zu schulen. Da ich selber nicht genügend Zeit habe, die weltanschauliche Schulung vorzunehmen, ist es notwendig geworden, eine Lehrkraft für dieses Gebiet anzustellen. Von meinem Oberbannführer Bartels, Meldorf, wurde ich auf Herrn Studienreferendar Max Klüver, Hamburg 30, Gneisenaustraße 43 aufmerksam gemacht. Nachdem ich mit Herrn Klüver selbst gesprochen habe, bin ich entschlossen, diesen mit der weltanschaulichen Durchbildung unserer HJ-Führer zu betrauen. Ich bitte Sie daher im Interesse unserer Hitlerjugend, Herrn Max Klüver sofort beurlauben zu wollen und ihn an die Gebietsführerschule der Hitlerjugend zu überweisen.“4

Die Bereitschaft in der Hamburger Landesunterrichtsbehörde, dem Anliegen der HJ und von Max Klüver zu entsprechen, war sehr groß. OSR Theodor Mühe teilte Klüver mit, dass dieser bis zum 30.9.1934 vom Vorbereitungsdienst in Hamburg beurlaubt werde. Die Tätigkeit an der Gebietsführerschule in Lunden „wird Ihnen im Falle der Bewährung auf Ihre Ausbildungszeit als Referendar voll angerechnet werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß Sie das vierte Semester Ihrer praktischen Ausbildung, d.h. die Zeit vom 1. Oktober 1934 bis zum 30. März 1935 auf alle Fälle wieder an einer hamburgischen höheren Schule zubringen“.5

Max Klüver kam dann im Oktober 1934 zurück nach Hamburg, um an der Oberrealschule in Eppendorf die zweite Lehrerprüfung am 30.3.1935 abzulegen. Er bestand „mit Auszeichnung“. Anschließend wurde er an die neu aufzubauende Adolf-Hitler-Schule nach Sonthofen berufen, wo er als Schulleiter fungierte.6

Max Klüver arbeitete in Sonthofen, bis er als Offizier in den Krieg zog. Mit Hamburg wurde zum 31.3.1941 vereinbart, dass Klüver in die Anwärterliste für die höheren Schulen aufgenommen wurde.7

Am 28.4.1939 heiratete Klüver die Jungmädel-Untergauführerin Mathilde Schneider aus Plön, die Tochter eines dortigen Amtsrichters. Mit ihr bekam er fünf Kinder (1940, 1941, 1944, 1946, 1949). In den jeweiligen Geburtsurkunden wurde der berufliche Status von Max Klüver vermerkt. Beim ersten Kind war als Beruf Schulleiter in Sonthofen angegeben, beim dritten Kind 1944 stand Major, in der Geburtsurkunde aus dem Jahre 1946 vom Standesamt Timmendorfer Strand war Oberstudienrat vermerkt.8

Als Max Klüver 1941 von der Hamburger Schulverwaltung aufgefordert wurde, den „Nachweis der deutschblütigen Abstammung“ vorzulegen, antwortete er von der Kriegsfront handschriftlich: „Es ist mir zur Zeit nicht möglich, die Papiere herbeizuschaffen, da meine Frau nicht in unserer Wohnung in Sonthofen sondern sich in Plön befindet. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, daß ich für meine Frau und mich als Angehöriger des höheren Führerkorps der HJ den Nachweis bis 1800 und als Offizier bis zu den Großeltern habe erbringen müssen. Ich bitte um Auskunft, ob eine Bestätigung der Personalstelle der Adolf-Hitler-Schulen oder des Personalamtes der Reichsjugendführung über den erbrachten Nachweis bis 1800 für meine Frau und mich genügt. Heil Hitler! Klüver“9

Max Klüver war als Major, später Oberstleutnant im Krieg und wurde parallel dazu in Hamburg zunächst zum Studienrat und dann zum Oberstudienrat ernannt, ohne in diesen Jahren eine Hamburger Schule betreten zu haben. Am 29.3.1943 schrieb ihm der zwischenzeitlich für die Schulen zuständige Senator Friedrich Ofterdinger: „Der Herr Reichsstatthalter in Hamburg hat Sie mit Wirkung vom 1. März 1943 zum Studienrat ernannt. Ich beglückwünsche Sie herzlich zu dieser Ernennung und benutze die Gelegenheit, Ihnen für die Zukunft, besonders für die Zeit Ihres Einsatzes als Soldat, alles Gute zu wünschen. Mit diesem Wunsche verbinde ich die Hoffnung, daß Sie nach dem Siege alsbald ihre Friedenstätigkeit bei der Schulverwaltung arbeitsfreudig und in voller Gesundheit wieder aufnehmen können. Ernennungsurkunde und Einweisungsverfügung werden hier einstweilen verwahrt und können jederzeit von Ihnen oder Ihrer Ehefrau in Empfang genommen werden.“10

Am 9.11.1943 teilte das Sekretariat des Reichsstatthalters in Hamburg dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin mit, dass „der Führer dem Hauptmann Max Klüver, Bataillonskommandeur in einem Panzerregiment, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen“ hatte.11 Da es einen Runderlass des Reichsinnenministers, des Reichsfinanzministers und des Chefs der Reichskanzlei vom 19.1.1943gegeben hatte, „betreffend Förderung der im Beamtenverhältnis stehenden Ritterkreuzträger“, wurde Max Klüver noch einmal befördert. Am 4.12.1943 erhielt er ein Glückwunschschreiben von Reichsminister Bernhard Rust: „Wie mir der Herr Reichsstatthalter in Hamburg berichtet, hat der Führer Ihnen in Anerkennung Ihres heldenhaften Einsatzes das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen. Zu dieser hohen Auszeichnung, die mich und alle deutschen Erzieher mit Stolz erfüllt, spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus.“12

Und auch Reichsstatthalter Karl Kaufmann meldete sich bei Major Max Klüver unter der Feldpostnummer 01797C: „Über die Ihnen verliehene hohe Auszeichnung und über Ihre militärische Beförderung habe ich mich sehr gefreut und übermittle Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Als Zeichen meiner Anerkennung für Ihre Leistungen habe ich Sie mit Wirkung vom 1. Dezember 1943 zum Oberstudienrat ernannt.“13

Die Beurteilungen, die Max Klüver von der Hitlerjugend und der Wehrmacht bekommen hatte, waren hervorragend. Bei der Hitlerjugend hatte er eine steile Karriere hinter sich. Er war Leiter der Gebietsführerschule gewesen, des Kameradschaftsführerlagers in Hademarschen, Leiter des Nordmarklagers in Cuxhaven, Führer des Bannes Ostholstein, kommissarischer Leiter der Personalabteilung des Gebietes Nordmark und Gebietslagerkommandant auf den Parteitagen 1934 und 1935 in Nürnberg. Der Führer des Gebietes Nordmark, Wilhelm Kohlmeyer, bescheinigte ihm:
„Er war während seiner Tätigkeit als Schulleiter an der Gebietsführerschule durch seine persönliche, soldatische Haltung und seinen vorbildlichen kameradschaftlichen Geist ein Vorbild aller Lehrgangs-Teilnehmer. Anlässlich eines Besuches des Reichsstatthalters Kaufmann in der Gebietsführerschule Malente, drückte dieser ebenfalls dem Bannführer Klüver seine volle Anerkennung über die dort geleistete Arbeit aus. Der Reichsstatthalter hatte ebenfalls Gelegenheit an einer Unterrichtsstunde, welche Klüver persönlich zur vollsten Zufriedenheit durchführte, teilzunehmen. Der Bannführer Klüver hat weiterhin aufgrund seiner Tätigkeit als Leiter der Nordmarkläger 1935 und 1936 einen großen Einfluss auf die einheitliche Ausrichtung des gesamten Führerkorps der Hitlerjugend der Nordmark gehabt.“14

Hauptmann Hermann Wahl von der Kriegsschule Hannover beurteilte Max Klüver am 10.5.1938:
„Max Klüver hat einen untadeligen Charakter. Er ist fleißig, besitzt einen gesunden Ehrgeiz, ist selbstbewusst, ohne aber unbescheiden zu sein und ist über den Durchschnitt begabt. Klüver, der einen vorbildlichen Lebenswandel führt und vielen, ihm anvertrauten jungen Menschen in entscheidenden Stunden ihres Lebens ein Führer gewesen ist, genießt den besten Ruf und ist bei allen Leuten seines großen Bekanntenkreises sehr beliebt.“15

Die Reichsjugendführung der Hitlerjugend stellte fest: „Klüver ist ein begabter Erzieher. In ihm vereinigen sich Befähigung und Erfahrung sowohl auf dem Gebiet der aktiven Jugendführung wie auch in der pädagogischen Erziehung. Auf seinem Fachgebiet (Volkskunde) verfügt Klüver über großes Wissen.“16

Max Klüver, der sich mit dem Hamburger Schulwesen nie identifiziert hatte, meldete sich 1945 in Hamburg nicht zurück. Da er die gesamte Kriegszeit als Offizier aktiv war, zuletzt als Oberstleutnant und Regimentskommandeur, zog er es vor, nicht in Sonthofen oder Hamburg vorstellig zu werden und sich entnazifizieren zu lassen, sondern in der Heimatstadt seiner Frau, in Plön. Auf mehrere Anfragen der Hamburger Schulverwaltung reagierte Klüver nicht. Am 17.11.1946 teilte Klüvers Mutter der Schulverwaltung in Hamburg mit, dass ihr Sohn sich im Hilfskrankenhaus Timmendorf befände. Verschiedene Versuche von OSR Heinrich Schröder, von Max Klüver eine Rückmeldung zu bekommen, scheiterten. Auf Anfrage der Schulbehörde vom 3.9.1949 teilte Max Klüver erstmalig mit, am 30.6.1949 vom Entnazifizierungs-Hauptausschuss Plön in Kategorie IV (Mitläufer) eingestuft worden zu sein.17

Am 8.2.1950 wurde von einem Sachbearbeiter der Hamburger Schulbehörde ein Vermerk in Klüvers Personalakte gelegt, der mit dem Satz schloss: „Herr Klüver soll angeblich heute als Kaufmann tätig sein, ein gutes Auskommen haben und auf die Wiederbeschäftigung im Hamburgischen Schuldienst keinen Wert legen.“18

Am 16.12.1952 meldete sich Max Klüver aus Plön dann doch beim neuen Personalreferenten für die höheren Schulen, Hans Reimers, zurück. Reimers vermerkte das Gesprächsergebnis: „Herr Klüver bittet um Einstellung in den Schuldienst. Es wurde mit ihm nur über die Frage einer Beschäftigung im Schuldienst ab 1.4.1953 verhandelt; die beamtenrechtliche Seite seiner Angelegenheit wird die Juristen und das Personalamt beschäftigen müssen. Ich habe ihm erklärt, daß ich von der pädagogischen Seite gesehen bereit sei, die Möglichkeit seiner Einstellung zu Ostern 1953 vorzubereiten. Die Entscheidung über eine Einstellung liegt jedoch nicht ausschließlich beim Personalreferenten. Die Prüfung, ob seine Beschäftigung erfolgen kann, soll sofort durch Besprechungen mit dem Landesschulrat und dem Betriebsrat aufgenommen werden.“19

Schon am 21.7.1953 wurde Max Klüver zum Studienrat und Beamten auf Lebenszeit ernannt. Dabei wurde erwähnt, dass Klüver Hauptbannführer in der HJ gewesen und schon 1928 in den Nationalsozialistischen Studentenbund eingetreten war. Oberschulrat Wagner begründete den Ernennungsvorschlag mit den Worten: „Herrn Klüvers Unterricht ist straff durchgeführt. Er kann Jungen ansprechen und weiß, Fragen anzuschreiben, die die Jungen zum Selbstdenken veranlassen. Herr Klüver weiß aber auch packend zu erzählen.“20

Es soll an dieser Stelle nicht darüber spekuliert werden, über welche Themen und Erfahrungen Max Klüver „packend zu erzählen“ vermochte. Ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums St.Georg, Jürgen Sielemann, erinnerte sich an einen Lehrer Max Klüver, von dessen pädagogischen Künsten er nicht so angetan war: „Ich hatte im Gymnasium St.Georg etwa 1960/1961 einen Englischlehrer namens Klüver, der allerdings einen kläglichen Unterricht gab, die englische Aussprache nicht beherrschte und uns Schüler im Unterricht nur englische Texte lesen ließ, anstatt auch die freie Rede einzuüben. Er müsste damals schon kurz vor der Pensionierung gestanden haben. Im Unterschied zu Zindler war er friedlich und brüllte nie. Über die NS-Zeit hat er sich nach meiner Erinnerung nicht geäußert.“21

Max Klüver besaß auch nach seiner Einstellung 1953 eine unfassbare Unterstützung durch die Hamburger Schulverwaltung. Dass der in meinen Augen auch deutlich NS-belastete neue Personalreferent Hans Reimers ihn in den Hamburger Schuldienst übernahm, hatte sicherlich auch mit der juristischen Situation 1953 zu tun, weil ehemalige Nazis nach Art.131GG „Wiederverwendung“ im öffentlichen Dienst beanspruchen konnten. Und offensichtlich begriff niemand zu diesem Zeitpunkt, dass der nach wie vor in Plön wohnende Max Klüver die Anstellung in Hamburg lediglich nutzte, um anderen, persönlichen Interessen nachzugehen. Es begann damit, dass Klüver schon zu Beginn seiner Tätigkeit bei voller Stundenzahl einen freien Tag für sich beanspruchte. Oberschulrat Karl Wagner lehnte das ab: „Aus prinzipiellen Erwägungen muß die Schulbehörde leider Ihr Gesuch auf Gewährung eines dienstfreien Tages ablehnen. Es ist den Kollegen nicht zumutbar, daß einige Kollegen dadurch, daß Sie einen dienstfreien Tag besitzen, an anderen Tagen für Vertretungen nicht zur Verfügung stehen können. Von einem Hamburger Beamten kann erwartet werden, daß er seinen Wohnsitz in Hamburg nimmt. Falls zwingende familiäre Gründe dem entgegenstehen, muß er die Konsequenzen selber tragen. Selbstverständlich hat die Schulbehörde nichts dagegen, wenn die Schulleitung bei der Festlegung der Stunden auf Ihre Züge Rücksicht nimmt.“22

Als nächstes teilte Max Klüver der Schulbehörde mit, dass er bereits zwei Semester als Gasthörer in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg eingeschrieben war. Sein Ziel sei es, zu promovieren.23

OSR Wagner fertigte dazu einen befürwortenden Vermerk an: „Herrn Klüvers Arbeitskraft gewährleistet, daß er neben dem Hören von Vorlesungen seiner Pflicht in der Schule genügen wird. Außerdem hat er ja schon bisher solche Vorlesungen gehört und würde sie auch ohne Immatrikulation wohl als Gasthörer weiter besuchen. Voraussetzung für die Befürwortung ist, daß Herr Klüver keinerlei Anspruch auf Beurlaubung von Unterrichtsstunden oder auf besonders günstige Legung der Unterrichtsstunden erhebt.“24

Am 3.5.1961 bestand Max Klüver die Fakultätsprüfung für den Studiengang der Sozialwissenschaften mit der Gesamtnote „gut“. Am 16.8.1967 promovierte Klüver in der Wirtschaft- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg. Sein Thema: „Sozialkritik und Sozialreform bei Heinrich Ahrens“.25

Zwischen diesen beiden Prüfungen war Max Klüver vom Gymnasium St. Georg an das staatliche Abendgymnasium in St. Georg gewechselt. Schulleiter Klinge schrieb über ihn am 18.11.1963 einen Befähigungsbericht, in dem es hieß: „Herr Klüver ist erst seit Ostern 1963 am Abendgymnasium tätig. Deshalb kann mein Urteil nicht umfassend sein. Herr Klüver unterrichtet Englisch und vor allem Gemeinschaftskunde auf allen Klassenstufen. Für Gemeinschaftskunde ist er aufgrund seines nachträglichen Studiums der Soziologie besonders geeignet. Er betätigt sich gern und mit Eifer als Fachleiter in dem neuen Fach und ist immer bereit, den Kollegen Ratschläge zu geben. Er ist freundlich, aufgeschlossen, willig, sein Verhältnis zu den Kollegen ist gut. Auch zu den Schülern hat er ein gutes Verhältnis gefunden. Er hat Verständnis für ihre besondere Situation und ihre Schwierigkeiten und hilft ihnen, soweit es in seinen Kräften steht. Ich schätze Herrn Klüver als Menschen, Mitarbeiter und Lehrer und bin mit seiner Leistung durchaus zufrieden.“26

Parallel zu seinen Studienaktivitäten bemühte sich Max Klüver auch darum, wieder zum Oberstudienrat befördert zu werden. All seine Versuche waren abschlägig beschieden worden. OSR Brüggemann stellte dazu fest:
„Die Bemühungen des Herrn K., wieder Oberstudienrat aufgrund seines Anspruchs auf ‚rechtsgleiche Unterbringung‘ nach Art.131GG zu werden, sind nach dem Schreiben des Personalamts vom 29. Januar 1965 endgültig gescheitert. Herr K. hat zwar gegen diesen Bescheid Widerspruch erhoben, doch geht es ihm – wie Frau ORR Miething mitteilt – vor allem darum, ‚die Amtsbezeichnung Oberstudienrat führen zu dürfen‘“.27

Unverständlicherweise erfolgte bei dieser Sachlage aus dem Kreis der Oberschulräte für die Gymnasien die Initiative, Max Klüver dennoch zum Oberstudienrat zu befördern. OSR Brüggemann schrieb dazu an Senator Drexelius: „Die Meinung zu dieser Frage ist innerhalb der Referatsgruppe geteilt. Da unter Umständen Rückwirkungen in der Öffentlichkeit zu erwarten sind, hat die Referatsgruppe in ihrer Sitzung am 15. Juni 1965 beschlossen, Ihre Entscheidung in dieser Angelegenheit zu erbitten.“28

Und Brüggemann betonte, dass er bei dem uneinheitlichen Votum der Referatsgruppe Gymnasien als der für das Abendgymnasium St.Georg zuständige Dezernent die Ernennung von Max Klüver zum Oberstudienrat „entschieden befürworte“. Seine Argumente:
„Nun steht außer Zweifel, daß Herr K. ein hochbefähigter Lehrer von überdurchschnittlichen Qualitäten sowohl in fachlicher wie pädagogischer Hinsicht ist. Aus dieser Sicht beurteilt, könnte man seine Ernennung zum Oberstudienrat nur nachdrücklich befürworten. Nach meinen Eindrücken bei Hospitationen und Reifeprüfungen, denen sich auch der Schulleiter, Herr Oberstudiendirektor Klinge, anschließt, ist eindeutig festzustellen, dass Herr K. kein ‚Nazi‘ mehr ist und daß auch seine ‚braune Vergangenheit‘ im Unterricht nicht durchschimmert. Im Gegenteil, Herr K. gehört zu den Menschen, die durch den Zusammenbruch ihrer weltanschaulichen Bindungen an den Nationalsozialismus menschlich gereift sind und dadurch zu ihrer eigenen Vergangenheit ein gefestigtes und kritisches Verhältnis gefunden haben. Aber ebenso unbestreitbar ist, daß Herr K. für viele junge Menschen, die etwa in beträchtlicher Zahl auch aus Hamburg die Gebietsführerschule besuchten, zum Prototyp des ‚scharfen HJ-Führers‘ wurde und es in der Erinnerung dieser Menschen heute noch ist. Insofern ist bereits sein Name unter den Lehrern jüngerer Jahrgänge in ausgesprochen schlechter Erinnerung, und es ist nicht ausgeschlossen, das Reaktionen des Unmuts und der Verärgerung auch in der Öffentlichkeit spürbar werden, wenn die Ernennung zum Oberstudienrat für Herrn K. publik wird. Demgegenüber ist aber darauf hinzuweisen, daß die Ernennung zum Oberstudienrat keine Änderung in der bisherigen Tätigkeit für Herrn K. bedeutet, insbesondere keine herausgehobene Funktion – wie z.B. bei einem Schulleiter – beinhaltet. Vielmehr wird im wesentlichen eine Anerkennung seiner pädagogischen Arbeit damit ausgedrückt, die ohne die angedeutete politische Belastung schon längst fällig gewesen wäre.“29

Auf Grundlage dieser Argumentation, ohne jede juristische Notwendigkeit, wurde Max Klüver zum 15.3.1966 zum Oberstudienrat ernannt. Und es wird später noch zu prüfen sein, ob die Diagnose von OSR Brüggemann, „daß Herr K. kein Nazi mehr ist und seine braune Vergangenheit nicht durchschimmert“ Bestand hatte.

Im Weiteren wurde aus der „Angelegenheit Dr. Klüver“ nun beinahe eine Posse. Trotz seiner Beförderung zum Oberstudienrat, oder vielleicht auch deswegen, weil es ihm gelungen war, stellte Max Klüver am 2.12.1967 den Antrag auf vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Er begründete dies damit, dass man ihm vorher, 1965, die Beförderung verwehrt hätte und Landesschulrat Ernst Matthewes dies ausdrücklich mit Klüvers politischer Belastung begründet hatte. Klüver schrieb aber auch:
„In immer stärkerem Maße nehmen Teile der Öffentlichkeit an der Tätigkeit sog. ‚Ehemaliger‘ im Hochschul- u. allg. Schuldienst Anstoß. Speziell in meinem Fall haben Organe der Meinungsbildung entsprechende Kritik geübt (Ostzonale Presse, mehrfach der Deutschlandsender und schließlich 1966 das deutsche Fernsehen). Die wachsende Empfindlichkeit der deutschen Jugend gegen die Lehrtätigkeit von – auch nur formal – Belasteten kommt z. Zt. besonders stark an den Hochschulen zum Ausdruck. Ein Übergreifen dieser Tendenzen auf das allgemeine Schulwesen ist zu erwarten. Das macht meine Stellung im Schuldienst immer schwieriger – einen Vorgeschmack habe ich anläßlich der Fernsehangelegenheit 1966 erhalten – und läßt mich im Konfliktfall zu einer Belastung für die Schulbehörde werden.“30

OSR Brüggemann wies in einem Vermerk an den Schulsenator darauf hin, was mit „der Fernsehangelegenheit“ gemeint war: „Rundfunk und Fernsehen haben der Lehrtätigkeit von Herrn Klüver mehrfach kritische Betrachtungen gewidmet und in Frage gestellt, ob ein ehemals hoher HJ-Funktionär an einer öffentlichen Schule Gemeinschaftskunde und Geschichte unterrichten könne.“31

Und nun ergab sich die paradoxe Situation, dass die Referatsgruppe Gymnasien für die Ablehnung der vorzeitigen Pensionierung Klüvers votierte, während OSR Brüggemann, der noch ein Jahr zuvor Klüvers Beförderung betrieben hatte, feststellte: „Als zuständiger Schulaufsichtsbeamter kann ich mich den von Herrn Klüver angeführten Argumenten nicht entziehen. Ich meine, daß Herr Klüver Grund zu der Annahme hat, unter den gegebenen Umständen nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen seiner Vorgesetzten zu besitzen und bei öffentlichen Auseinandersetzungen über seine Person der Schulbehörde zur Last zu fallen. Ich befürworte deshalb den Antrag.“32

Max Klüver wurde nicht vorzeitig in den Ruhestand geschickt. Er reagierte darauf auf seine Weise und nahm das Studium der Soziologie parallel zu seiner Lehrertätigkeit wieder auf, wohl gut mit seiner Tätigkeit an einem Abendgymnasium vereinbar. Am 27.11.1969 bestand er die Prüfung zum Diplom-Soziologen.33

Am 23.2.1971, noch 61-jährig, stellte Klüver erneut den Antrag, in den Ruhestand versetzt zu werden. Ein Plöner Arzt bescheinigte ihm, unter „neurovegetativen Störungen, erheblichen Schlafstörungen und Hypotonie“ zu leiden. Es funktionierte, mit Wirkung vom 30.9.1971 trat Max Klüver in den Ruhestand. Die diagnostizierten Störungen konnte er danach ablegen, er starb nach langer Pensionszeit am 31.12.1998.

Max Klüver nutzte die vom Hamburger Schuldienst befreite weitere Lebenszeit dazu, einige Bücher in rechtsradikalen Verlagen und einem eigenen Verlag zu veröffentlichen, aus denen im Weiteren zitiert werden soll. Auch um zu belegen, wie sehr sich Klüvers ehemaliger Dienstvorgesetzter, OSR Brüggemann, getäuscht hatte, als er Klüver bescheinigte, „kein Nazi“ mehr zu sein, dass „seine braune Vergangenheit nicht mehr durchschimmern würde“ (auf den Unterricht bezogen). „Im Gegenteil, Herr K. gehört zu den Menschen, die durch den Zusammenbruch ihrer weltanschaulichen Bindungen an den Nationalsozialismus menschlich gereift sind und dadurch zu ihrer eigenen Vergangenheit ein gefestigtes und kritisches Verhältnis gefunden haben.“34

Diese Fehldiagnose indes führte dazu, dass Max Klüver nach seiner Pensionierung noch über 27 Jahre aus Hamburg eine Oberstudienrats-Pension erhielt, mit deren Absicherung er Geschichtsklitterung betreiben konnte. Die Tätigkeit an der HJ-Gebietsführerschule, seine Zeit an der Adolf-Hitler-Schule und die Kriegszeit wurden dabei natürlich auf sein Besoldungsdienstalter angerechnet.

Es wirkt wie ein Hohn, dass Max Klüver einen Werbezettel, überschrieben: „Liebe Freunde, sehr geehrte Interessenten und Noch-zu-Interessierende“, verbreitete, der auch in seiner Personalakte landete: „Mein neues Buch wird in einer Startauflage von 10.000 Exemplaren zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse erscheinen. Der Titel: ‚War es Hitlers Krieg? Die Irrtümer der Geschichtsschreibung über die deutsche Außenpolitik 1937/1939‘.“ Über seine Erfolge als Schriftsteller im rechtsradikalen Milieu notierte Klüver: „Die 1. Auflage (10.000 Exemplare) meines Buches ‚Den Sieg verspielt. Mußte Deutschland den 2. Weltkrieg verlieren?‘ war nach eineinhalb Jahren vergriffen. Im März 1984 erschien die 2. Auflage. Das Buch ‚Die Adolf-Hitler-Schule – eine Richtigstellung‘, war seit 1982 nicht mehr lieferbar. Da mit dem damaligen Verlag keine Einigung über eine 2. Auflage erzielt wurde, ich aber den Verbreitungsgrad der Kenntnis über diese Schulen durch nur eine Auflage für unzureichend hielt, entschloß ich mich, eine verbesserte 2. Auflage im Selbstverlag erscheinen zu lassen. Das geschah im Sommer 1983 in einer broschierten Ausgabe.“35

Interessant am Rande sind die biografischen Hinweise, die Max Klüver über sich am Ende seiner Bücher gab. So wies er darauf hin, dass er für den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund im Jahre 1928/29 AStA-Mitglied gewesen war und von 1969 bis 1975 Leiter des größten privaten Hamburger Fremdsprachen-Instituts.36 Diese Aussage passt mit den Daten seiner letzten Berufsjahre nicht zusammen, in seiner Personalakte war auch keine Nebentätigkeit angezeigt. Erinnert sei auch an die Bemerkung von Max Klüvers ehemaligem Schüler Jürgen Sielemann, der erinnerte, dass Klüver „einen kläglichen Unterricht gab, die englische Aussprache nicht beherrschte und uns Schüler im Unterricht nur englische Texte lesen liess“.37 Aber Kurse und Unterricht müssen Institutsleiter selbst vielleicht nicht geben.

In seinem Buch: „Den Sieg verspielt. Mußte Deutschland den 2. Weltkrieg verlieren?“ gab Klüver an, während des Krieges auch Kommandant der Offiziersbewerber-Schule „Großdeutschland“ gewesen zu sein sowie Inspekteur der Offiziersbewerber- und Reserveoffiziersbewerber-Lehrgänge des Heeres.38

In seiner ersten Schrift setzte sich Max Klüver mit den vielen in den 1960er- und 1970er-Jahren geschriebenen Büchern über die Eliteschulen der Nationalsozialisten auseinander, die sich durchweg kritisch mit der Geschichte und der Funktion der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) und der Adolf-Hitler-Schulen beschäftigten. Klüver nannte sein Buch eine „Richtigstellung“. Es war der Versuch einer Rechtfertigung auch seiner zentralen Arbeit als einer der führenden Ideologen und Pädagogen der Adolf-Hitler-Schulen. Dies soll an einigen seiner Aussagen belegt werden, die er erstmalig 1979 im als rechtsradikal geltenden ASKANIA-Verlag veröffentlichte, dann 1983 und in 3. Auflage 1985 in dem von ihm selbst geführten Verlag.

Zur Einordnung noch kurz etwas zur Unterscheidung der Napolas und der Adolf-Hitler-Schulen: Die von dem Staatskommissar im preußischen Kultusministerium und späteren Reichserziehungsminister, Bernhard Rust, am 20.4.1933, Hitlers 44. Geburtstag, geschaffenen staatlichen „Nationalpolitische Erziehungsanstalten“ (Napolas) wurden von der SA, SS und der Wehrmacht gefördert. Ihre Zahl lag 1945 bei fast 40. Die Napolas waren Einrichtungen der Länder, unterstanden aber der Dienstaufsicht und der Verwaltung des Reichserziehungsministeriums. Im Zuge parteiinterner Rivalitäten beim Ausbau des nationalsozialistischen Schulsystems ging Bernhard Rust eine immer engere Bindung an die SS ein, was am Ende deren Führer, Heinrich Himmler, entscheidenden Einfluss auf die Napolas sicherte.

Die Adolf-Hitler-Schulen waren von dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, angeregt worden und von dem Reichsjugendführer, Baldur von Schirach, unterstützt, 1937 gegründet worden. Sie waren Parteischulen, als Oberstufeninternate für das 7. bis 12. Schuljahr dienten sie als Vorschulen für die NS-Ordensburgen. In die Adolf-Hitler-Schulen kam man nur auf Vorschlag der örtlichen Parteiführung – vorausgesetzt, man hatte sich in der Hitlerjugend bzw. im Jungvolk bewährt und seine „Erbgesundheit“ und „Rassenreinheit“ durch einen lückenlosen „Abstammungsnachweis“ bewiesen. Die Napolas und Adolf-Hitler-Schulen sollten Jungen aller sozialen Schichten offenstehen. Der Besuch war unentgeltlich. Sämtliche Kosten, die den parteieigenen Schulen entstanden, wurden aus Mitteln der NSDAP beglichen. Die Partei sicherte sich im Gegenzug weitgehende Rechte. So konnten beispielsweise Eltern ihren Sohn nicht gegen den Willen der NSDAP von einer Adolf-Hitler-Schule nehmen.39

„In allen diesen Schulen ging es, wie Hitler in ‚Mein Kampf‘ gefordert hatte, in erster Linie um die Heranbildung eines rassisch reinen ‚Menschenmaterials‘ kerngesunder Körper, aber auch um die Entwicklung des Charakters, die Förderung der Willens- und Entschlußkraft, die Erziehung zur Verantwortungsbereitschaft, erst in zweiter Linie um wissenschaftliche Schulung. Selbstvertrauen und Überlegenheitsgefühl sollten ebenso vermittelt werden wie vollkommene Opferwilligkeit und bedingungsloser Gehorsam – bis in den Tod.“40

In einer gemeinsamen Erklärung von Baldur von Schirach und Robert Ley hieß es: „Die Adolf-Hitler-Schulen (AHS) sind Einheiten der Hitlerjugend (HJ) und werden von dieser verantwortlich geführt. Lehrstoff, Lehrplan und Lehrkörper werden von den unterzeichnenden Reichsleitern reichseinheitlich bestimmt. Die Schulaufsicht gehört zu den Hoheitsrechten des Gauleiters der NSDAP. Er übt sie entweder selbst aus oder übergibt die Ausübung dem Gauschulungsamt. Nach erfolgreicher Reifeprüfung steht dem Adolf-Hitler-Schüler jede Laufbahn der Partei und des Staates offen.“41

Es sollten zwölf Adolf-Hitler-Schulen aufgebaut werden mit jeweils neuen Schulgebäuden, nach Planungen einer eigenen nationalsozialistischen Architektur. „Aufgrund des Krieges und der Knappheit an Material und Arbeitskräften gerieten die Bauvorhaben ins Stocken, so dass alle Schulen mit einer Gesamtschülerzahl von rund 1500 im Jahre 1940 in der Ordensburg Sonthofen untergebracht waren.“42

Max Klüver hatte beim Aufbau der Adolf-Hitler-Schulen eine wichtige Funktion innegehabt. In seiner Rechtfertigungsschrift schrieb er:
„Anfang Dezember 1936 verkündete von Schirach in Berlin auf einer Tagung der Gebietsbeauftragten für Schulfragen der HJ die Gründung von Internatsschulen, die späteren AHS, und ernannte K. Petter zum Inspekteur dieser Schulen. Am selben Tage wurde der Verfasser von diesem mit der Leitung einer dieser Schulen beauftragt und erhielt gleichzeitig den Auftrag, einen Lehrplan für die neuen Schulen zu erarbeiten. Dieser Lehrplan wurde im Januar 1937 vom Verfasser dem Inspekteur vorgelegt und mit ihm besprochen. Natürlich konnte das kein endgültiger Lehrplan sein. Er war weitgehend am Lehrplan für die höheren Schulen orientiert.“43

Max Klüver druckte in seinem Buch einen Auszug aus dem Lehrplan ab, in dem es hieß: „Die Verarbeitung der wissenschaftlichen Vorträge geschieht in Arbeitsgemeinschaften (Seminaren), die von den Jungen selber geführt werden. Im Lehrplan sind regelmäßige Appelle und Kritiken vorgesehen, die vor allem dazu dienen sollen, den weltanschaulichen Glauben zu vertiefen und zu stärken. Es ist notwendig, daß die Jungen niemals weltanschauliche Zweifel mit sich herumtragen. In diesen Appellen stellt jede Kameradschaft einen Sprecher heraus, der in kurzen, klaren Worten die Ansicht seiner Gemeinschaft zu dem gehörten und besprochenen Thema dartut. Der Führer, der den Appell abhält, wird dann am Schluß des Appells in Form einer Kritik seine Meinung zu dem Gesagten sagen. Diese Meinung ist dann endgültig.“44

 Darüberhinaus wurde Max Klüver zum Leiter der Erzieherakademie der Adolf-Hitler-Schulen ernannt, ausgestattet mit der Verantwortung für die Ausbildung aller an den Adolf-Hitler-Schulen tätigen Pädagogen.

Max Klüver schrieb, dass die Erzieher der Adolf-Hitler-Schulen in der Regel HJ-Funktionäre waren: „Zentraler Punkt der Erziehung war das Führer–Gefolgschaftsverhältnis, dessen hervorragende Voraussetzungen Vorbild auf der einen und Vertrauen auf der anderen Seite sein sollten.“45 Und er zitierte Baldur von Schirach, der bei der Eröffnung einer Adolf-Hitler-Schule erklärt hatte: „Die Männer, die Euch unterrichten, erziehen und führen, sind Männer Eures Geistes und Eurer Jugend. Es ist kein innerer Unterschied zwischen ihnen und Euch.“46 Die Erzieher würden „die Rolle von Beratern und älteren Lebenskameraden“ übernehmen, „die ihr Wissen weitergeben wollen, der Jugend aber überließen, Führer zu werden“.47 An anderer Stelle schrieb Klüver: „Entscheidend für die Entwicklung neuer Unterrichtsformen ist das Verhältnis Lehrer–Schüler. Und auf diesem Gebiet hat sich ein wesentlicher Wandel auf den AHS vollzogen. Das gemeinsame Band der HJ, äußerlich durch das verbindende ‚Du‘ ausgedrückt, und das dadurch entstandene Vertrauensverhältnis verwandelten das alte Gegeneinander des Lehrer-Schüler-Verhältnisses (in seiner extremen Form als Pauker-Pennäler-Verhältnis) in ein gefolgschaftliches Miteinander. Es war ein Miteinander für dasselbe, vor allem vom Schüler als verbindlich erkanntes Ziel, ein Höchstmaß an Leistungen zu erbringen, um dem Anspruch einer künftigen Elite anzugehören, gerecht zu werden.“48

Eine Rolle spielte dabei auch seine Ehefrau Mathilde, wie Klüver berichtete:
„Die Ehefrau des Verfassers war ehemalige hauptamtliche BDM-Führerin gewesen. Aus dieser Tatsache, verbunden mit einem besonderen Vertrauensverhältnis zu den Schülern des ältesten Jahrgangs der Schule Heiligendamm, ergab sich das ‚Du‘ auch als Anredeform zwischen den Schülern und ihr (das galt auch für die Ehefrauen anderer Erzieher dieser und anderer Schulen).“49

Über die Erzieher berichtete Max Klüver:
„Die Erzieherschaft war jung und aufgeschlossen ( Durchschnitt salter 27 Jahre), nicht vom Schulalltag sondern von der HJ-Arbeit geprägt. Infolge ihrer Jugend fehlte in ihr der Typ des Lehrers, den der jahrzehntelange Schulalltag mit seinem zermürbenden Kleinkrieg mit Schülern, die ‚Pennäler‘ waren, ‚fertig‘ gemacht hatte und der sich selbst und den Schülern zur Last wurde.“50

Max Klüver war offenbar nicht der einzige ehemalige Funktionär der Adolf-Hitler-Schulen, der nach Ende des Nationalsozialismus wieder in den öffentlichen Schuldienst gelangte: „Dem Verfasser sind die Namen von 63 ehemaligen Erziehern der AHS, die den Krieg überlebt haben, bekannt. Von ihnen waren 51 früher oder später wieder in den staatlichen Schuldienst eingetreten. Sieben hatten andere Berufe gewählt und bei fünf war die berufliche Nachkriegstätigkeit nicht mehr festzustellen“, resümierte Klüver.51

Es gab prominente Absolventen der Napolas und der Adolf-Hitler-Schulen wie zum Beispiel Hellmuth Karasek, Rüdiger von Wechmar, Horst Janssen. Der ehemalige Herausgeber der „Zeit“, Theo Sommer und der Schauspieler Hardy Krüger hatten die Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen besucht.52 Von Hardy Krüger, 1928 in Berlin geboren, der als 13-Jähriger auf die von Max Klüver geleitete Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen kam, gibt es dazu verschiedene Veröffentlichungen. So schrieb er: „Die Napola war die etwas mildere Form der NS-Eliteschulung. Die Unterschiede zwischen beiden Schultypen lassen sich schon bei den Mutproben während der Ausleseverfahren klar erkennen. Während man bei der Napola nur vom Zehnmeterbrett ins Wasser springen mußte, habe ich damals in Berlin im Winter in einem See unter dem Eis von einem Loch zum 10 m entfernten zweiten Loch schwimmen müssen.“53 Und weiter stellte er fest:
„Als Adolf-Hitler-Schüler fühlten wir uns den Jungmannen in den Napolas haushoch überlegen. Die würden später mal vielleicht Verwaltungsbeamte. Wir aber wurden auf ganz andere Aufgaben in der Partei vorbereitet. Ich nahm damals an, dass ich nach dem Endsieg Gauleiter von Moskau werden würde, mindestens … Wir wurden zielgerecht darauf vorbereitet, wichtige Ämter im Staat zu übernehmen. So war ich also 1941 nach fünf langen Ausleseverfahren, bei denen es um Mut und Intelligenz und vor allem Weltanschauung ging, in die Ordensburg gekommen. In den ersten Briefen an meine Eltern schrieb ich 1941 aus Sonthofen: ‚Glücklich bin ich hier nicht. Das sollt ihr ruhig wissen.‘ Aber das hatte keine politischen Gründe. Mir lag einfach die Schleiferei, dieser schreckliche militärische Drill nicht. Es war ja wie in einer preußischen Kadettenanstalt. Natürlich bin ich freiwillig und gern in die Ordensburg Sonthofen gekommen. Das war für mich eine große Ehre. Wir wurden ja auch entsprechend als Auserwählte, als Elite der Jugend des Großdeutschen Reiches gefeiert. Und wir glaubten gern dem Lied, in dem es über uns hieß:
Ihr seid das kommende Deutschland.
Ihr seid unsere ganze Hoffnung.
Ihr seid die Garanten der Zukunft.
Deutschland blickt mit stolz auf euch.“54

Über den Alltag in Sonthofen schrieb Hardy Krüger:
„Dem Adolf-Hitler-Schüler sollten alle Möglichkeiten offen stehen, denn hier sollte ja die neue Führungsschicht des Staates geformt waren. Segeln, Fechten, Reiten, Motorsport, Segelfliegen – das alles wurde uns 13-jährigen geboten. Der Unterricht war locker und glich mehr einer Vorlesung. Die Erzieher wurden von uns mit ‚Du‘ angesprochen, bei Klassenarbeiten verließen sie den Raum, vertrauten darauf, daß wir nicht abschrieben. Und doch war ich in dieser ersten Zeit nicht glücklich, …, denn es herrschten raue Sitten getreu dem Führerwort: ‚In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich.‘ In Waffenkunde lernte ich, mit verbundenen Augen ein Maschinengewehr auseinanderzunehmen, zu ölen und wieder zusammenzusetzen. In Biologie lernte ich, daß es keine Gleichheit der Rassen gibt. Und daß das Judentum keine Religionsgemeinschaft sei, sondern eine Rasse, und zwar eine minderwertige.“55

Könnte man die Rechtfertigungsschrift Klüvers zu den Adolf-Hitler-Schulen noch als Versuch ansehen, sein Engagement als HJ-Funktionär zu erklären, so erwies sich Klüver in seinen weiteren Publikationen als unverbesserlicher Nationalsozialist, der in rechtsradikalen Verlagen versuchte, die Geschichte umzuschreiben. So etwa in seinem 1981 im Druffel-Verlag veröffentlichten Buch: „Den Sieg verspielt. Mußte Deutschland den 2. Weltkrieg verlieren?“56 Der Druffel-Verlag war 1952 von dem bis zum Ende der Nazizeit stellvertretenden Reichspressechef der NSDAP, Helmut Sündermann und seiner Frau Ursula, einer geborenen von Druffel-Freiin von und zu Egloffstein, gegründet worden.

Max Klüver pointierte: „Deutschland hätte den Krieg nicht zu verlieren brauchen. Sein starkes Wirtschaftspotenzial, seine moderne, wenn auch noch nicht vollendete Rüstung und seine überlegene militärische Führung hatten ihm einen Vorsprung vor den anderen Mächten verschafft und ließen es die ersten vier Feldzüge überraschend schnell gewinnen. Es mußte aber den Krieg verlieren, weil es der deutschen Führung an der Entschlossenheit fehlte, den Hauptgegner England zu vernichten und weil durch die Rüstungsversäumnisse vor dem Krieg und dann besonders in den Jahren 1939/41 die Feldzüge gegen England und die Sowjetunion nicht gewonnen werden konnten. Das mußte zum Verlust des Krieges führen.“57

Max Klüver charakterisierte die deutschen „Hauptgegner“, die Sowjetunion und England, die beide das Ziel gehabt hätten, Deutschland zu vernichten, in der Rückschau noch im Jahre 1981 folgendermaßen:
„Vor dem Ersten Weltkrieg hätte es nach Hitler noch eine Möglichkeit gegeben, mit Rußland gegen England zu gehen. Ein solches Zusammengehen konnte er aber für die Nachkriegszeit nicht gelten lassen. ‚Heute liegen die Verhältnisse anders.‘ Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges mußte das Testament der deutschen Nation lauten: ‚Duldet niemals das Entstehen zweier Kontinentalmächte in Europa!‘ Diese Erkenntnis mußte ihn zum Gegner einer sowjetischen Kontinentalmacht machen, die noch dazu im Besitze ‚der notwendigen Scholle für unser deutsches Volk‘ war. Und außerdem war dieses Rußland vom Bolschewismus beherrscht, in dem ‚wir den im 20. Jahrhundert unternommenen Versuch des Judentums zu erblicken (haben), sich die Weltherrschaft anzueignen‘.“58

In seinem Buch „Es war nicht Hitlers Krieg“, 1993 veröffentlicht, behauptete Klüver, England habe einen Krieg gegen Deutschland vorbereitet: „Der bis zur Bigotterie gottesfürchtige Lord Halifax, der als Außenminister die britische Außenpolitik stärker beeinflusst hat als sein Premierminister Chamberlain, ist nicht erst durch ‚München‘ oder ‚Prag‘ zu seiner deutschfeindlichen Einstellung gekommen. Sein Ziel war unabhängig von einzelnen Ereignissen die Vernichtung des Nationalsozialismus, ‚the destruction of Nazism‘, wie er es in der Kabinettssitzung vom 25.September 1938 (also vor München) ausführte. Er sah im Nationalsozialismus eine Bedrohung der christlichen Zivilisation, die nicht nur durch die Verfolgung der Juden in Deutschland, sondern vielmehr durch die der christlichen Kirchen erwiesen war. Er war bereit, die große Herausforderung, die für ihn der ‚Nazism‘ für die geistige und moralische Integrität (spiritual and moral integrity) darstellte, aufzunehmen. Seiner Natur und Erfahrung nach war für ihn der einzige erträgliche Krieg ein heiliger Krieg, ‚a Holy War‘“.59

Es soll nun nicht auf die Rekonstruktion des gesamten Kriegsverlaufs, die Max Klüver in zwei Büchern auf etwa 500 Seiten vornahm, eingegangen werden. Interessant ist, wie er im rechtsradikalen Verlag eine kritische Haltung gegenüber der deutschen Kriegsführung einnahm, ohne sich dem Verdacht aussetzen zu wollen, ein Hitler-Gegner geworden zu sein. Klüver schrieb über sich im Vorwort zu dem Buch „Den Sieg verspielt“: „Der Verfasser – Historiker und Anglist – hat sich schon als junger Student und dann besonders in der Zeit des Dritten Reiches Gedanken über das deutsch-englische Verhältnis gemacht. An Bismarck geschult und ein wenig mit englischer Geschichte und Politik vertraut, hat er die Außenpolitik Adolf Hitlers, insbesondere sein die Realitäten verkennendes Verhältnis zu England kritisch beurteilt und seine Bedenken in Schulungsvorträgen zum Ausdruck gebracht. Das geschah aus Sorge um die deutsche Zukunft, nicht als Ausdruck des Widerstandes oder eines in einer inneren Opposition – der Verfasser ‚war dabei‘.“60

 Klüver schrieb weiter: „Der Verfasser war von September 1939 bis Kriegsende Soldat. Er hat die Bedeutung der englischen Kriegserklärung und den Willen Englands, den Krieg bis zur Vernichtung Deutschlands zu führen, in ihren Konsequenzen erkannt. Ihn erschreckte die Leichtfertigkeit, mit der der Krieg in Deutschland aufgenommen und dem Volk der Ernst der Situation nicht klargemacht wurde. Seit der Teilnahme an den Invasionsvorbereitungen mit ihren primitiven Übersetzungsfahrzeugen, den ‚Campinen und Penichen‘, und dann als Angehöriger einer neu aufgestellten, unzulänglich ausgerüsteten und bewaffneten Panzerdivision hat er sich kritische Gedanken über die deutsche Rüstung gemacht. Sie wurden zu Zweifeln durch die Erfahrungen des Rußlandfeldzuges, durch Situationen der Hilflosigkeit gegenüber der Überlegenheit der gegnerischen Waffen. Dieses Buch stellt die entscheidenden Gründe für die deutsche Niederlage dar. Niederlagen haben ihre Ursachen vor allem in falschen Beurteilungen, Fehlentscheidungen, Unterlassungen und Versäumnissen der handelnden Personen. In Einmanndiktaturen ist die Verantwortlichkeit leicht festzustellen. Im Dritten Reich war Adolf Hitler dieser eine Mann.“61 Und jetzt wurde es schwierig für Max Klüver: „Durch die Darstellung dieser Ursachen könnte der Eindruck erweckt werden, als hätte der Verfasser ein negatives Hitler-Bild. Das ist nicht der Fall. In einer Hitler-Biografie des Verfassers würde deutlich werden, daß Licht und Schatten, ‚Heil und Unheil‘, Größe und Versagen sein Hitler-Bild bestimmen.“62

Noch 1994 veröffentlichte Max Klüver ein Buch, in dem er sich mit Autoren des rechten Spektrums wie Helmut Diwald, David Irving, Erich Schwinge und Herbert Taege auseinandersetzte und diesen vorwarf, in der „Kriegsschuldfrage“ rechte Positionen verlassen zu haben. Hier zeigte sich Max Klüver als unverbesserlicher Nazi:
„Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Aufsatz, der schon längere Zeit in meinem Schreibtisch liegt, veröffentlichen sollte. Würde man mir nicht ‚Nestbeschmutzung‘ vorwerfen? Zumindest Diskreditierung verdienstvoller Autoren, von denen einer leider bereits gestorben ist und sich nicht mehr zur Wehr setzen kann? Ich habe immer noch die Worte eines Verlagslektors, mit dem ich das Projekt besprach in den Ohren: ‚Aber das sind doch unsere Leute!‘ Sicher sind sie das, und sie sollen es auch bleiben! Aber gerade deshalb ist es wichtig und erforderlich, ihre ‚Irrtümer‘, die in der Regel auf ungenügenden Detailkenntnissen beruhen, zu berichtigen und auszumerzen und ihren Aussagen dadurch noch größeres Gewicht zu geben. Hitlers ‚Schuld‘ – und da wir es nahezu alle wollten, auch die ‚Schuld‘ der Deutschen – bestand darin, daß er Danzig und den Korridor zurückhaben wollte. Die ‚Kriegsschuldfrage‘ ist gegenüber der ‚Auschwitzlüge‘ in der ‚rechten‘ Literatur etwas in den Hintergrund getreten und mit ihr die Frage der deutschen Ostgrenzen. Diese muß belebt werden und damit die Frage nach der Schuld am Kriege. Sie ist nicht beantwortet mit der Feststellung, wer den ersten Schuß abgegeben hat, wie das heute immer noch geschieht. Und es muß daran erinnert werden, daß Danzig und der Korridor nur ein Teilstück der deutschen Forderung nach Beseitigung des ganzen Versailler Diktats war, die nahezu alle Deutschen weit über die Anhänger des Nationalsozialismus hinaus vertraten.

Die Beschäftigung mit der Schuldfrage ist auch deswegen erforderlich, weil auf der ‚Rechten‘ Tendenzen zum Ausdruck kommen, die eine ‚Vergangenheitsbewältigung‘ als nicht mehr dringend oder gar erforderlich ansehen. Sie sei zusammengeschrumpft auf unwesentliche Aufgaben, deren Lösung man ‚Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisvereinen‘ überlassen könne. Mit solchen Auffassungen und Gruppierungen ist beispielsweise ein Kampf gegen die Kriegsschuldfrage nicht zu führen.

Ein Teil der ‚Rechten‘ glaubt mit dem Bestreiten einer deutschen Alleinschuld den Kampf führen zu können. Das reicht nicht und entspricht nicht den historischen Tatsachen. Man gibt damit eine deutsche Schuld oder einen deutschen Schuldanteil zu, aber es seien auch noch weitere Schuldige vorhanden. Das schafft Unklarheit. Das Wort von der deutschen Alleinschuld muß aus dem revisionistischen Vokabular verschwinden, wie alle Formulierungen, aus denen deutsche Schuld abgeleitet werden kann wie ‚entfesseln‘, ‚vom Zaune brechen‘ und andere.

Wir haben zwar den ersten Schuß abgegeben, aber waren dazu gezwungen, weil man Gespräche, die zu einer friedlichen Regelung unserer berechtigten Forderungen hätten führen können, verweigerte. Und berechtigt waren unsere Forderungen. Die Frage des ersten Schusses ist gegenüber den Gründen, die eine friedliche Lösung verhindert haben, von ganz geringer Bedeutung.“63

Was hatte Oberschulrat Brüggemann 1965 bei seinem Vorschlag, Max Klüver wieder zum Oberstudienrat zu befördern, diagnostiziert?

Es „ist eindeutig festzustellen, daß Herr K. kein ‚Nazi‘ mehr ist und daß auch seine ‚braune Vergangenheit‘ im Unterricht nicht durchschimmert. Im Gegenteil, Herr K. gehört zu den Menschen, die durch den Zusammenbruch ihrer weltanschaulichen Bindungen an den Nationalsozialismus menschlich gereift sind und dadurch zu ihrer eigenen Vergangenheit ein gefestigtes und kritisches Verhältnis gefunden haben.“64

Selbst Oberschulräte können sich irren.

Das Buch von Hans-Peter de Lorent: Täterprofile, Band 2, Hamburg 2017 ist in der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg erhältlich.

Anmerkungen
1 Personalakte Max Klüver, StA HH, 361-3_4605
2 Ebd. Siehe auch die Biografie Karl Züge, in: Hans-Peter de Lorent: Täterprofile, Bd. 1, Hamburg 2016, S. 385ff.
3 Alle Angaben laut Personalakte a.a.O.
4 Schreiben vom 17.10.1933, Personalakte a.a.O.
5 Schreiben vom 7.11.1933, Personalakte a.a.O.
6 Personalakte a.a.O.
7 Ebd.
8 Ebd.
9 Schreiben empfangen am 26.5.1941, Personalakte a.a.O.
10 Schreiben vom 29.3.1943, Personalakte a.a.O.
11 Personalakte a.a.O.
12 Personalakte a.a.O.
13 Schreiben vom 24.12.1943, Personalakte a.a.O.
14 Beurteilungszeugnis für Max Klüver von HJ-Gebietsführer Kohlmeyer vom 30.3.1937 in Klüvers Wehrmacht-Personalakte nach Auskunft der Deutschen Dienststelle der Wehrmacht in Berlin vom 18.10.2016.
15 Beurteilung durch Hauptmann Hermann Wahl vom 10.5.1938, ebd.
16 Beurteilung von HJ-Gebietsführer Petter vom 3.5.1938, ebd.
17 Alle Angaben laut Personalakte a.a.O.
18 Personalakte a.a.O.
19 Vermerk vom 16.12.1952, Personalakte a.a.O. Siehe auch die Biografie Hans Reimers in diesem Buch.
20 Ernennungsvorschlag vom 21.7.1953, Personalakte a.a.O.
21 In einem Schreiben an mich vom 4.4.2016.
22 Schreiben vom 5.10.1953, Personalakte a.a.O.
23 Schreiben vom 3.5.1954, Personalakte a.a.O.
24 Vermerk vom 10.5.1954, Personalakte a.a.O.
25 Personalakte a.a.O.
26 Befähigungsbericht vom 18.11.1963, Personalakte a.a.O.
27 Vermerk von OSR Brüggemann an Senator Dr. Drexelius vom 16.6.1965, Personalakte a.a.O.
28 Ebd.
29 Ebd.
30 Antrag vom 2.12.1967, Personalakte a.a.O.
31 Vermerk vom 8.12.1967, Personalakte a.a.O.
32 Ebd.
33 Personalakte a.a.O.
34 Vermerk von OSR Brüggemann vom 16.6.1965, Personalakte a.a.O.
35 Schreiben von Dr. Max Klüver vom 15.8.1984, Personalakte a.a.O.
36 Max Klüver: Die Adolf-Hitler-Schulen. Eine Richtigstellung, Plön 1981, S. 215.
37 Siehe Anmerkung 18.
38 Max Klüver: Den Sieg verspielt. Musste Deutschland den 2. Weltkrieg verlieren?, München 1981, S. 352.
39 Johannes Leeb: Wir waren Hitlers Eliteschüler. Ehemalige Zöglinge der NS-Ausleseschulen brechen ihr Schweigen. Hamburg 1998.
40 „Welt“ vom 27.2.1999.
41 Abgedruckt in: Max Klüver 1981, S. 196.
42 de.m.wikipedia.org
43 Klüver 1981, S. 34f.
44 Klüver 1981, S. 198.
45 Klüver 1981, S. 164.
46 Klüver 1981, S. 166.
47 Klüver 1981, S. 167.
48 Klüver 1981, S. 43.
49 Klüver 1981, S. 170.
50 Ebd.
51 Klüver 1981, S. 162.
52 Leeb 1998, S. 16f.
53 Hardy Krüger: „Von der Ordensburg nach Babelsberg.“ In: Leeb 1998, S. 62.
54 Hardy Krüger 1998, S. 63f.
55 Hardy Krüger 1998, S. 64f. Ausführlicher stellte Krüger seine Zeit in Sonthofen in seinem autobiografischen Buch dar: „Was das Leben sich erlaubt.“, Hamburg 2016.
56 Max Klüver: Den Sieg verspielt. Mußte Deutschland den 2. Weltkrieg verlieren?, München 1981.
57 Max Klüver: Den Sieg verspielt, a.a.O., S. 301.
58 Max Klüver: Den Sieg verspielt, a.a.O., S. 77.
59 Max Klüver: Es war nicht Hitlers Krieg, Essen 1993, S. 191f.
60 Max Klüver: Den Sieg verspielt, a.a.O., S. 9.
61 Ebd.
62 Ebd.
63 Max Klüver: Zeitgeschichtliche Betrachtungen, Essen 1994, S. 7f.
64 Vermerk von OSR Brüggemann an Senator Dr. Drexelius vom 16.6.1965, Personalakte a.a.O.
 

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Von Hamburger NS-Täter/innen, Profiteuren, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Zuschauer/innen ... Eine Hamburg Topografie.

Die Dabeigewesenen

Aufsätze

Erklärung zur Datenbank

Stand Dezember 2019: 789 Kurzprofile und 275 sonstige Einträge.

Diese Datenbank ist ein Projekt in Fortsetzung (work in progress). Eine Vollständigkeit ist niemals zu erreichen. Sie startete online im Februar 2016 mit rund 520 Profilen und mehr als 200 weiteren Einträgen und wird laufend ergänzt und erweitert werden. Wissenschaftliche Institute, Gedenkstätten, Universitäten und zum Thema forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können gern ihre erarbeiteten Profile in diese Datenbank stellen lassen.

Quellenangaben, die sich auf Webseiten beziehen, sind die zum Zeitpunkt der Recherche gefundenen. Sollten Sie veraltete Links oder Aktualisierungen bzw. Verschiebungen der Inhalte feststellen, freuen wir uns über Hinweise.

Vor etlichen Jahren hat die Landesszentrale für politische Bildung Hamburg die Stolperstein-Datenbank www.stolpersteine-hamburg.de ermöglicht und gibt seit rund zehn Jahren gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden unter der Projektleitung von Dr. Beate Meyer und Dr. Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung die Publikationsreihe „Stolpersteine in Hamburg, biografische Spurensuche“ heraus. Mit dieser Datenbank „Die Dabeigewesenen“ möchte die Landeszentrale für politische Bildung nun den Blick auf diejenigen lenken, die das NS-System stützten und mitmachten. Denn:

Eine Gesellschaft, die sich eine offene und freie Zukunft wünscht,
muss [...] über eine Kultur verfügen, die nicht auf dem Verdrängen
und Vergessen der Vergangenheit beruht.“ (Mario Erdheim Psychoanalytiker) 1)

Diese aktuell immer noch so wichtige Aussage bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt dieser Datenbank. Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten, z.B. als Karrierist/innen, Profiteur/innen, Befehlsempfänger/innen, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Täter/innen. Aber auch sogenannte Verstrickte, die z. B. nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden. Unter all diesen Dabeigewesenen gab es auch Menschen, die in keiner NS-Organisation Mitglied waren, die aber staatliche Aufträge - zum Beispiel als Künstler oder Architekt - annahmen und so von dem NS-System profitierten, im Gegensatz zu denen, die sich diesem System nicht andienten, deshalb in die Emigration gingen oder in Kauf nahmen, keine Karriere mehr zu machen bzw. kaum noch finanzielle Einnahmen zu haben.
Ebenso wurden solche Personen aufgenommen, die zum Beispiel vor und während der NS-Zeit den Idealen des Heimatschutzes und der Technik-Kritik anhingen und das NS-Regime dadurch unterstützten, indem sie staatliche Aufträge annahmen, die diesen Idealen entsprachen, da das NS-System solche Strömungen für seine Ideologie vereinnahmte.

Für die Datenbank „Die Dabeigewesenen“ wurden alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Medizin, Justiz, Bildung und Forschung, Verwaltung, Kirche, Fürsorge und Wohlfahrt, Literatur, Theater und Kunst, Wirtschaft, Sport, Polizei und parteipolitische Organisationen berücksichtigt.

„denn wir können (…) das ganze Phänomen des Mitmachens und des Ermöglichens, das ja in der NS-Zeit eine genauso große Rolle gespielt hat, wie die Bereitschaft, selbst aktiver Täter vor Ort zu sein - das alles können wir nur verstehen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Täterschaft noch viel genauer betrachten, als das bisher geschehen ist." 2)

In vielen Profilen wird der weitverbreitete Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus, gegenüber „seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur, seine Weltanschauung" 3) etc. deutlich. Und es zeigt sich, dass Menschen das NS-System stützten, indem sie z. B., ohne darüber nachzudenken und ohne zu hinterfragen, bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staats übernahmen.

Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, u. a. NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Diese Erkenntnis ist angesichts heutiger aktueller gesellschafts-politischer Entwicklungen von Bedeutung. In einem Interview zum Thema Fremdenfeindlichkeit bemerkte der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz auf die Frage, ob aus der Geschichte zu lernen sei. „Wir könnten schon. Wir könnten zum Beispiel lernen, dass der Fremde nicht schuld ist an dem Hass, der ihm widerfährt. Es scheint tatsächlich schwierig zu vermitteln zu sein, dass das Opfer nicht dafür verantwortlich ist, dass es totgeschlagen oder misshandelt wird. Juden werden nicht verfolgt, weil an ihnen etwas ist, was sie zu Opfern macht, sondern weil die Mehrheitsgesellschaft Opfer braucht, und zwar zur eigenen Identitätsstiftung. Zuwanderer, Fremde, Andersgläubige werden ausgegrenzt. Das stärkt das Selbstgefühl der Mehrheit.“ 4)

Mit der Datenbank soll eine Hamburg Topographie der „Dabeigewesenen“ entstehen, um somit konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar zu machen. Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben. Neben Personenprofilen sind auch Adressen von NSDAP-Organisationen und -Einrichtungen zu finden. Darüber hinaus gibt es für einzelne Stadtteile Einträge, die die NS-Aktivitäten im Stadtteil beschreiben. In der Datenbank kann nach Namen, Straßen, Bezirken und Stadtteilen gesucht werden, damit also auch nach den Wohnadressen und/oder Adressen der Arbeitsstätten (soweit recherchierbar). Durch Hinzuziehen der Stolpersteindatenbank (hier sind die Adressen der NS-Opfer aufgenommen, für die bisher Stolpersteine verlegt wurden) und der virtuellen Hamburg-Stadt-Karte (sie verzeichnet die Zwangsarbeiterlager und Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben) wird eindringlich deutlich, wie dicht benachbart Opfer und Dabeigewesene in Hamburg gelebt und gewirkt haben. Mit diesen Informationen ist es immer schwerer, die altbekannte Entschuldigung aufrecht zu erhalten; wir haben doch nichts davon gewusst.

In den vorgestellten Profilen liegt der Fokus auf Handlungen und Einstellungen zum NS-Regime. Privates wird nur erwähnt, wenn es für die Haltung zum NS-Regime von Relevanz ist. Recherchegrundlage für diese Datenbank waren bereits vorhandene wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dem Institut für Zeitgeschichte), Biographien, Sammelbände und Dissertationen zu Hamburg im Nationalsozialismus, aber auch in diversen Fällen Entnazifizierungsakten und andere Akten und Dokumente, die im Staatsarchiv Hamburg zur Verfügung stehen. Für die Adressenrecherchen wurden die digitalisierten Hamburger Adressbücher von 1933 bis 1943 der Staats- und Universitätsbibliothek genutzt. Trotz größter Sorgfalt beim Zusammentragen der Daten, ist es dennoch möglich, dass Schreibweisen von Namen variieren und Lebensdaten fehlerhaft sind. In den Profilen und den Beschreibungen der Funktionen sowie des „Wirkens“ des Dabeigewesenen konnte nicht komplett auf das NS-Vokabular – der Sprache der Täter – verzichtet werden, dennoch wurde versucht, diesen Anteil gering zu halten und neutralere Umschreibungen zu finden.
Die meisten der aufgeführten Personen wurden schnell nach Kriegsende durch die Entnazifizierungsstellen als entlastet eingestuft, sie mussten sich selten vor Gericht verantworten oder sie wurden aufgrund von Verjährung ihrer Taten nicht juristisch verurteilt. So stellt Can Bozyakali in seiner Dissertation z. B. zum Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht fest, dass auch in Hamburg bis Anfang der 1950er Jahre 63% aller Justizjuristen, die am Sondergericht tätig gewesen waren, wieder in den Justiz-Dienst eingestellt wurden. „[…] anhand dieser Werte [kann] von einer ‚Renazifizierung‘ gesprochen werden.“ 5)

Dr. Rita Bake, Dr. Brigitta Huhnke, Katharina Tenti (Stand: Anfang 2016)

1) Mario Erdheim: „I hab manchmal furchtbare Träume … Man vergißts Gott sei Dank immer glei...“ (Herr Karl), in: Meinrad Ziegler, Waltraut Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien 1993.
2) Wolfram Wette: Deutschlandfunk-Interview am 20.11.2014, anlässlich seines neuen Buches: „Ehre, wem Ehre gebührt. Täter, Widerständler und Retter - 1933-1945“, Bremen 2015.
3) Raphael Gross: Anständig geblieben. Frankfurt a. M.  2010, S. 17.
4) Wolfgang Benz: „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlimmer wird". Der Historiker Wolfgang Benz über die lange Geschichte der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – und was neu ist an den Pegida-Märschen. Interview: Markus Flohr und Gunter Hofmann, in ZEIT online vom 21. Dezember 2015. www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/wolfgang-benz-pegida-antisemitismus-fremdenfeindlichkeit
5) Can Bozyakali: Das Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht: Eine Untersuchung der NS-Sondergerichte unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Verordnung gegen Volksschädlinge, Frankfurt/ Main 2005, S. 235.

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