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Armin Clasen

(15.9.1890 Neunkirchen/Kreis Ziegenhain – 22.8.1980)
Lehrer Volksmusikschule, Schulleiter Barmbeker Straße 30, Heimatforscher
Wohnadesse: Schlankreye 19 (1938)
Namensgeber für: Armin-Clasen-Stieg , Eppendorf (1982)
Fuhlsbüttler Straße 756, bestattet auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Prominentenliste, Grab, R 14, 238

Armin Clasen war ein vielseitig interessierter, streitbarer und zielstrebiger Mensch. In der NS-Zeit strebte er nach Anerkennung, nachdem er sich vorher mit dem von ihm als „Kulturdiktator“ bezeichneten VHS-Direktor Heinrich Haselmayer bekriegt hatte, der Clasens Werk, die Volksmusikschule, einverleiben wollte. In der Schule gebärdete sich Clasen als stellvertretender Schulleiter nach Aussagen einiger Mitglieder des Kollegiums als strammer Nationalsozialist. Im Krieg machte er Karriere als Stabsintendant und biederte sich bei Senator Karl Witt für eine Nachkriegskarriere im Schuldienst an.

Als Heimatforscher erwarb er sich im Alter Meriten, so dass in Hamburg eine Straße nach ihm benannt wurde.

Armin Clasen wurde am 15.9.1890 in Neunkirchen, Kreis Ziegenhain, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Hamburg absolvierte Clasen das Lehrerseminar in der Binderstraße , wo er am 4.2.1911 die Lehrerabschlussprüfung bestand. Nach der zweiten Prüfung zur Festanstellung als Volksschullehrer in Hamburg am 4.5.1914 wurde er am 13.3.1915 an der Schule am Lehmweg fest angestellt. Faktisch stand Clasen dem Lehrerdienst allerdings nicht zur Verfügung. Er war seit 1914 als Freiwilliger im Kriegsdienst an der Westfront, bald befördert zum Unteroffizier und Vizefeldwebel, verwundet schon am 18.9.1914. Er wechselte dann 1916 in den Nachschub- und Versorgungsdienst, in das Feldmagazin und blieb bis Ende des Krieges 1919 als Feldmagazininspektor an der West- und Ostfront.

Zurück im pädagogischen Leben unterrichtete er an der Schule Burgstraße und ab 1924 an der Barmbecker Straße 30. [1]

Seine Leidenschaft galt der Musik. Clasen engagierte sich insbesondere in der Volksmusikschule in Hamburg, deren künstlerischer Leiter er war. Und Clasen sichert eden Fortbestand in schwierigen ökonomischen Zeiten. Nach dem Rücktritt des Geschäftsführers erfolgte am 31.8.1923 ein Hilferuf der Volksmusikschule an Schulsenator Emil Krause: „Die fortschreitende Geldentwertung verlangt dauernde Umrechnung des Schulgeldes und der Gehälter. Herr Clasen, der künstlerische Leiter der Schule, hat Tag und Nacht gearbeitet, um der Unordnung Herr zu werden. Er ist der einzige, der den ganzen Betrieb genau kennt. Nun ist er am Rande seiner Kraft. Wir müssen ihn uns aber notwendig für die Volksmusikschule erhalten, sonst droht ihr Gefahr. Das Kuratorium bittet daher die Oberschulbehörde, Herrn Clasen vorläufig von der Schule zu befreien, damit er sich ganz dem jungen Unternehmen widmen kann." [2]

Die Schulbehörde genehmigte eine vorübergehende zeitliche Befreiung. 1926 absolvierte Armin Clasen die Prüfung als Musiklehrer an höheren Schulen, ohne in diesen Bereich zu wechseln.

Am 12.7.1922 heiratete Armin Clasen die Tochter des SPD- Bürgerschaftsabgeordneten und späteren Senators Paul Weinheber, Käthe, mit der er 1924 und 1927 zwei Kinder bekam. Käte Clasen, ausgebildete Lehrerin, widmet sich der Kindererziehung und konnte auch nach 1933 als sogenannte „Doppelverdienerin" nicht in ihren Beruf zurückkehren.

Armin Clasen war auf vielen Feldern unermüdlich tätig. Später, 1945, als es um die Würdigung der Person Armin Clasen aus dienstlicher Sicht ging, beschrieb Schulrat Gustav Schmidt ihn als „tüchtigen Verwaltungsbeamten und sehr fleißigen Arbeiter". Er bemerkte aber auch: „Ein gewisser Stolz und ein etwa stark ausgeprägter Ehrgeiz sind nicht zu verkennen. Daher mag es kommen, daß er von manchen Mitarbeitern nicht günstig beurteilt wird." [3]

Armin Clasen wurde nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten am 18.11.1935 stellvertretender Schulleiter seiner bisherigen Schule Barmbecker Straße 30. Er war zu diesem Zeitpunkt noch nicht NSDAP-Mitglied, allerdings seit 1933 im NSLB und seit 1935 in der NSV. [4]

Ein Grund für seine bisherige Distanz zur NSDAP war sicherlich die Auseinandersetzung, die er mit dem egomanischen neuen Leiter der Hamburger Volkshochschule, Heinrich Haselmayer, hatte. Und auch der Umgang der Nationalsozialisten mit der Volksmusikschule, die wesentlich von Armin Clasen geprägt worden war, hatte offenbar für eine Zurückhaltung gegenüber der NSDAP gesorgt. In einem Schreiben an die Schulverwaltung vom 14.6.1945, in dem Clasen sich nach sechsjährigem Kriegsdienst um eine Schulleitungsstelle bewarb, schrieb er: „Es erwuchs mir die schwierige Aufgabe, die Volksmusikschule (VMS) 1933 in das neue Regierungssystem überzuleiten. Wie viele andere hatte auch ich die Hoffnung, dass ein einiges nationalsozialistisches Deutschland für die Sache der Volksmusik eine weit breitere Grundlage bieten müsste als das im Parteienkampf erlegene Reich. Demgemäss stellte ich die VMS mit ihren Einrichtungen gläubigen Herzens der neuen Macht zur Verfügung. Die Enttäuschung kam schnell und gründlich. Die neue Staatsverwaltung strich sofort den von der Bürgerschaft stets grosszügig gewährten nicht unerheblichen Staatszuschuss. Den Versuch einer Fachorganisation, die VMS im Wege der ‚Gleichschaltung‘ mit Vermögen und Einrichtung überzuschlucken, konnte ich durch rücksichtsloses Eingreifen im letzten Moment abwehren. Verhandlungen mit der Hitler-Jugend wegen Beteiligung an der VMS verliefen völlig im Sande, weil die Anschauungen über das Wesen der Volksmusik zu weit auseinander gingen. Versuche der Musikprominenten des NSLB, der Herren Häfeker und Treutler, in der VMS Fuß zu fassen, scheiterten, weil ihre hochgesteckte Programmatik in zu krassem Widerspruch stand zu ihren musikalischen Leistungen, auf deren Niveau die VMS unmöglich herabsteigen konnte." [5] Hier wurde deutlich, in welche Kämpfe sich Armin Clasen selbstbewusst begeben konnte.

Und über seine Erfahrungen mit Heinrich Haselmayer, einem jungen despotischen „alten Kämpfer der NSDAP" schrieb Clasen: „Verhandlungen mit dem damaligen Leiter der Volkshochschule, Dr. Haselmayer, führten ebenfalls zu tiefgehenden Differenzen. Als ich mich einer Vergewaltigung der VMS durch ihn entgegenstellte, schwor Dr. Haselmayer, der Volksmusikschule und mir ‚das Genick zu brechen‘. Ich habe mich damals über ihn bei der Gauleitung der NSDAP beschwert. Der Erfolg wäre sehr zweifelhaft gewesen; die Sache fand vor einer Entscheidung ihre Erledigung durch das sang- und klanglose Verschwinden des Dr. H., der anderer Vorfälle wegen inzwischen für seine Partei untragbar geworden war. Es blieb nichts übrig, als die VMS aufzulösen, wobei es allerdings gelang, einen erheblichen Teil der Lehrer und Schüler die Volkshochschule zu überführen. Ich habe mich dann, obgleich ich die Prüfung für Musiklehrer an höheren Schulen abgelegt hatte, völlig abgewandt von Musikausübung und Musikforschung und meine bereits 1920 begonnenen heimatsgeschichtlichen Studien bis zu Beginn des Krieges energisch fortgeführt." [6]

Dass Armin Clasen nicht als Nachfolger von dem an seiner Schule pensionierten Schulleiter Heinrich Gechter vorgeschlagen wurde, erklärte er damit, dass „dem meine Stellung zur NSDAP wegen meiner Kämpfe mit Dr. Haselmayer wohl problematisch erschien." [7]

Armin Clasen war nicht nur in dieser Zeit eine kampfbereite, extrovertierte, selbstbewusste und auch eitle Person. Die erbitterte Auseinandersetzung mit Haselmayer, der als Träger des goldenen Parteiabzeichens aufgrund seines frühzeitigen Eintritt in die NSDAP und des großen Rückhalts bei dem ihm freundschaftlich verbundenen Reichsstatthalters und Gauleiters der NSDAP in Hamburg, Karl Kaufmann, war für Clasen sinnbildlich auch ein Kampf mit „der Partei". In einem dreizehnseitigen Schreiben, mit dem er sich am 6.2.1947 um Rehabilitierung bemühte, beschrieb er in einem Abschnitt „Kampf gegen Missstände in Partei und Staat" den Konflikt mit Haselmayer und der von ihm vertretenen Kulturpolitik genauer, auch mit der Intention, sich in ein günstiges Licht zu rücken:

„Ein Großteil der Fehden galt dem Kulturdiktator von Hamburg, dem neu ernannten Direktor der Volkshochschule, Dr. Haselmayer, einem brutalen und zu Gewalttätigkeiten neigenden Menschen, der in der Wahl seiner Mittel nicht zauderte und bei dieser Gelegenheit die Faust zeigte. Seinen Projekten auf Propagierung des Partei-Komponisten Richard Wagner widersetzten wir uns in langen Debatten. Unser Eintreten für Hindemith, der mit einer Jüdin verheiratet war, verargte er uns schwer. Die VMS führte am 8. und 10. Mai 1933 Hindemiths ‚Plöner Musiktag‘ auf. Ich hatte Haselmayer eingeladen, der aber nicht erschien. Die Aufführung ist zu einem Ehrentag hamburgischer Jugendmusik geworden. Hindemith war anwesend, geriet selbst so in Begeisterung, dass er erst eines seiner Bratschenkonzerte spielte und dann zum Taktstock griff, um selbst die Plöner Musik zu dirigieren. Ich hatte vorher eine programmatische Ansprache gehalten und gesagt: ‚Diese Aufführung der VMS ist ein Bekenntnis zu dem Menschen und den Musikanten Hindemith‘“. [8]

Clasen berichtet, gegenüber Haselmayer scharf geworden zu sein: „Seiner VHS widmete ich die folgende kritischen Worte: ‚Ebenso laufen bei Ihnen noch so viele abgestandene Dinge, die im zweiten Reich sich schon überlebt hatten.‘ Ich kritisierte, dass einer seiner Dozenten der VMS endlich Wagner näher bringen wollte. ‚Dazu sind wir der Meinung, dass die ganze Wagner-Hochflut nur aus seinem deutsch- heldischen Stoffgebiet herkommt.‘"

Und letztlich: „Nachdem dann Haselmayer aktiv durch Verbote in die Arbeit der VMS eingriff, habe ich am 17.8.1935 Beschwerde über ihn bei der Gauleitung Hamburg eingelegt. Ich erklärte, die VHS sei nicht imstande, die VMS-Arbeit durchzuführen. Die auf einseitiges Diktat des H. aufgebauten Maßnahmen wurden kritisiert und um Schutz gegen Haselmayers Drohungen gebeten. Wir haben nicht die Absicht, Prellbock zwischen verschiedenen Kulturorganisationen des Dritten Reiches zu sein. Wir sehen in Herrn Dr. H nicht den geeigneten Mann, eine Volksmusikarbeit auf lange Sicht aufzubauen." [9]

Das Problem mit Heinrich Haselmayer erledigte sich für Armin Clasen, sehr zu seinem Wohlgefallen: „Haselmayer hielt, sinnlos betrunken, in Holland eine unmögliche Rede und wurde von seiner Partei kaltgestellt." [10]

Das war im Mai 1936.

Armin Clasen hatte seinen Arbeitsschwerpunkt von der Musik auf die „Heimatsgeschichte" verlagert. Am 7.11.1936 wurde er vom „Präsidenten der Kultur-und Schulbehörde", Karl Witt, aufgefordert, in der Vereinigung „Niederdeutsches Hamburg" mitzuarbeiten. Clasen war geschmeichelt und nutzte die Gelegenheit, einerseits seine Kompetenzen und erfolgreichen Arbeitsfelder auszubreiten und andererseits noch einmal darzustellen, dass er sich zu wenig wahrgenommen fühlte. „Mein bisheriges Fortbleiben beruht auf einem nicht ganz unbegründeten Gefühl, dass meine Arbeit der Behörde aus einem mir nicht bekannten Grunde gleichgültig ist", wie er in seinem Antwortschreiben an Präsident Karl Witt formulierte. [11] Und Clasen zeigte auch gleich auf, worin er eine entsprechende Würdigung und Anerkennung sehen würde: „Ich habe von einem zum andern Male auf eine Ernennung zum Mittelschullehrer gehofft, umso mehr, als die Behörde mehrfach zu erkennen gab, dass wissenschaftliche Befähigung dazu Voraussetzung sei." Und dann nannte er seine Tätigkeiten in der Schule: „Stellvertretender Schulleiter, Luftschutzleiter, Schulturnwart und Schulfunkwart." Clasen wies auf seine umfangreichen heimatsgeschichtlichen Aktivitäten und Veröffentlichungen hin: „Ich darf dabei bemerken, dass ich seit Jahren jede freie Stunde – auch die Ferien – zu Archivstudien und vor- und frühgeschichtlichen Untersuchungen benutzt habe."

In der Erwägung, dass ihm die Auseinandersetzung mit dem Egomanen Haselmayer den Ruf zerstört haben könnte, vermerkte er noch: „Während meiner Tätigkeit an der Volksmusikschule habe ich mit vielfachen Widerständen zu tun gehabt. Es ist nicht meine Art, in Dingen, die ich für den nationalsozialistischen Staat für richtig und wichtig halte und die in seiner Organisationen ihren Platz zugewiesen erhalten haben, Kompromisse zu schließen oder gegen meine Überzeugung das Feld zu räumen. Ich habe mir dadurch manche Gegnerschaft zugezogen. Wenn auch Zeit und Entwicklung mir in allen Dingen Recht gegeben haben, so könnte es doch leicht möglich sein, dass etwas an mir hängen geblieben ist, worüber ich nicht orientiert bin."

Schulrat Kurt Holm wurde um Stellungnahme gebeten. Am 22.1.1937 vermerkte er: „Mir ist die Arbeit von Herrn Clasen durchaus bekannt. Seiner besonderen Befähigung wegen habe ich verfügt, ihn als Lehrer für die Jahnschule zu gewinnen. Leider zerschlugen sich damals die Verhandlungen. Zum Mittelschullehrer ist Herr Cl. nicht ernannt worden, da er weder eine Oberbauklasse führte, noch die Mittelschullehrerprüfung abgelegt hatte, noch politisch sich besonders für die NSDAP einsetzte. Ich halte ihn für einen tüchtigen Lehrer und einen Menschen mit Idealen, der sich auch außerhalb der Schule betätigt und einsetzt. Leider haben nicht alle Lehrer, die wie zum Beispiel auch Herr Cl. charakterlich und leistungsmäßig dazu befähigt waren, zu Mittelschullehrern ernannt werden können." [12]

Es wurden weitere Stellungnahmen eingeholt: So etwa von Prof. Rudolf Schmidt, Schulleiter der Oberrealschule Eppendorf, einem führenden Vertreter der Vereinigung Niederdeutsches Hamburg. Er urteilte: „Armin Clasen ist ein tüchtiger Volksschullehrer. Über seine Berufstätigkeit hinaus hat er seit Jahren auf dem Gebiet der heimatlichen Geschichte gearbeitet u. z. mit dem Erfolg, dass er für flurgeschichtliche Untersuchungen und für die Geschichte der Hamburger Klosterdörfer anerkannt erster Fachmann ist. Niemals hat Herr Clasen andere als ideelle Ziele verfolgt oder erstrebt." Und er führte weiter aus: „Ich weise auf diese Zusammenhänge hin, weil sie von grundsätzlicher Bedeutung sind. Soll das niederdeutsche Hamburg seine Aufgaben erfüllen, dann müssen die Männer, die die wissenschaftlichen Grundlagen für die kulturelle Arbeit schaffen, wissen, dass die Behörden hinter ihnen stehen und dass Sie sich für die Nutzung des von jenen – wie ich nochmals betone – aus ideellen Gründen Geschaffenen einsetzen. Die gleiche Abneigung gegen heimatkundliche Arbeiten lässt sich auch bei Druckwerken feststellen, wie ich bei Besprechungen mit Kreisleiter Haase mehrfach hervorgehoben habe. Diese Gefahren sehe ich, auf ihre Folgen hinzuweisen halte ich für eine Pflicht als Vorsitzender der Gruppe. ‚Heimatliche Geschichte‘, und ich betone zum Schluss, dass ich diese Angelegenheit als solche aufgenommen habe, nicht etwa als Schulleiter gegenüber meiner Behörde. Unter Hinweis auf das beigefügte Zeugnis von Prof. Dr. Reincke bitte ich die Vereinigung Niederdeutsches Hamburg, die Kultur- und Schulbehörde auf die hier aufgewiesenen Tatsachen hinzuweisen, damit diese erwägen kann, ob eine Änderung der bisherigen Einstellung zu Männern wie Armin Clasen notwendig ist oder nicht." [13]

Auch der Direktor des Staatsarchivs, Professor Reincke, verwandte sich für Clasen:   „Armin Clasen ist mir näher bekannt, seine Arbeit als Heimat- und Volkstumsforscher schätze ich sehr hoch. Er ist gewissenhaft, methodisch sauber und klar in seinen Zielen. Seinen flurgeschichtlichen Beitrag zum Stormarner Heimatbuch finde ich ganz ausgezeichnet und in manchem richtungsweisend. Ich halte ihn für einen der Besten in der Volkstumsarbeit und würde mich sehr freuen, wenn er an der grossen Aufgabe des Niederdeutschen Hamburg beteiligt würde." [14]

Damit war der Bann gebrochen. Clasen fühlte sich angenommen und arbeitete mit. Kurz darauf trat er mit Wirkung vom 1.5.1937 in die NSDAP ein. [15]

In den Zeiten monatelanger Krankheit des Schulleiters in der Barmbecker Straße 30 übernahm er die Schulleitungsaufgaben.

Wer von sich schrieb, „seit Jahren jede freie Stunde - auch die Ferien - für Archivarbeit und frühgeschichtliche Untersuchungen benutzt zu haben“, musste anderswo Abstriche machen. Am 30.9.1938 wurde die Ehe Armin Clasens mit Käthe Clasen geschieden. Clasen teilte dieses seiner vorgesetzten Behörde mit. Er gab dazu sogar eine erläuternde Erklärung ab und bekannte, „dass meine Ehe nach wenigen Jahren ihren inneren Halt verlor, weil unsere Interessengebiete immer gegensätzlicher wurden und wir uns immer weiter auseinanderlebten. Wenn trotzdem die Ehe so lange aufrechterhalten wurde, so geschah es, unter beidseitigen starken Bemühen, der Kinder wegen, die jetzt groß und vernünftig geworden sind. Nach außen bot die Ehe jederzeit ein einwandfreies Bild. Meine geschiedene Frau vermeinte aber, auf die Dauer den seelischen Anforderungen einer Scheinehe nicht gewachsen zu sein. Ich habe es deshalb für fair und richtig gehalten, in eine Scheidung einzuwilligen, zumal es der dringende Wunsch meiner geschiedenen Frau ist, baldmöglichst ihren alten Beruf als Lehrerin wieder aufnehmen zu können." [16]

Im ebenfalls in der Personalakte vorliegenden Scheidungsurteil las es sich ganz anders. Käthe Clasen hatte die Klage eingereicht: „Die Klägerin begehrt die Scheidung der Ehe. Sie behauptet, der Beklagte verweigere ihr seit zehn Jahren den ehelichen Verkehr ohne triftigen Grund." Und auf der anderen Seite: „Zur Begründung der Widerklage trägt er vor, dass die Klägerin den Haushalt vernachlässigt habe und geistigen Interessen nachgegangen sei. Sie sei unsauber und unpünktlich, so dass er die Mahlzeiten häufig selbst habe herrichten müssen. Auch habe sie für die Instandhaltung seiner Kleidung nicht ausreichend gesorgt." [17]

Scheidungsurteile haben ihren eigenen Hintergrund und sind für persönliche Charakterisierungen nur von begrenztem Wert. Auffällig war nur, dass und wie Armin Clasen dies gegenüber der Schulverwaltung darstellte, ganz im Gegensatz zu dem tatsächlichen Streit. Das Thema sollte noch eine Rolle spielen im Entnazifizierungsverfahren. Zumindest erschütterte Clasen mit seinem Schreiben an die Schulverwaltung und dem anschließend dokumentierten Urteil seine Glaubwürdigkeit, wie ernst seine Aussagen zu nehmen waren. Der Bürgerverein Süd-Winterhude beschrieb ihn zu seinem 80. Geburtstag und charakterisierte ihn so: „Er gräbt, wo er kann, die Wahrheit zu ergründen. Er liebt keine Halbheiten, er ist ein Feind von Verschwommenheiten." [18] War er das?

Armin Clasens Leben war auf der Erfolgsspur. Seit 1935 bereitete er sich auf eine mögliche Karriere als Zahlmeister bei der Wehrmacht vor. Am 16.12.1935 wurde er zu einer einwöchigen Übung des Heeresverpflegungsamtes eingeladen und erhielt Beurlaubung. [19] Am 13.4.1937 teilte er der Schulverwaltung mit, er sei als Zahlmeister der Reserve aufgestellt worden. Am 14. September 1938 kam der Gestellungsbefehl für eine Reserveübung beim Heeresverpflegungsamt, Urlaub für drei Tage vom 29.9. bis zum 1.10.1938. Der Nachschub für den bevorstehenden Krieg wurde vorbereitet. Im letzten Vierteljahr sollte es eine fünfwöchige Übung für Armin Clasen geben, die genehmigt wurde. [20] Zu Kriegsbeginn wurde Armin Clasen eingezogen. 1939 Zahlmeister, 1940 Oberzahlmeister, 1941 Stabszahlmeister, 1944 Stabsintendant. Zwischendurch wurde er noch kurz vor dem Krieg mit der Beförderung zum Mittelschullehrer belohnt. [21]

Oberzahlmeister Clasen schien mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein. Am 31.3.1940 schrieb er an den Präsidenten der Schulverwaltung, „Pg. Witt", wie er extra vermerkte, jetzt ja selbst Pg., aus der gemütlichen Stelle des Oberzahlmeisters. Er bedankte sich für die Verleihung des „Treuedienst-Ehrenzeichens", das zum 25. Dienstjubiläum überreicht wurde. Und: „Mein besonderer Dank gilt ferner der im Herbst erfolgten Ernennung zum Mittelschullehrer". Wie sehr Clasen sich anerkannt fühlte, drückte er so aus: „Es drängt mich doch, auch Ihnen persönlich, Herr Präsident, ausdrücken zu dürfen, welch große Freude und tiefe Befriedigung die Ernennung in mir ausgelöst hat. Ich werde die Anerkennung, die in ihr liegt, in vollem Maße zu würdigen wissen und sie als eine Verpflichtung auffassen, nicht nur meine ganze Kraft fernerhin der Schularbeit zu widmen, sondern darüber hinaus nach glücklichem Abschluss des Krieges meine heimatkundlichen Arbeiten in verstärktem Maße fortzusetzen." Und weiter: „Seit über sieben Monaten stehe ich bereits wieder im Dienste der Heeresverwaltung. Ich muss gestehen, dass ich, so wie ich im Frieden ganz der Schul- und Kulturarbeit gehöre, mich im Kriege wieder mit Leib und Seele als Soldat fühle. Es ist uns alten Kriegern eine restlose Befriedigung, dass man uns wieder gebrauchen kann. Wir stehen unseren Mann wie die Jüngsten; ja, wir dürfen wohl sagen, dass in der Heeresverwaltung ein großer Teil der reibungslosen Arbeit erst durch unsere Erfahrung so gut gerät."

Stolz führte Armin Clasen gegenüber Pg. Witt aus, wie er sich auf verschiedenen Feldern qualifizierte: „Leiter der Personalabteilung, Ausbildung des Nachwuchses". Hier sollten Weichen für die Zeit danach gestellt werden. [22]

Im Krieg, am 24.6.1941 heiratete Armin Clasen wieder, Anna Maria Arfmann, geboren 1914. Mit ihr bekam er drei Kinder, 1941,1942 und 1943. Für Versorgung war offenbar gesorgt. [23]

Der Krieg war vorbei. Am 9.5.1945 wurde Armin Clasen aus der Wehrmacht entlassen. Das nächste Schreiben ging am 14.6.1945 nicht an den Präsidenten, Pg. Witt, sondern an die neue Schulverwaltung Hamburg. Clasen beschrieb, welche Kompetenzen er im Kriegsdienst erworben hatte. Er könne sich vorstellen, wegen seiner erweiterten Verwaltungserfahrung eine Schulleitung zu übernehmen. En passant erklärt er noch, dass seine Stellung zur NSDAP wegen seiner Kämpfe mit Dr. Haselmayer wohl problematisch erschien. Und: „Nun, wo die deutsche Schule in tiefster Not wieder von vorn anfangen muss, deutsches Geistesleben aus den Trümmern aufzurichten, drängt es auch mich, der ich der Schularbeit solange ferngestanden habe, meine Kräfte voll einzusetzen. Der Wunsch, dass mir die Schulverwaltung die Leitung der Schule Barmbecker Straße 30 anvertrauen möge, falls deren Neubesetzung ins Auge gefasst wird, entspricht nicht nur dem Umstände, dass ich zur Zeit der dienstälteste der an der Schule wirkenden Lehrer und der einzige mit Fachexamen für die höhere Schule und in der Stellung eines Hauptschullehrers bin, sondern auch, wie ich mir vorstehend auszuführen erlaubte, dem Bestreben, eine festere Verankerung meiner heimatkundlichen Arbeiten in einer Schulgemeinde zu erreichen, wo ich erhoffe, dass mir die im Heeresdienst gesammelten Verwaltungserfahrungen bei der Verwaltung einer Schule zugute kommen werden." [24]

Gustav Schmidt, wieder eingesetzter Schulrat, nachdem er von den Nazis abgesetzt worden war, vermerkte: „Über seine Eignung als Schulleiter muss ich noch Erfahrungen sammeln." [25]

Fritz Köhne, auch nach dem Krieg für das Volksschulwesen verantwortlich, entschied, am 5.8.1945, Clasen zum 6.8.1945 als Schulleiter in der Barmbecker Straße 30 einzusetzen. Gustav Schmidt begutachtet Clasen am 11.9.1945. Er schrieb: Clasen „ist nicht mehr und nicht weniger Nationalsozialist gewesen als der Durchschnitt der Lehrer". [26]

Die Wolken über Armin Clasen wurden dunkler. Ein Nachbar von Clasen in der Schlankreye 19 in Eimsbüttel, W. Hinrichs, belastete ihn schwer. Hinrichs regte sich auf über Clasens Verhalten und Äußerungen  gegenüber der Mutter von Clasens ehemaliger Frau nach dem Tod ihres Vaters, dem früheren sozialdemokratischen Senator  Weinheber: „Dass der Clasen eine innerliche Einstellung zur NSDAP besessen hat oder vielleicht noch besitzt, ergibt sich aus folgendem Vorfall: Frau Weinheber bezog nach dem Tode ihres Mannes eine ganz geringe Pension. Die geschiedene Frau Clasen nahm ihren Beruf als Lehrerin wieder auf. Als sie später ihre feste Anstellung als Lehrerin betrieb, stellte es sich heraus, dass ihr Vater, Herr Weinheber, nicht rein arisch war, weshalb sie den Schuldienst wieder aufgeben musste. Bei dieser Feststellung gab Herr Clasen seiner Entrüstung darüber mit den Worten Ausdruck, ‚Man müsste der Frau Weinheber die gesamte Pension nehmen.‘ Als Sippenforscher sieht diese Einstellung doch zu sehr nach den nationalsozialistischen Grundsätzen aus." Und weiter: „Mich selbst wollte er anlässlich einer Differenz in Luftschutzfragen vor ein Parteigericht bringen. Auch dieser Vorfall beleuchtet den Charakter dieses Mannes und seine gläubige Einstellung zur Partei. Ferner waren doch die Bestrebungen der NSDAP, wie jeder denkende Mensch wusste, auf einen Krieg gerichtet, wozu Herr Clasen sich bereits lange vor dem Kriege als Zahlmeister freiwillig gemeldet und in welcher Eigenschaft er hier in Hamburg auch wohl gute Dienste geleistet hat." [27]

Gustav Schmidt reagierte skeptisch auf Hinrichs Vorwürfe. Er schrieb: „Was sein  Miteinwohner Herr Hinrichs aus dem Hause Schlankreye aufführt, ist in meinen Augen belanglos. Clasens Ehe wurde 1938 im beiderseitigen Einverständnis geschieden. Wenn aus der Verärgerung dieser Zeit noch etwas nachgeblieben ist, dann soll man sich solche von Herrn Hinrichs angeführte Äußerung über Clasens Schwiegermutter jetzt nach mehreren Jahren nicht noch auf die Waagschale legen. Was im Luftschutzkeller zwischen Hinrichs und Clasen vorgefallen ist, ist nicht zu klären, da der Briefschreiber leider seinen Brief als ‚vertraulich‘ bezeichnet hat und ich darum Clasen zu den einzelnen Punkten nicht hören darf. Ich bin nicht geneigt, auf diese einseitigen Bemerkung eines Hausgenossen, dem anscheinend wenig Tatsächliches zugrunde liegt, etwas gegen Herrn Clasen zu unternehmen oder meine Meinung über ihn zu ändern." [28]

Senator Landahl vermerkte dazu am 12.9.1948, dass Hinrichs und Clasen miteinander konfrontiert werden sollten. Gustav Schmidt antwortete darauf, dass Hinrichs sein Schreiben vertraulich behandelt wissen wollte. Schmidt hielt die Sache damit für abgeschlossen (15.9.1945). Landahl schrieb: „Einverstanden", 18.9.1945. [29]

Nachbar Hinrichs zeigte sich mit dem Umgang seines Schreibens zur „Angelegenheit des früheren Parteigenossen A. Clasen" nicht einverstanden. Er erwarte „eine völlige Bereinigung" [30] tatsächlich, Senator Landahl führte selbst ein Gespräch mit W. Hinrichs, konnte dabei die meisten Beschwerdepunkte beilegen, „bis auf den einen, dass Clasen dem Hinrichschen Ehepaar mit einer Anzeige gedroht hat und Unterschriften in der Hausgemeinschaft gegen das Ehepaar gesammelt hat“. [31]

Ergebnis: „Clasen wird vorläufig nicht als Schulleiter bestätigt, er wird weiter beobachtet werden. Hinrichs hat sich mit dieser Regelung zufriedengegeben." [32]

Gravierender noch die Erkenntnisse des Beratenden Ausschusses, der am 14.12.1946 empfahl, Clasen als Schulleiter nicht weiter zu beschäftigen. In der Begründung wurde ausgeführt: „Es wird trotz der oben angeführten Dinge empfohlen, ihn nicht in diesem Amte zu belassen, weil Mitglieder seines Kollegiums übereinstimmend aussagen, dass C. Aktivist gewesen ist. So sagt zum Beispiel Fräulein Lau aus: ‚Wir haben alle das Gefühl gehabt, dass er Nazi war. Er hat mich 2 Std. energisch bearbeitet, in die Partei einzutreten.‘ Er behauptet jetzt, er wäre dazu als Schulleiter verpflichtet gewesen. Fräulein Weihrauch sagt aus, ‚dass die allgemeine Meinung gewesen wäre, dass man sich vor C in Acht nehmen müsse. Er habe zum Beispiel die jüdische Rasse scharf und hässlich nachgeahmt. Er war aktiver Nazi und ist es in seinem Herzen noch. Er ist heute noch in seinem Sprechen gegen die Engländer eingestellt.‘ Fräulein Heller sagt aus: ‚C habe 1938 die Kollegen durch Mädchen überwachen lassen, ob sie den Hitler-Gruß erweisen‘. Unter dem Eindruck dieser Aussagen, die sich anscheinend beliebig vermehren lassen (es wird zum Beispiel auf das Ehepaar Kiel hingewiesen) empfiehlt der Beratende Ausschuss, C. nicht weiter als Schulleiter zu verwenden.“ [33]

Armin Clasen führte einen seitenlangen Kampf für seine Rehabilitierung. Am vorläufigen Ende der Auseinandersetzung erklärte Clasen am 13.2.1947: „Ich verzichte deshalb auf einen Einspruch und bitte Sie, bevor eine Entscheidung der Schulverwaltung ergeht, mich des Amtes des Schulleiters der Schule Barmbecker Straße 30 zu entheben und mir in einer anderen Schule die Führung einer Klasse anzuvertrauen." [34]

Und Gustav Schmidt gegenüber: „Ihnen, sehr verehrter Herr Schulrat, darf ich für die sachliche Erledigung dieser Angelegenheit und für die stete Förderung, die Sie meiner Wirksamkeit als Schulleiter wie meiner heimatkundlichen Interessen entgegenbrachten, meinen tiefen und aufrichtigen Dank sagen."

Dennoch ließ Clasen nicht locker. Er konnte Leumundszeugnisse vorbringen. Auch sein ehemaliger Schulleiter an der Barmbecker Straße 30, Albert Stübs, verwendete sich für ihn und versuchte die Aussagen der Kolleginnen zu entkräften. [35] Aber auch der Fachausschuss unter Leitung von Friedrich Wilhelm Licht lehnte den Einspruch Clasens ab und erklärte: „Es ist offenbar, dass Clasen von seinen Kollegen zwiespältig beurteilt wird. Der Fachausschuss hat in seinen Richtlinien für die Ernennung und die Bestätigung von Schulleitern den Grundsatz aufgestellt, daß Persönlichkeiten, die jemals der NSDAP beigetreten sind, nur dann als Schulleiter tragbar sind, wenn nachgewiesen werden kann, daß sie in den letzten Jahren des Hitlerregiments in eindeutiger innerer Opposition zum Nationalsozialismus gestanden und sich durch die Art ihrer Amtsführung praktisch bemüht haben, den unheilvollen Einflüssen des Nationalsozialismus auf Schule und Erziehung nach Kräften entgegenzuwirken.‘ Diesen Nachweis konnte im Falle Clasen nicht mit der erforderlichen Eindeutigkeit erbracht werden. Er wurde daher mit vollem Recht als untragbar für das Amt eines Schulleiters (nur für dieses!) erklärt." [36]

Schließlich beauftragte Armin Clasen den Rechtsanwalt Dr. Schmaltz, der noch einmal alles auflistete, was Clasen schon ausführlich dargestellt hatte. Am 26.4.1949 wurde Clasen dann als „Entlasteter" in Kategorie V eingeordnet und als Lehrer bestätigt, aber nicht wieder befördert. Er blieb Lehrer an der Schule Alsterdorfer Straße und wurde am 19.8.1955 pensioniert, aber noch mit Lehraufträgen bis 1959 weiter beschäftigt.

Danach wurde es für Armin Clasen alles einfacher und ehrenhafter. Zum 70. Geburtstag gratulierte Landesschulrat Ernst Matthewes: „Durch ihre Tüchtigkeit und durch ihren besonderen Fleiß haben Sie sich als Lehrer und als stellvertretender Schulleiter immer wieder bewährt, und auch nach ihrem 65. Geburtstage sind sie noch in voller körperlicher und geistiger Frische an der Schule Alsterdorfer Straße tätig gewesen. Ihr Wirken ging stets über den Rahmen des Unterrichts hinaus. Ihre vor- und frühgeschichtlichen Studien haben im ganzen niederdeutschen Raum hohe Anerkennung gefunden, und heute kommen ihre besonderen heimatkundlichen Kenntnisse der Zeitung des Winterhuder Bürgervereins zugute." [37]

Clasen dankte Matthewes am 20.9.1960: „Sie hatten die Liebenswürdigkeit mir zu meinem 70. Geburtstag Glückwunsch auszusprechen und dazu warme Worte über meine bescheidene Tätigkeit im Schuldienst zu finden. Darf ich Ihnen hierfür meinen tief gefühlten Dank aussprechen? Ich hatte das unverdiente Glück, dass ich am Ende meiner 48 Dienstjahre noch genauso begeistert vor einer Schulklasse stehen konnte wie beim Beginn.“ [38]

Landesschulrat Wolfgang Neckel gratulierte zum 85. Geburtstag: „Ihre letzten Jahre an der Mädchenschule Alsterdorfer Str. 39 sind bei Schülern und Lehrern unvergessen. Ihr Temperament, ihre Aufgeschlossenheit in so vielen Bereichen und die Gabe, Ihre Schülerinnen für ihre Unterrichtsvorhaben zu begeistern, ließen sie zu einem beliebten Lehrer und geschätzten Kollegen werden. Noch heute kommen Eltern, die ihre Kinder zur Schule anmelden, ins Schwärmen, wenn sie von ihrem Lehrer, Herrn Clasen, erzählen. Man kann wohl mit Recht sagen, daß Sie in Winterhude ihre Spuren nachdrücklich hinterlassen und daß Sie damit auch viel für das Ansehen der Schule überhaupt getan haben." [39]

Clasen bedankte sich und erinnerte sich und Neckel an alles Reformpädagogische, wobei er alles andere ausblendete. Er sah noch vor sich seine Schülerinnen aus der Schule Forsmannstraße von 1912 bis 1914: „Das Verhältnis zu den anvertrauten Kindern war vorprogrammiert: Wandervogel, Freie Deutsche Jugend, Leitung der Volksmusikschule, Heimatkundliche Forschung. Pädagogisch bot das Lehrerseminar in der Binderstraße zu wenig: ein genialer Musiker, ein ausgezeichneter Biologe, ein tüchtiger Physiker (Professor Umlauff), der Rest war Schweigen. Aber die benachbarte Seminarschule gab uns ein ausgezeichnetes pädagogisches Rüstzeug auf den Weg. William Lottig, der große Reformer, lehrte uns, ‚vom Kinde aus’ zu unterrichten. Der Kollege Bormann gab hervorragende Probestunden, die jede Lektion zum Kunstwerk, methodisch wie didaktisch, werden ließen. Ihm nachzueifern, habe ich mich über Jahrzehnte immer wieder bemüht. So sind die Klassenverbände zusammengewachsen und sehen ihre Schulzeit heute noch als schönsten Teil ihres Lebens an. Die Freude darüber übertönt manche Kritik, die ich heute an meiner Arbeit ausübe." [40]

Das Wirkungsumfeld des späten Armin Clasen ehrte und hofierte ihn. Der Bürgerverein Süd-Winterhude feierte ihn zum 80. Geburtstag. Er nannte ihn „den Altmeister der Heimatsforschung". Er „ist ein fröhlicher Mensch mit heiterem Gemüt". Armin Clasen „ist ein rüstiger Achtziger, voll rastloser und emsiger Tätigkeit. Mit Rat und Tat steht er jedermann gern zur Verfügung. Wenn er auch mit den Hamburgensien-Freunden oftmals ‚in Fehde‘ liegt oder Meinungsverschiedenheiten hat, so ist Armin Clasen nicht nachtragend, sondern für das klärende Gespräch immer offen. Die Bürgervereine im Bereich Nord und darüber hinaus schätzen und ehren den Altmeister der Heimatforscher, den Schriftleiter und den Kommunalpolitiker. Als Ehren- und Vorstandsmitglied des Winterhuder Bürgervereins von 1872 e.V., als Abgeordneter des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine ist er nicht wegzudenken. Als Schriftleiter hat er seinen Bürgerverein mit seinem Wissen, seinem Fleiß, seiner Hingabe in reichem Maße gedient. Er schöpft aus der Vergangenheit, er hebt die Gegenwart und wirkt für die Zukunft. Mit seiner Gabe des Vortrages und der Erzählung dient er dem Alter und kann auch noch heute die Jugend damit begeistern." [41]

In einem anderen Mitteilungsblatt hieß es zu Clasen 80. Geburtstag: „Mit kleinen schnellen Schritten, den Oberkörper leicht vorgebeugt, Bleistift und Notizpapier in der Hand, so streift der erst mit 70 Jahren aus dem Lehreramt ausgeschiedene Hauptschullehrer bei gelegentlichen Exkursionen im Gelände umher, kriecht wie ein Junge durch Stacheldrahtzäune, zwängt sich durch verfilzte Knicks und steht freudestrahlend vor seinem Ziel, einem langgesuchten Grenzstein. Im Weitergehen spähen seine geschulten Augen auf dem frisch gepflügten Acker nach Urnenscherben aus der Vorzeit. Hat er einige erblickt, wandern sie nach eingehender Prüfung dicht vor seinen Augen in die Taschen seines Mantels, um sie im Hause mit Tag, Fundort und allem, was für den Vorgeschichtler dazugehört, zu registrieren. Von der selbst gestellten Aufgabe erfüllt, lässt sich der ‚Grenzsteinjäger‘ in seinem Vorhaben durch nichts abbringen. Unauffällig passt er sich dem jeweiligen Getriebe an." [42]

Am 11.1.1966 überreichte Hamburgs Innensenator Ruhnau dem Heimatforscher Armin Clasen die „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Bronze“. 1960 hatte er schon die Lappenbergs-Medaille vom Verein für Hamburgische Geschichte bekommen. [43]

Armin Clasen starb am 22.8.1980.

Autor: Dr. Hans-Peter de Lorent

Quellen:
1 Alle Angaben nach der Personalakte Clasens, StA HH, 361-3_Nr. 4275
2 Ebd.
3 Vermerk vom 11.9.1945 in der Entnazifizierungsakte Clasens, StA HH, 221-11_Ed 3206
4 Ebd.
5 Personalakte Clasen, a.a.O.
6 Ebd. Siehe auch die Biografie zu Haselmayer in diesem Buch.
7 Ebd.
8 Ebd.
9 Die erwähnten Schreiben sind nicht dokumentiert, aber in dem Schriftsatz von Clasen angegeben, ebd.
10 Ebd. Siehe meine Darstellung des Geschehens in der Biografie Haselmayer in diesem Buch.
11 Schreiben Clasens vom 15.12.1936, in Personalakte, a.a.O.
12 Ebd.
13 Ebd. Schreiben vom 27.3.1937
14 Schreiben vom 17.3.1937, ebd.
15 Entnazifizierungsakte Clasen, a.a.O.
16 Personalakte, a.a.O.
17 Ebd.
18 Mittelungen des Bürgervereins Süd Winterhude 8/9-1970, S. 1.
19 Personalakte, a.a.O.
20 Alles laut Personalakte, a.a.O.
21 Ebd.
22 Schreiben in der Personalakte, a.a.O.
23 Alles Personalakte, ebd.
24 Ebd.
25 Vermerk auf dem Bewerbungsschreiben Clasen, ebd.
26 Ebd.
27 Schreiben vom 2,8,1945, ebd.
28 Vermerk vom 11.9.1945, ebd.
29 Alles Personalakte, a.a.O.
30 Schreiben vom 14.12.1945, ebd.
31 Schreiben vom 22.3.1946, ebd.
32 Ebd.
33 Ebd.
34 Ebd.
35 Schreiben vom 13.4.1949, Entnazifizierungsakte, a.a.O.
36 Schreiben vom 15.1.1948, ebd.
37 Schreiben vom 13.9.1960, Personalakte, a.a.O.
38 Ebd.
39 Schreiben vom 11.9.1975, ebd.
40 Ebd.
41 Bürgerverein Süd-Winterhude, Mitteilungen 8/9- 1970, S.1
42 Heimatzeitung und Mitteilungsblatt Fuhlsbüttel, Hummelsbüttel, Klein-Borstel, Ohlsdorf von 1897 e.V. 9/70, S.1.
43 „Die Welt“ v. 11.1.1966
 

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Von Hamburger NS-Täter/innen, Profiteuren, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Zuschauer/innen ... Eine Hamburg Topografie.

Die Dabeigewesenen

Aufsätze

Erklärung zur Datenbank

Stand Dezember 2019: 789 Kurzprofile und 275 sonstige Einträge.

Diese Datenbank ist ein Projekt in Fortsetzung (work in progress). Eine Vollständigkeit ist niemals zu erreichen. Sie startete online im Februar 2016 mit rund 520 Profilen und mehr als 200 weiteren Einträgen und wird laufend ergänzt und erweitert werden. Wissenschaftliche Institute, Gedenkstätten, Universitäten und zum Thema forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können gern ihre erarbeiteten Profile in diese Datenbank stellen lassen.

Quellenangaben, die sich auf Webseiten beziehen, sind die zum Zeitpunkt der Recherche gefundenen. Sollten Sie veraltete Links oder Aktualisierungen bzw. Verschiebungen der Inhalte feststellen, freuen wir uns über Hinweise.

Vor etlichen Jahren hat die Landesszentrale für politische Bildung Hamburg die Stolperstein-Datenbank www.stolpersteine-hamburg.de ermöglicht und gibt seit rund zehn Jahren gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden unter der Projektleitung von Dr. Beate Meyer und Dr. Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung die Publikationsreihe „Stolpersteine in Hamburg, biografische Spurensuche“ heraus. Mit dieser Datenbank „Die Dabeigewesenen“ möchte die Landeszentrale für politische Bildung nun den Blick auf diejenigen lenken, die das NS-System stützten und mitmachten. Denn:

Eine Gesellschaft, die sich eine offene und freie Zukunft wünscht,
muss [...] über eine Kultur verfügen, die nicht auf dem Verdrängen
und Vergessen der Vergangenheit beruht.“ (Mario Erdheim Psychoanalytiker) 1)

Diese aktuell immer noch so wichtige Aussage bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt dieser Datenbank. Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten, z.B. als Karrierist/innen, Profiteur/innen, Befehlsempfänger/innen, Denunziant/innen, Mitläufer/innen und Täter/innen. Aber auch sogenannte Verstrickte, die z. B. nach durchlittener Gestapo-Folter zum Spitzel wurden. Unter all diesen Dabeigewesenen gab es auch Menschen, die in keiner NS-Organisation Mitglied waren, die aber staatliche Aufträge - zum Beispiel als Künstler oder Architekt - annahmen und so von dem NS-System profitierten, im Gegensatz zu denen, die sich diesem System nicht andienten, deshalb in die Emigration gingen oder in Kauf nahmen, keine Karriere mehr zu machen bzw. kaum noch finanzielle Einnahmen zu haben.
Ebenso wurden solche Personen aufgenommen, die zum Beispiel vor und während der NS-Zeit den Idealen des Heimatschutzes und der Technik-Kritik anhingen und das NS-Regime dadurch unterstützten, indem sie staatliche Aufträge annahmen, die diesen Idealen entsprachen, da das NS-System solche Strömungen für seine Ideologie vereinnahmte.

Für die Datenbank „Die Dabeigewesenen“ wurden alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Medizin, Justiz, Bildung und Forschung, Verwaltung, Kirche, Fürsorge und Wohlfahrt, Literatur, Theater und Kunst, Wirtschaft, Sport, Polizei und parteipolitische Organisationen berücksichtigt.

„denn wir können (…) das ganze Phänomen des Mitmachens und des Ermöglichens, das ja in der NS-Zeit eine genauso große Rolle gespielt hat, wie die Bereitschaft, selbst aktiver Täter vor Ort zu sein - das alles können wir nur verstehen, wenn wir die verschiedenen Facetten der Täterschaft noch viel genauer betrachten, als das bisher geschehen ist." 2)

In vielen Profilen wird der weitverbreitete Enthusiasmus vieler Deutscher für den Nationalsozialismus, gegenüber „seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik, seine Architektur, seine Weltanschauung" 3) etc. deutlich. Und es zeigt sich, dass Menschen das NS-System stützten, indem sie z. B., ohne darüber nachzudenken und ohne zu hinterfragen, bereitwillig moralische und soziale Normen des NS-Staats übernahmen.

Mit Schaffung der „Ausgrenzungsgesellschaft“ war es für die „Mehrheitsgesellschaft“ möglich, u. a. NS-Rassentheorien praktisch umzusetzen.

Diese Erkenntnis ist angesichts heutiger aktueller gesellschafts-politischer Entwicklungen von Bedeutung. In einem Interview zum Thema Fremdenfeindlichkeit bemerkte der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz auf die Frage, ob aus der Geschichte zu lernen sei. „Wir könnten schon. Wir könnten zum Beispiel lernen, dass der Fremde nicht schuld ist an dem Hass, der ihm widerfährt. Es scheint tatsächlich schwierig zu vermitteln zu sein, dass das Opfer nicht dafür verantwortlich ist, dass es totgeschlagen oder misshandelt wird. Juden werden nicht verfolgt, weil an ihnen etwas ist, was sie zu Opfern macht, sondern weil die Mehrheitsgesellschaft Opfer braucht, und zwar zur eigenen Identitätsstiftung. Zuwanderer, Fremde, Andersgläubige werden ausgegrenzt. Das stärkt das Selbstgefühl der Mehrheit.“ 4)

Mit der Datenbank soll eine Hamburg Topographie der „Dabeigewesenen“ entstehen, um somit konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar zu machen. Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben. Neben Personenprofilen sind auch Adressen von NSDAP-Organisationen und -Einrichtungen zu finden. Darüber hinaus gibt es für einzelne Stadtteile Einträge, die die NS-Aktivitäten im Stadtteil beschreiben. In der Datenbank kann nach Namen, Straßen, Bezirken und Stadtteilen gesucht werden, damit also auch nach den Wohnadressen und/oder Adressen der Arbeitsstätten (soweit recherchierbar). Durch Hinzuziehen der Stolpersteindatenbank (hier sind die Adressen der NS-Opfer aufgenommen, für die bisher Stolpersteine verlegt wurden) und der virtuellen Hamburg-Stadt-Karte (sie verzeichnet die Zwangsarbeiterlager und Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben) wird eindringlich deutlich, wie dicht benachbart Opfer und Dabeigewesene in Hamburg gelebt und gewirkt haben. Mit diesen Informationen ist es immer schwerer, die altbekannte Entschuldigung aufrecht zu erhalten; wir haben doch nichts davon gewusst.

In den vorgestellten Profilen liegt der Fokus auf Handlungen und Einstellungen zum NS-Regime. Privates wird nur erwähnt, wenn es für die Haltung zum NS-Regime von Relevanz ist. Recherchegrundlage für diese Datenbank waren bereits vorhandene wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dem Institut für Zeitgeschichte), Biographien, Sammelbände und Dissertationen zu Hamburg im Nationalsozialismus, aber auch in diversen Fällen Entnazifizierungsakten und andere Akten und Dokumente, die im Staatsarchiv Hamburg zur Verfügung stehen. Für die Adressenrecherchen wurden die digitalisierten Hamburger Adressbücher von 1933 bis 1943 der Staats- und Universitätsbibliothek genutzt. Trotz größter Sorgfalt beim Zusammentragen der Daten, ist es dennoch möglich, dass Schreibweisen von Namen variieren und Lebensdaten fehlerhaft sind. In den Profilen und den Beschreibungen der Funktionen sowie des „Wirkens“ des Dabeigewesenen konnte nicht komplett auf das NS-Vokabular – der Sprache der Täter – verzichtet werden, dennoch wurde versucht, diesen Anteil gering zu halten und neutralere Umschreibungen zu finden.
Die meisten der aufgeführten Personen wurden schnell nach Kriegsende durch die Entnazifizierungsstellen als entlastet eingestuft, sie mussten sich selten vor Gericht verantworten oder sie wurden aufgrund von Verjährung ihrer Taten nicht juristisch verurteilt. So stellt Can Bozyakali in seiner Dissertation z. B. zum Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht fest, dass auch in Hamburg bis Anfang der 1950er Jahre 63% aller Justizjuristen, die am Sondergericht tätig gewesen waren, wieder in den Justiz-Dienst eingestellt wurden. „[…] anhand dieser Werte [kann] von einer ‚Renazifizierung‘ gesprochen werden.“ 5)

Dr. Rita Bake, Dr. Brigitta Huhnke, Katharina Tenti (Stand: Anfang 2016)

1) Mario Erdheim: „I hab manchmal furchtbare Träume … Man vergißts Gott sei Dank immer glei...“ (Herr Karl), in: Meinrad Ziegler, Waltraut Kannonier-Finster: Österreichisches Gedächtnis. Über Erinnern und Vergessen der NS-Vergangenheit. Wien 1993.
2) Wolfram Wette: Deutschlandfunk-Interview am 20.11.2014, anlässlich seines neuen Buches: „Ehre, wem Ehre gebührt. Täter, Widerständler und Retter - 1933-1945“, Bremen 2015.
3) Raphael Gross: Anständig geblieben. Frankfurt a. M.  2010, S. 17.
4) Wolfgang Benz: „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlimmer wird". Der Historiker Wolfgang Benz über die lange Geschichte der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – und was neu ist an den Pegida-Märschen. Interview: Markus Flohr und Gunter Hofmann, in ZEIT online vom 21. Dezember 2015. www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/wolfgang-benz-pegida-antisemitismus-fremdenfeindlichkeit
5) Can Bozyakali: Das Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht: Eine Untersuchung der NS-Sondergerichte unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Verordnung gegen Volksschädlinge, Frankfurt/ Main 2005, S. 235.

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